Coup in Düsseldorf

White & Case gewinnt Clifford-Team um Peter Rosin

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  • JUVE

White & Case hat die ersehnte hochkarätige Verstärkung für ihr seit Längerem schwächelndes Düsseldorfer Büro gefunden: Von Clifford Chance wechseln die beiden Energierechtspartner Dr. Peter Rosin (53) und Thomas Burmeister (43). Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass ihnen mindestens größere Teile ihres knapp 20 Anwälte zählenden Teams folgen werden. Der genaue Wechselzeitpunkt steht aber noch nicht fest.

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White & Case hat die ersehnte hochkarätige Verstärkung für ihr seit Längerem schwächelndes Düsseldorfer Büro gefunden: Von Clifford Chance wechseln die beiden Energierechtspartner Dr. Peter Rosin (53) und Thomas Burmeister (43). Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass ihnen mindestens größere Teile ihres knapp 20 Anwälte zählenden Teams folgen werden. Der genaue Wechselzeitpunkt steht aber noch nicht fest.

Clifford verliert innerhalb kurzer Zeit ein weiteres wichtiges Team, nachdem kürzlich die Private-Equity-Partner Oliver Felsenstein und Burc Hesse ihren Wechsel zu Latham & Watkins bekannt gegeben hatten.

Rosin_Peter
Rosin_Peter

Der Einstieg des für seine Arbeit an der Schnittstelle von Energierecht und Transaktionsarbeit hoch angesehenen Teams um Rosin markiert eine Zäsur in der Strategie von White & Case in Düsseldorf. In den vergangenen Jahren versuchte sie, zu besser aufgestellten Wettbewerbern aufzuschließen, indem sie einzelne Partner dazu holte. Dabei hatte sie aber kein glückliches Händchen, abseits der renommierten Insolvenzpraxis gelang es nicht, sich nachhaltig am Markt zu profilieren. Darauf setzte White & Case vor Ort einen Restrukturierungsprozess in Gang, im Zuge dessen zuletzt eine ganze von Reihe von Partnern die Kanzlei verließ.

White & Case will Energiemarkt aufrollen

Mit dem jetzigen Wechsel des eingespielten Teams wird White & Case wieder zur relevanten Größe im Energierecht, nachdem sie in den vergangenen Jahren mehrere Abgänge verzeichnen musste. So verließ der Partner Manfred Ungemach 2012 die Kanzlei in Richtung Bird & Bird. Auch er war einst von Clifford dazu gestoßen. Nach seinem Abschied schrumpfte das Energieteam zusehends, auch wenn zuletzt Dr. Sabine Schulte-Beckhausen wieder als Local-Partnerin von Görg zurückkehrte.

„Unser seit Längerem verfolgtes Ziel ist es, die führende Kanzlei im Energiesektor in Europa zu sein“, so der Berliner Partner Dr. Jörg Kraffel, der für seine Begleitung von Transaktionen im Energiesektor hoch angesehen ist.

Thomas Burmeister
Thomas Burmeister

„Ich habe eine schöne Zeit bei Clifford Chance gehabt, jetzt brauche ich eine neue Motivation“, sagte Rosin, der 2001 von RWE zu Clifford gekommen war. Damals gehörte auch noch Corporate-Partner Kraffel zum Team. Er wechselte dann aber 2006, als Clifford ihr Berliner Büro schloss. Nun wird Kraffel, der bei White & Case inzwischen zum europaweiten Co-Chef der Corporate-Praxis aufgestiegen ist, für die Energierechtler die Andockstelle zur Corporate-Arbeit der Kanzlei sein. Große Reibungsverluste dürften bei den seit Langem miteinander bekannten Partnern nicht zu erwarten sein.

Ende einer Ära

Für Clifford ist der Entschluss des Teams keine gute Nachricht: Zwar forciert die Kanzlei derzeit die Überprüfung ihrer Partnerschaft. Der Wechsel von Rosin, der als akquisestark und sehr gut vernetzt gilt, war aber nicht Teil der Strategie. Der Art und Weise, wie Rosin das Team aufgebaut und geführt hat, zollen viele Wettbewerber Respekt. Das Team um Rosin und Burmeister gilt als eines der dominierenden im Energierecht. Es zeichnet sich durch tiefes Sektorenwissen aus und vereint Regulierungserfahrung mit M&A-Beratung auf hohem Niveau. Zuletzt engte sich der Spielraum der Energierechtler in Hinsicht auf die Transaktionsberatung jedoch ein, weil verschiedene Corporate-Experten die Kanzlei verließen. So ging etwa M&A-Partner Dr. Christoph Witte, der eng mit dem Energieteam zusammengearbeitet hatte ebenso wie Counsel Cosima Preiss. 

Bei Clifford verbleiben der Frankfurter Energierechtspartner Dr. Björn Heinlein, sowie ein öffentlich-rechtliches Team um Counsel Dr. Mathias Elspaß, das sich in den vergangenen Jahren aus dem Energierechtsteam heraus entwickelt hatte. (Ulrike Barth, René Bender)

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