Markt und Management

Die Düsseldorfer Kanzlei Temme & Kollegen hat sich zum 1. Juli der Hamburger Sozietät Segelken & Suchopar angeschlossen. Beide Sozietäten weisen mit ihrer Spezilisierung im Transport- und Schiffahrtsrecht einschließlich der Besonderheiten des jeweiligen Versicherungsrechts ähnliche Profile auf. Mit der Fusion sollen die Kapazitäten gebündelt werden - allein 10 der insgesamt 17 Anwälte werden im Transportrecht tätig sein - und verstärkte bundesweite Präsenz erreicht werden (weitere Büros: Flensburg und Berlin). Das Beratungsspektrum umfaßt außerdem Handels-, Gesellschafts-, Unternehmens-, und Verwaltungsrecht. An allen Standorten bestehen überdies Kooperationen mit Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern. Eine weitere Ausdehnung ist für das nächste Jahr geplant.

Personalien

Personalien Icon
Wer geht, wer kommt, was bleibt? Aktuelle Personalien, die den Markt bewegen - im übersichtlichen Newsticker! Alle ansehen

Am 1. Juli haben sich zunächst zwei Anwälte von der bekannten Hamburger Kanzlei getrennt. Mit Partner Dr. Hartwig Schmidt-Hollburg, bekannt für seine Arbeit im gewerblichen Rechtsschutz, hat auch Dr. Andreas Witter, schwerpunktmäßig im Gesellschaftsrecht tätig, Luther & Partner verlassen.Besonderes Aufsehen erregte jedoch im normalerweise ruhigen und konservativen Hamburger Markt, daß die beiden Anwälte nicht allein bleiben werden. Spätestens zum Ende des Jahres werden sich ihnen mit dem namhaften Telekomrechtler Hubertus Leo und Axel Löhde (Vertriebs- und Wettbewerbsrecht) zwei weitere Luther-Partner anschließen.

Zum 11. Juni hat die bekannte Baurechtspraxis Mütze & Partner mit 18 Anwälten in Büros in Düsseldorf und Berlin mit der multidisziplinären Partnerschaft Pricewaterhouse Coopers Veltins fusioniert. Zum ersten Mal hat sich damit in Deutschland eine Anwaltskanzlei Kollegen angeschlossen, die mit einer der ‚Big Five' Wirtschaftsprüfungsgesellschaften assoziiert sind. Die Gründe für die strategische Entscheidung erläutert aus Sicht von Mütze & Partner der Düsseldorfer Namenspartner Michael Mütze: „Das Tempo der Globalisierung auch in der Rechtsberatungsgemeinschaft beschleunigt sich. Unsere Mandanten, darunter einige der bedeutendsten und größten Bauunternehmen in Deutschland, expandieren schnell über die deutschen Grenzen. Jede Woche bringt neue und größere Auftrage.“ Vor diesem Hintergrund erschien es einerseits notwendig und andererseits reizvoll, die eigene Praxis der internationalen Herausforderung auszusetzen. Ralf Leinemann, Leiter des Berliner Büros, weist darauf hin. daß man nach deutschen Maßstäben bereits jede Art und Größenordung von Projekt begleitet habe. Er unterstreicht zugleich, wie sehr der globale Zuschnitt von PWC den eigenen Erwartungen entgegenkam: „Wir wußten, daß wir Mitglied eines internationalen Netzwerkes werden mußten. Unter verschiedenen Alternativen war die Gelegenheit, dem globalen Netz von Pricewaterhouse Coopers anzugehören, die bei weitem verlockendste.“

Am 1. Juni hat die aus einer Fusion zweier Münchner und Berliner Kanzleien entstandene Sozietät Schwarz, Kurtze, Schniewind, Kelwing, Wicke ein Büro in Köln eröffnet. Die Kanzlei mit besonderem Ruf im Medienrecht verfügt außerdem über ein Büro in Dresden. Das Kölner Büro wird von Ulf Dobberstein (vorher Hecker, Werner & Himmelreich) geleitet, der von der renommierten Kölner Sozietät Hecker, Werner & Himmelreich kommt und in seiner neuen Tätigkeit zunächst Unterstützung aus dem Münchener Büro erhält. Der Kölner Standort wurde gewählt, um Mandanten der Finanzdienstleistungs- und Medienbranche die Expertise der Kanzlei speziell im Bereich Medien und Neue Medien ortsnah anbieten zu können.

