Der Kaufpreis entspricht dem 20-fachen des bereinigten Betriebsgewinns von ISS Stoxx und wird in zwei Tranchen im Februar und März fällig. Die Deutsche Börse finanziert die Übernahme aus verfügbaren Barmitteln und Fremdkapital. Der Abschluss der Transaktion wird Ende März 2026 erwartet.
ISS Stoxx entstand 2023 aus dem Zusammenschluss des US-Stimmrechtsberaters ISS mit dem Indexanbieter Stoxx, der unter anderem den Dax berechnet. General Atlantic hatte sich 2019 beim damaligen Erwerb von Axioma, einem Anbieter von Analyse- und Risikolösungen, erstmals an dem Geschäft beteiligt.
Die Deutsche Börse und General Atlantic hatten einen Rückkauf und einen Börsengang von ISS Stoxx monatelang parallel geprüft. Die Entscheidung gegen einen Börsengang begründete Vorstandschef Stephan Leithner mit dem skeptischen Blick vieler Investoren auf Unternehmen aus den Branchen Daten und Nachhaltigkeit.
Die Berater im Überblick
Berater Deutsche Börse
Linklaters: Dr. Ralph Drebes (Private Equity; Frankfurt), Staffan Illert, Dr. Ralph Wollburg (beide Corporate/M&A; beide Düsseldorf) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Frankfurt): Bettina Kramer-Braun (General Counsel), Ann-Catherine Hoffmann-Frisch (Head of Legal M&A) – aus dem Markt bekannt
Berater General Atlantic
Milbank (München): Dr. Sebastian Heim, Dr. Pascal Härdtner (beide M&A; beide Federführung), Dr. Rolf Füger (Steuerrecht), Dr. Alexander Rinne (Kartellrecht), Alexandra Grant (London), Dr. Thomas Möller (Frankfurt; Bank- und Finanzrecht); Associates:
Dr. Manuel Bogenreuther, Rabea Regh, Lukas Krogmann (Frankfurt; alle drei M&A), Dr. Arne Hammerich, Dr. Jil Windau (beide Steuerrecht), Katherine Williams, Joshua Bourke (beide Bank- und Finanzrecht; beide London)
Inhouse Recht (London): Ahmad Khokher (European General Counsel)
Hintergrund: Für die M&A-Praxis von Linklaters bedeutet das Mandat ein Comeback an der Seite der Deutschen Börse. Historisch gibt es zwar eine enge Verbindung: Der ehemalige Senior-Partner der Kanzlei, Dr. Michael Lappe, war zwischen 2018 und Mitte 2021 General Counsel des Frankfurter Dax-Konzerns. Auch seine Nachfolgerin auf dem Posten, Kramer-Braun, hat früher bei Linklaters gearbeitet. 2022 begleitete ein Team um den Düsseldorfer Partner Illert auch noch den Erwerb des Fondsdatenspezialisten Kneip Communication. Und auch die Bank- und Finanzpraxis beriet das Unternehmen 2023 bei einer Unternehmensanleihe mit einem Gesamtvolumen von drei Milliarden Euro. In den großen M&A-Transaktionen war in den vergangenen Jahren aber vor allem Hengeler Mueller an der Seite der Börse zu sehen, auch kürzlich bei der Übernahme der Fondsplattform Allfunds für 5,3 Milliarden Euro, der größten Transaktion in der Unternehmensgeschichte.
Als die Deutsche Börse 2020 ISS vom Finanzinvestor Genstar erwarb, war ebenfalls ein Hengeler-Team mandatiert. Inhouse hatte bei der damaligen Transaktion Hoffmann-Frisch die Federführung, die 2021 als Counsel in das Team von Linklaters-Partner Drebes wechselte und im Sommer 2023 zum Konzern zurückkehrte. Für die aktuelle Transaktion wurde dann ein Team der Kanzlei mandatiert, das nach JUVE-Informationen neben dem Frankfurter Private-Equity-Partner Drebes von den beiden Düsseldorfer Partnern Illert und Wollburg geleitet wurde.
Milbank ist regelmäßig für General Atlantic tätig und beriet den US-Finanzinvestor auch bereits 2019 beim Erwerb der Beteiligung an ISS Stoxx (vormals Qontigo) sowie 2023 beim Zusammenschluss von Qontigo und ISS. Inhouse begleitete von London aus Khokher die Transaktion, der Anfang des Jahres zum Senior Vice President aufstieg. Vor seinem Wechsel zu General Atlantic hatte er unter anderem knapp sieben Jahre als Associate bei Freshfields gearbeitet.