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  Juve Plus ...und plötzlich Dachdecker

Mit einem Volumen von mehr als einer Milliarde Euro ist es einer der größten Debt-Equity-Swaps (Umwandlung von Schulden eines Unternehmens in Eigenkapital durch den Verkauf von Beteiligungen) bislang in Deutschland. Vor allem aber ist es der wohl erste, der gegen den Eigentümer durchgesetzt wurde. Die Hedgefonds Apollo, TowerBrook und York und weitere erstrangig besicherte Gläubiger übernehmen ihre bisherige Schuldnerin Monier.

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Der Automobilzulieferer Neumayer Tekfor hat sich Ende Juni mit seinen Gesellschaftern und Hauptkreditgebern auf eine neue Kapitalstruktur geeinigt. Der Einigung war ein Moratorium vorausgegangen, ohne dass die Neumayer-Gruppe vermutlich Insolvenz hätte anmelden müssen. Der Kern der Restrukturierung besteht in einer Finanzspritze von 42 Millionen Euro an neuem Kapital durch den Hauptgesellschafter, Barclays Private Equity, sowie durch die kreditgebenden Banken. Außerdem verzichten auch weitere Private-Equity-Gesellschaften auf Darlehensforderungen: Die Minderheitsgesellschafter Gartmore, Nationwide und GIC Special Investments sowie Mezzanine-Darlehensgeber wie Axa Private Equity Mezzanine.

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Die Bad Sodener FBH-Gruppe hat vom Pharmazulieferer Gerresheimer dessen Segment für technische Kunststoffe übernommen. Der Kaufpreis für die Gerresheimer Wilden Technical Plastic Systems GmbH (TPS), lag einschließlich übernommener Schulden bei rund 12 Millionen Euro. Die TPS GmbH fertigt mit rund 430 Mitarbeitern an Standorten in Deutschland, der Tschechischen Republik und Mexiko Spritzgusskomponenten aus Kunststoff für die Autoindustrie. Das Unternehmen setzte im vergangenen Geschäftsjahr 74 Millionen Euro um.

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Die Münchner Brau Holding International (BHI), ein Gemeinschaftsunternehmen der bayrischen Unternehmerfamilie Schörghuber (50,1 Prozent) und des niederländischen Brauereikonzerns Heineken (49,9 Prozent), hat nach sieben Jahren ihr Joint Venture mit der saarländischen Karlsberg Brauerei aufgelöst. Die drittgrößte deutsche Braugruppe BHI, zu der unter anderem die Paulaner-Brauerei gehört, gab ihre Beteiligung in Höhe von 45 Prozent am deutschen Karlsberg-Biergeschäft wieder an die Saarländer ab. Damit ist Karlsberg, die unter anderem die Marke 'Mixery' produziert, wieder vollständig in Familienbesitz.

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Die Beteiligungsgesellschaften Hannover Finanz und Vibro haben ein Joint Venture unter dem Namen WKS Druckholding gegründet. Dafür brachte die Hannover Finanz ihr Essener Portfoliounternehmen Westend Druckereibetriebe GmbH ein. Vibro beteiligte sich mit der Kraft-Schlötels GmbH. Gemeinsam wollen beide Unternehmen ihr Engagement im Markt für sogenannte Rollen-Offset-Druckereien ausbauen. Das neue Unternehmen kommt auf einen Gesamtumsatz von 165 Millionen Euro und beschäftigt nach dem Zusammenschluss rund 380 Mitarbeiter. Die Druckereibetriebe der eingebrachten Gesellschaften bleiben an ihren bisherigen Standorten Essen und Wassenberg bestehen.