Frank Diemer, früher im Kölner Büro von Deringer Tessin Herrmann & Sedmund tätig, verstärkt zum 1. Juli das Mailänder Büro des Verbundes von Freshfields und Deringer. Zwischenzeitlich hatte Diemer Deringer verlassen und war für die italienische Sozietät Pavia e Ansaldo tätig. Er baute dort eine auf die Rechtsberatung der deutsch-italienischen Wirtschftsbeziehungen spezialisierte Abteilung auf, bevor er erneut bei Freshfields/Deringer eintrat. Freshfields, die in strategischer Allianz mit Deringer stehen, gilt als eine der führenden internationalen Sozietäten im italienischen Markt. In Verbindung mir Deringer sollen deutsche Unternehmen beraten werden, die in Italien investieren wollen.

Wie in JuVe Rechtsmarkt 6/99 berichtet, hat sich Beiten Burkhardt Mittl & Wegener rückwirkend zum 1. Januar mit drei anderen kontinentaleuropäischen Kanzleien zusammengeschlossen. Kennzeichen des Verbundes wird das Kürzel BBLP sein, das die Partnerkanzleien jeweils ihrem Namen voranstellen. Die neue Allianz ist mit mehr als 420 Anwälten und Steuerberatern in weltweit 27 Büros in 14 Ländern vertreten. Ziel der Alllianz ist eine Vollfusion innerhalb von drei Jahren, ohne daß dabei eine der beteiligten Sozietäten dominant wird.

Am Wochenende des 9. und 10. Juli wurden die ersten Schritte zur Bildung der weltweit wohl größten Anwaltssozietät und zugleich zur ersten deutsch-amerikanischen Fusion großen Stils getan. Die Partner von Clifford Chance und der US-Sozietät Rogers & Wells stimmten einer Fusion ihrer Kanzleien zu und billigten außerdem im Grundsatz bereits die Aufnahme von Pünder, Volhard, Weber & Axster. Dem Vernehmen nach erzielten beide Abstimmungsvorlagen bei den Clifford Chance-Partnern eine Zustimmungsrate von über 90%. Pünder wird ihrerseits voraussichtlich Anfang September über das Zusammengehen entscheiden. Das Gerücht einer Fusion nicht nur zwischen Clifford Chance und Rogers & Wells, sondern außerdem auch mit Pünder war bereits seit einigen Wochen Frankfurter Gesprächsthema gewesen. Dennoch sorgte die erste offizielle Meldung durch Financial Times im Anwaltsmarkt für einige Überraschung. Pünder und Clifford Chance waren schon seit dem Frühjahr in Verhandlungen, die dann im Mai wesentlich intensiviert wurden, nachdem Gespräche von Cliffard Chance mit anderen Kanzleien abgebrochen worden waren. Dazu Peter Nägele, einer der Managing Partner von Pünder. „Wir sind später als Rogers & Wells in den Prozeß hineingekommen, aber der ‚Business Case' war gegeben. Unsere Ziele waren mit der Pünder Group nicht zu verwirklichen, und die Globalisierung wird nicht auf uns warten.“ Im Anschluß an die Fusionsabstimmung bei Pünder wird es auch bei Clifford Chance ein erneutes Votum geben, diesmal über das konkrete Verhandlungsergebnis. „Wie bei jeder Fusion müssen eine Menge von Details geregelt werden“, erläutert Nägele. „Wir arbeiten an einen Plan, der das gewaltige Potential dieses Zusammenschlusses hebt.“ Erst vor kurzem harte das Frankfurter Büro der Sozietät feierlich sein 50-jähriges Bestehen begangen. Den erwarteten Vorwurf, Pünder werde von der riesigen internationalen Sozietät geschluckt, wehrt Nägele gelassen ab: „Für uns geht es darum, unsere Kompetenz in eine größere Einheit einzubringen, und in einer wirklich globalen Sozietät spielt die Frage der nationalen Herkunft keine Rolle.“ Zur sensiblen Namensfrage verlautete aus Clifford Chance-Kreisen, die neue Einheit werde wohl in Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern als Clifford Chance Pünder firmieren, in den USA als Clifford Chance Roger Wells. Das zugrundeliegende Konzept wird als „Managed Brand Equity Transfer“ beschrieben. Die Entscheidung zur Fusion stellt, wie auch Heymann einräumt, für Clifford Chance einen Strategie Wechsel dar. Nachdem die 1991 mit Gleiss Lutz Hootz Hirsch eingegangene Verbindung zur Gründung eines gemeinsamen Frankfurter Büros gescheitert war, hatte man zunächst auf organisches bzw. Wachstum durch Quereinsteiger gesetzt. Auch ein Managing Partner einer anderen europaweit vertretenen Kanzlei zeigte sich erstaunt über den jüngsten Schritt. Er ist der Ansicht, Clifford Chance habe in Deutschland bereits eine so starke Praxis etabliert, daß sie der Fusion mit einer großen deutschen Kanzlei nicht mehr bedürfe. Dazu Thomas Heymann im Frankfurter Büro von Clifford Chance: „Wir sind in Deutschland erfolgreich, aber konzentriert auf einzelne Gebiete. Wenn wir global führend sein wollen, müssen wir alle Bereiche in starker Besetzung anbieten können.“ Das durch organisches Wachstum zu erreichen, so Heymann, „wäre ein langer schmerzhafter Prozeß geworden, während dem wir viele Möglichkeiten im Markt nicht hätten wahrnehmen können.“ Auch den Zeitpunkt der Fusion hält Heymann für richtig gewählt: „Um einen echten ,blend' mit einer deutschen Kanzlei zu schaffen, mußten wir erst eine eigene starke Basis aufbauen.“ Die fusionierte Einheit wird vermutlich eine Partnerschaft US-amerikanischen Rechts werden und das Lockstep System nach Clifford Chance-Vorbild übernehmen. „Mit Rogers & Wells gibt es zu diesen Punkten bereits einen ausführlichen Prospektus“, kommentiert Heymann. Mit Pünder sei die Klärung der Details noch nicht so weit fortgeschritten. „Geplant ist. bereits ab dem l.l.2000 als eine - auch finanziell - voll integrierte Partnerschaft zu operieren“, betont Heymann gleichwohl, räumt aber ein, daß es eine Übergangsperiode geben wird, in der die Fusionspartner ihre Vergütungssysteme angleichen müssen. Eine weitere Aufgabe wird darin bestehen, nicht nur Kulturen aus zwei Jurisdiktionen zusammenzuführen sondern den Anwälten aller Büros der neuen Einheit ständige Weiterbildung in juristischer, sprachlicher und kultureller Hinsicht zu bieten. „Wir wollen viel Zeit und Geld investieren, eine eigene interne Akademie aufzubauen. Das ist unser erstes gemeinsames Projekt“, verkündet Heymann. „Sowohl Pünder als auch Clifford Chance wird sich fundamental ändern müssen, um die Chancen, die wir am Markt haben, auch optimal nutzen zu können.“

