Frankfurt

Latham-Kartellrechtler wechselt zu Gibson Dunn

Latham & Watkins verliert erneut einen renommierten Partner: Der Kartellrechtler Dr. Georg Weidenbach wechselt zu Gibson Dunn & Crutcher. Weidenbachs Schritt wird nur eine Woche nach dem Weggang des prominenten vierköpfigen Corporate-Teams um Managing-Partner Dr. Harald Selzner zu Noerr bekannt. Latham hat unterdessen ein neues deutsches Führungsteam ernannt.

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Alle drei Partner des Frankfurter Büros von Gibson Dunn & Crutcher kamen als Quereinsteiger von Latham & Watkins – nun stößt ein vierter dazu. Zum November wechselt der Kartellrechtler Dr. Georg Weidenbach. Weidenbachs Schritt ist nach dem Wechsel eines prominenten vierköpfigen Corporate-Teams um Managing-Partner Dr. Harald Selzner zu Noerr der nächste Verlust eines renommierten Partners für Latham. Die US-Kanzlei hat unterdessen ein neues deutsches Führungsteam ernannt.

Georg Weidenbach
Georg Weidenbach

Weidenbach begann seine Karriere bei Baker & McKenzie in Frankfurt. 2008 wechselte er zu Latham und folgte damit dem Private-Equity-Partner Dr. Dirk Oberbracht, der bereits zwei Jahre zuvor mit seinem Team diesen Schritt gegangen war. 2011 wurde Weidenbach Partner. Er folgt mit dem bevorstehenden Wechsel erneut Oberbracht in eine neue Kanzlei: Dieser hat Latham 2016 mit dem Corporate-Partner Dr. Wilhelm Reinhardt verlassen, um für Gibson Dunn ein Büro in Frankfurt zu eröffnen.

Latham Partner Nr. 5 wechselt zu Gibson Dunn

Bis dahin war Gibson nur in München vertreten und hauptsächlich auf Compliance-Mandate spezialisiert. In den vergangenen Jahren hat die Kanzlei ihre deutsche Praxis Schritt für Schritt erweitert. Unter anderem stießen ebenfalls von Latham die Litigation-Partner Dr. Finn Zeidler in Frankfurt und Dr. Markus Rieder in München dazu. International, vor allem in ihrem amerikanischen Heimatmarkt, hat Gibson einen deutlich klareren Litigation-Fokus als Latham, die insgesamt stärker auf Corporate und Finance ausgerichtet ist. 

Gibson hat zwei deutsche Kartellrechtspartner, Michael Walther in München und Dr. Jens-Olrik Murach, der in Brüssel und Frankfurt tätig ist. Schwerpunkte der Praxis sind Fusionskontrollen und Compliance, aber auch kartellrechtlich geprägte Streitigkeiten. So vertritt Murach 1&1 Drillisch vor der EU-Kommission im Zusammenhang mit der E-Plus-Telefónica-Fusion, die zahlreiche Verfahren nach sich gezogen hat.

Mehr Kartellverfahren als Fusionskontrollen

Burc Hesse
Burc Hesse

Auch Weidenbach verfügt über reichlich Erfahrung mit kartellrechtlich geprägten Streitigkeiten. Sein Team vertritt unter anderem Volkswagen bei der Geltendmachung von Kartellschadensersatz gegen diverse Zuliefererkartelle. Die Deutsche Bank vertrat er bei der Abwehr von Kartellschadensersatz im Zusammenhang mit EC-Händlerentgelten. Zudem hat Weidenbach über die Jahre zahlreiche Kartellverfahren in der Automotive- und Stahlbranche geführt, etwa ArcelorMittal im Kartellamtsverfahren ‚Edelstahl‘. 

Die deutsche Latham-Praxis verfügt nach Weidenbachs Wechsel über drei Partner im Kartellrecht: Neben Prof. Dr. Sven Völcker in Brüssel und Dr. Michael Esser in Düsseldorf ist dies der vor zwei Jahren ernannte Dr. Max Hauser in Frankfurt. Dieser hat einen Schwerpunkt bei Fusionskontrollen, vor allem bei Private-Equity-Deals – ein Bereich, den Weidenbach im Zuge seiner stärkeren Fokussierung auf Kartellverfahren und Schadensersatz-Streitigkeiten weniger intensiv beackert als zu Beginn seiner Karriere.

Tobias Larisch
Tobias Larisch

Neues Führungsduo bei Latham

Wie Harald Selzner, der Anfang des Monats mit den Partnern Dr. Martin Neuhaus, Dr. Natalie Daghles und Rainer Wilke Latham in Richtung Noerr verließ, war auch Weidenbach bis vor kurzem Teil des deutschen Management-Teams. Er hatte im Frühjahr dieses Jahres die Position des Deputy-Managing-Partners an den Münchner Private-Equity-Anwalt Burc Hesse übergeben.

Wie Latham nun bekannt gab, wird Hesse als neuer deutscher Managing-Partner die Nachfolge Selzners antreten. Sein Stellvertreter wird Dr. Tobias Larisch, Corporate-Anwalt in Düsseldorf und bis Anfang 2018 Partner von Freshfields Bruckhaus Deringer.

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