Markt und Management

Karlsruhe

Das Bundesverfassungsgericht hat den Versuch von Schultze & Braun abgewehrt, sich als GmbH für Insolvenzverfahren bestellen zu lassen. Die Berufsfreiheit der Beschwerdeführerin sei durch die Nichtbestellung zwar beeinträchtigt, dies sei jedoch verfassungsrechtlich gerechtfertigt, so die Karlsruher Richter in einem heute veröffentlichten Beschluss. Insbesondere die gerichtliche Aufsicht über den Verwalter sei bei einer natürlichen Person besser gewährleistet und die Haftung nicht beschränkt.

Interdisziplinäre Gesellschaften

Anwalts- und Notarkammern haben massiven Widerstand gegen ein geplantes Gesetz angekündigt, das interdisziplinäre Gesellschaften zwischen freien Berufen und Gewerbetreibenden zulässt. Der Präsident des Österreichischen Rechtsanwaltskammertages (ÖRAK), Dr. Rupert Wolff, sagte: „Falls das kommt, könnten wir als Kammer verbieten, dass Mitglieder solche interdisziplinären Gesellschaften eingehen.“

Steiermark

Das Landesgericht für Zivilrechtssachen in Graz hat Dr. Alexander Isola aus der Kanzlei Graf & Pitkowitz zum Masseverwalter des Garnherstellers Borckenstein bestellt. Stellvertreter ist Stefan Weileder aus derselben Sozietät. In dem Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung wird ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent angestrebt.

München

Wenige Wochen, bevor White & Case in München ihre Pforten schließt, hat sich die Local-Partnerin Dr. Ines Fritz entschlossen, in eine andere Kanzlei zu wechseln. Seit Februar arbeitet die 39-jährige Corporate- und M&A-Spezialistin bei EY Law, dem Rechtsberatungsarm der WP-Gesellschaft Ernst & Young. Fritz stieg dort als Executive Director ein, einem Status zwischen Equity- und Salary-Partnerschaft.

Eigenverwaltung abgelehnt

Die Ereignisse beim Brennstoffhersteller German Pellets überschlagen sich: Heute Morgen hatte das Unternehmen aus Wismar beim Amtsgericht Schwerin einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Diesen lehnte das Gericht ab und bestellte die White & Case-Partnerin Dr. Bettina Schmudde zur vorläufigen Insolvenzverwalterin. Das bestätigte White & Case auf JUVE-Anfrage. Damit ist der Plan von German Pellets gescheitert, sich unter der Aufsicht eines Sachwalters zu sanieren. Angesichts der verschachtelten Konzernstruktur hatten Insolvenzspezialisten ohnehin bezweifelt, dass eine Insolvenz in Eigenverwaltung sinnvoll ist.

Hamburg

Das Hamburger Büro von Norton Rose Fulbright hat Zuwachs erhalten: Zum Februar holte die Kanzlei mit Dr. Tim Schaper einen weiteren Kartellrechtler hinzu. Der 38-Jährige kommt von Allen & Overy und steigt als of Counsel ein, was in anderen Kanzleien der Position eines Counsel entspricht. Er verstärkt das Kartellrechtsteam um Dr. Maxim Kleine, der Ende 2014 von Oppenhoff & Partner zu Norton Rose kam.

Top-Ten-Insolvenzen 2015

Eigentlich verlief das vergangene Jahr auffällig ruhig, was Insolvenzen betrifft – fast schon zu ruhig, wenn man Insolvenzverwalter fragt. Doch dann kam Zielpunkt. Die Insolvenz der Supermarktkette sorgte dafür, dass 2.700 Mitarbeiter ihren Job verloren und damit die Zahl der Mitarbeiter, die 2015 insgesamt von Unternehmenspleiten betroffen waren, auf 21.200 anstieg.

Steuerrecht und Insolvenz

Ende Januar hat sich der ‚Hamburger Kreis für Sanierungs- und Insolvenzsteuerrecht‘ gegründet. Die 18 Gründungsmitglieder möchten die Harmonisierung von Insolvenz- und Steuerrecht fördern. Den Vorstand bilden Dr. Günter Kahlert von Flick Gocke Schaumburg in Hamburg und Dr. Stefan Debus aus der Münchener Verwalterkanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen.

Schlüsselposition wieder besetzt

Dr. Thomas Laubert (43) leitet ab März die Rechtsabteilung des Daimler-Konzerns. Er folgt auf Renata Jungo Brüngger (54), die zum Jahresbeginn in den Vorstand des Autobauers aufgerückt war und dort seither an der Spitze des Ressort Integrität und Recht steht. Laubert arbeitete zu Beginn seiner Karriere zunächst drei Jahre als Rechtsanwalt für die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte, bevor er 2004 zu Daimler wechselte.

JUVE-Inhouse-Umfrage

34 Prozent der Rechtsabteilungen hierzulande wollen in diesem Jahr Berufsträger einstellen. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Dies ergab die aktuelle JUVE-Inhouse-Umfrage. Der Wachstumstrend ist dabei unabhängig von der Unternehmensgröße. Gleichzeitig wollen nur fünf Prozent der Befragten 2016 Personal abbauen, im Vorjahr waren es noch acht Prozent.

Im Gespräch

Im vergangenen September hat sich eine weitere chinesische Kanzlei aufgemacht, ein größeres internationales Netzwerk zu schaffen. Kejie mit Stammsitz in Peking gründete die aus unabhängigen Anwaltskanzleien bestehende Allianz Cathay Associates. Eines der Gründungsmitglieder stammt aus Wien: die auf Konfliktlösung fokussierte Kanzlei Oblin Melichar. Im Gespräch mit JUVE erklärt Namenspartner Dr. Klaus Oblin, was Cathay Associates vorhaben.