Die Mitgliederversammlung des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hat am12. Mai im Rahmen des Anwaltstages in Bonn drei Rechtsanwältinnen in den 28-köpfigen Vorstand gewählt. Heide Krönert-Stolting, die schon bisher dem Vorstand angehörte, erhält jetzt von den Kolleginnen Gerlinde Fischedick aus Celle, Rita Schulz-Hillenbrand aus Würzburg und Doris Kretz aus Leipzig Unterstützung. Damit ist der Frauenanteil im DAV-Vorstand um 300 % angehoben worden.

Am 18. Mai 1999 referierte Dr. Wilhelm Haarmann (Haarmann, Hemmelrath & Partner) im Schloß der Universität Münster vor 200 überwiegend studentischen Zuhörern zum Thema „Anforderungen der Praxis an die juristische Ausbildung“. Eingeladen zu diesem Festvortrag hatte Prof. Dr. Klaus Peter Berger, Leiter des 1998 gegründeten Center forTransnational Law (CENTRAL) an der Universität im Rahmen des Jahrestreffens.

Aus dem diesjährigen Wettbewerb des "Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot Court" gingen zwei Teams von deutschen Universitäten erfolgreich hervor. Bei der Ausschreibung galt es, einen Fall aus der internationalen Wirtschaftsschiedsgerichtsbarkeit mit dem Entwurf geeigneter Kläger- und Beklagtenschriftsätze und Plädoyers aufzuarbeiten.

Kurz vor Redaktionsschluß meldete die US-amerikanische Kanzlei White & Case, daß sie in Frankfurt ein Büro mit vier Anwälten eröffnen wird, zu denen die Anwälte Dr. Erich Michel und Oliver Kessler gehören, die beide von Wessing & Berenberg-Gossler kommen. Michel wird die M&A- und Private-Equity-Praxis leiten, während Kessler weiterhin an vier IPOs auf dem Neuen Markt (darunter Telepassport) arbeiten wird.

Anzeige

Stellenmarkt zur Übersicht

Volljurist:in/Referent:in für die Abteilung Prozessführung/Litigation

Volljurist:in / Referent:in (m/w/d) für die Abteilung Prozessführung / Litigation, Wiesbaden

Volljurist Energierecht / Vollzeit / Köln

rhenag Rheinische Energie AG, 50968 Köln