Chinesischer Investor

Heidelberger Druckmaschinen gibt Aktienpaket an KWM-Mandantin Masterwork

Heidelberger Druckmaschinen hat einen neuen Ankeraktionär: Das chinesische Unternehmen Masterwork sicherte sich über eine Luxemburger Tochter 9,2 Prozent am Grundkapital der Gesellschaft. Dem Einstieg von Masterwork ging eine Barkapitalerhöhung voraus. Insgesamt fließen dem Druckmaschinenhersteller mit dem Einstieg des Investors etwa 69 Millionen Euro zu. Die Mittel sollen genutzt werden, um die digitale Agenda des Unternehmens schneller umzusetzen.

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Constantin Bettermann
Constantin Bettermann

Der Aufsichtsrat musste die Kapitalmaßnahme genehmigen. Aktienrechtlich war sie möglich, weil der Anstieg des Grundkapitals unter zehn Prozent bleibt und beim Ausgabepreis der jeweilige Börsenkurs nicht unterschritten wurde. Heidelberg-Aktien haben historisch gesehen einen rechnerischen Mindestbetrag von 2,56 Euro, was zu D-Mark-Zeiten einem Stückpreis von 5 DM entsprach. Masterwork billigte einen Ausgabepreis von 2,68 Euro und zahlte damit einen Aufschlag von etwa 55 Prozent auf den Aktienkurs vom Januar. 

Der chinesische Hersteller von Bogenstanzen und Prägemaschinen für Heißfolien pflegt bereits seit fünf Jahren eine Vertriebskooperation mit dem SDax-Unternehmen. Zudem stellen beide bereits gemeinsam Faltschachtelklebemaschinen her. Die Transaktion bedurfte nicht nur der Zustimmung der relevanten Gremien beider Seiten, sondern auch der chinesischen Behörden. 

Die Heidelberger Druckmaschinen, die 2018 erstmals auch Erlöse aus Aboverträgen für Maschinen erzielten, setzten im vergangenen Jahr rund 2,42 Milliarden Euro um. Verwaltung und Forschung verlagerte sie zuletzt von Heidelberg nach Wiesloch. Weltweit sind rund 11.900 Mitarbeiter für das Unternehmen tätig.

Tilmann Becker
Tilmann Becker

Berater Masterwork
KWM Europe: Dr. Christian Cornett, Hui Zhao (beide Frankfurt), QingJun Jin, Jia Diyan (beide Peking), Dr. Tilmann Becker, Christian Ostermöller (beide Frankfurt); Associates: Du Ruoying, Xiaotong Zhao (beide Peking; alle Gesellschaftsrecht/M&A)

Berater Heidelberger Druck
Inhouse Recht (Wiesloch): Dr. Constantin Bettermann (Chefsyndikus), Sascha Donat (M&A)
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Dr. Carsten Schapmann, Dr. Andreas Austmann (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Christoph Stadler (Kartellrecht), Dr. Changfeng Tu (Schanghai), Dr. Christian Strothotte (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Patrick Wilkening (IP/M&A); Associates: Dr. Adrian Cavin, Tianyuan Zhuang (beide Gesellschaftsrecht/M&A)
SZA Schilling Zutt Anschütz (Frankfurt): Markus Pfüller (Kapitalmarktrecht/Gesellschaftsrecht), Dietrich Stiller (Bank- und Finanzierungsrecht); Associate: Joachim Nerz − aus dem Markt bekannt

Schapmann_Carsten
Schapmann_Carsten

Hintergrund: Rechtlich gesehen liefen die Fäden für die Investorenvereinbarung sowie die Kapitalmarktmaßnahme beim neuen General Counsel Bettermann zusammen. Der 38-Jährige amtiert seit vergangenem Herbst als weltweiter Leiter Recht & Patente und zudem als Corporate Governance Officer des Unternehmens. Sein Team umfasst 40 Mitarbeiter. Bettermann war 2016 aus dem Frankfurter Büro der US-Kanzlei Baker & McKenzie zu dem Druckmaschinenhersteller gewechselt. Seine Stelle übernahm er von Oliver Heeb.

Die Mandatsbeziehung zwischen Heidelberger Druckmachinen und Hengeler Mueller reicht rund 15 Jahre zurück. Seinerzeit hielt der Energiekonzern RWE Aktien an dem Unternehmen, die er im Wege eines sogenannten Accelerated Bookbuildings verkaufte. SZA wiederum kümmerte sich um die kapitalmarktrechtlichen Fragen der Transaktion. Insbesondere Stiller wird seit einigen Jahren regelmäßig in Finanzierungsfragen des Unternehmens eingebunden. Zuletzt etwa als Heidelberg im vergangenen Jahr eine neue syndizierte Kreditlinie mit einem Volumen von rund 320 Millionen Euro aushandelte.

Masterwork setzte auf das Transaktionsteam von KWM, das regelmäßig chinesische Großunternehmen bei ihren Vorhaben in Deutschland berät. Der erfahrene KWM-Partner Cornett teilte sich die gesellschaftsrechtliche Beratung mit Counsel Becker, der nach Stationen bei King & Wood Mallesons, Allen & Overy und der Schwarz Finanz und Beteiligungsgesellschaft 2017 zu der neu gegründeten Rechtsberatungseinheit KWM Europe gestoßen war.

Notar Dr. Niklas Hagedorn aus Heidelberg war nach JUVE-Recherchen für die Eintragung der Kapitalerhöhung zuständig.

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