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Skion, die Bad Homburger Beteiligungsgesellschaft der Quandt-Erbin Susanne Klatten, hat sich mit 28,9 Prozent an dem Frankfurter Chemieunternehmen Geohumus International beteiligt. Geohumus, 2005 gegründet, entwickelt ein stark wasserspeicherndes Granulat, das das 50-Fache seines Eigengewichts an Flüssigkeit aufnehmen kann. Für die Entwicklung des Stoffes erhielt das Unternehmen unter anderem 2006 den deutschen Gründerpreis. Das Granulat wird statt Erde benutzt, um Pflanzen mit Wasser zu versorgen. Das Produkt soll besonders in Gebieten eingesetzt werden, in denen Wassermangel herrscht.

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Ein Konsortium aus sieben Banken unter Führung der staatlichen KfW Ipex hat einen Kredit in Höhe von 1,4 Milliarden Euro für den Ausbau des Flughafens Berlin-Schönefeld zum neuen Großflughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) zur Verfügung gestellt. Entsprechende Verträge schloss das Konsortium mit der Betreibergesellschaft Berlin-Schönefeld GmbH (FBS) ab. Dem Konsortium gehören neben der KfW Ipex auch die Berliner Volksbank, die DZ Bank, die Investitionsbank Berlin, sowie die Investitionsbank des Landes Brandenburg, die Landesbank Berlin und die Nord LB an. Der Kredit läuft über zehn Jahre, eine weitere Milliarde Euro über eine Laufzeit von 25 Jahren kommt von der Europäischen Investitionsbank.

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Der IT-Dienstleister EDS unterstützt künftig den Portalbetrieb von hamburg.de als Systemintegrator und beim Applikationsbetrieb. Die Tochter des US-Konzerns Hewlett Packard erhielt einen entsprechenden großvolumigen IT-Auftrag.Formaler Auftraggeber ist Dataport, die IT-Dienstleisterin der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein. Sie hatte im Verhandlungsverfahren ein IT-System ausgeschrieben, mit dem alle Sozialleistungen in Hamburg verwaltet werden sollen. Zusammen mit EDS soll ein System entwickelt werden, das sich nicht auf die IT-gestützte Auszahlung beschränkt, sondern zusätzlich die bei zahlreichen öffentlichen Stellen verstreuten Informationen zusammenführt. Unter anderem soll so Sozialbetrug verhindert werden. Das Projekt wurde im Hamburger Senat kritisch beobachtet, da bei der Arbeitsagentur ähnlich gelagerte IT-Ausschreibungen in den vergangenen Jahren auf Bundesebene öffentlichkeitswirksam gescheitert waren. Auch hier hatte ein unterlegener Bieter das Verfahren angegriffen, die Vergabekammer wies den Antrag jedoch ab.

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Der US-Aluminiumkonzern Alcoa hat im Rahmen einer Restrukturierung seine Kabel- und Elektroniksparte an die kalifornische Beteiligungsgesellschaft Platinum Equity verkauft.

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Die baden-württembergische Oberflächenveredler Süddekor hat seine Fremdfinanzierung umstrukturiert. Süddekor gehört zur 2D-Holding, die wiederum ein Portfoliounternehmen des Investors Quadriga Capital ist. Die vorausgegangene Finanzierung bestand aus drei Teilen. Diese drei Kreditlinien hatten ursprünglich das Volumen eines mittleren dreistelligen Millionenbetrags. Das Senior-Darlehen hatte ein Konsortium um die inzwischen von der Commerzbank übernommene Dresdner Bank gestellt, darüber hinaus hatten MezzInvest und Oaktree je etwa zur Hälfte Darlehen in Form eines Second Liens und einer Mezzanine-Finanzierung gewährt.

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Der US-Investor Wilbur Ross hat über den US-Autoteilekonzern International Automotive Components (IAC) den niedersächsischen Automobilzulieferer Stankiewicz erworben. Von den bisher in Deutschland beschäftigen 970 Mitarbeitern will IAC 840 weiter beschäftigen. Stankiewicz erwirtschaftete zuletzt mit weltweit 2.100 Mitarbeitern 270 Millionen Euro. Das Unternehmen meldete im Dezember als einer der ersten größeren Zulieferer Insolvenz an.