Spin-off bei Freshfields

Frankfurter Arbeitsrechtsteam gründet eigene Kanzlei

Große Umbrüche in der Arbeitsrechtspraxis von Freshfields Bruckhaus Deringer: Das komplette sechsköpfige Frankfurter Team um die Partner Dr. Ulrike Schweibert (45) und Dr. Jochen Leßmann (49) verlässt zum Mai die Kanzlei und macht sich selbstständig. Dafür werden Dr. René Döring (38) und Dr. Timon Grau (34) vom Kölner Standort nach Frankfurt wechseln.

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Ulrike Schweibert
Ulrike Schweibert

Die neue Einheit wird unter dem Namen Schweibert Leßmann & Partner firmieren. Mit den beiden Namenspartnern gehen auch die Principal Associates Dr. Rüdiger Hopfe (35) und Ulla Rupp (34), die in der neuen Sozietät ebenfalls zu gleichberechtigten Partnern werden. Die Associates Björn Glattfeld (34) und Tina von Riedesel (34, derzeit auf Secondment) werden ebenfalls zum Team von Schweibert Leßmann gehören. „Wir haben in den letzten Jahren bei Freshfields einen Trend hin zu großvolumigen und internationalen Mandaten festgestellt“, sagte Schweibert. „Doch gerade im arbeitsrechtlichen Standalone-Geschäft setzen große Unternehmen zunehmend auf Spin-offs. Genau dort möchten wir ansetzen, denn wir können die Qualität der Großkanzleiberatung mit einer attraktiven Preisstruktur und vor allem auch sehr partnerbezogener Beratung anbieten.“

Jochen Leßmann
Jochen Leßmann

Schweibert und Leßmann sind langjährige Arbeitsrechtspartner bei Freshfields beziehungsweise der Vorgängerkanzlei Bruckhaus. Schweibert begann dort 1995 ihre juristische Laufbahn, seit 1999 ist sie Partnerin. Schweibert gehört zu den bekannten Arbeitsrechtlerinnen in Deutschland. Leßmann startete seine Karriere 1993 im Berliner Büro von Bruckhaus Westrick Stegemann und wurde 1997 Partner. 2006 wechselte er ins Frankfurter Büro. Zuletzt war Leßmann vor allem in Transaktionen zu sehen. So gehörte er beispielsweise zu dem Team, das GSW beim Börsengang begleitete (mehr…) und beriet arbeitsrechtlich beim IPO von Norma (mehr…). Rupp und Hopfe waren seit 2006 beziehungsweise 2007 bei Freshfields.

Neue Aufstellung in Frankfurt

Freshfields stellt das Arbeitsrecht nach dem Weggang des Teams in Frankfurt neu auf: Der Kölner Partner Döring hat einen Schwerpunkt in der betrieblichen Altersvorsorge. Durch seinen Wechsel nach Frankfurt sollen die hierfür wichtigen Schnittstellen zu Banken und Versicherungen weiter ausgebaut werden. Principal Associate Grau gilt als einer der arbeitsrechtlichen Generalisten in der Kanzlei, hat aber zuletzt einen Schwerpunkt im Bereich Datenschutz und Compliance entwickelt. „Wir wollen auch in Frankfurt das allgemeine Arbeitsrecht durch die hochspezialisierte Beratung in rechtsgebietsübergreifenden Themen komplettieren. Das ist unsere klare Strategie, und das kommt auch den spezifischen Bedürfnissen des Frankfurter Marktes entgegen“, sagte Freshfields-Arbeitsrechtspartner und Praxisgruppenleiter Dr. Thomas Müller-Bonanni. „Und in diesem Rahmen werden wir den Standort auch kurzfristig weiter ausbauen.“ Die Weggänge in Köln sollen zunächst durch zwei Neueinstellungen auf Associate-Ebene ausgeglichen werden.

Einen Abgang erlebte die Arbeitsrechtspraxis von Freshfields zudem in Hamburg. Dort verließ die bisherige Principal Associate Dr. Andrea Kröpelin (35) die Kanzlei zum April in Richtung Happ Luther. Sie gehörte unter anderem zu dem Team, das den Insolvenzverwalter von Schlott beriet (mehr…) Kröpelin war bereits als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Referendarin bei Happ Luther tätig gewesen und der Kontakt war seitdem nicht abgebrochen. Damit sind bei Happ Luther im Arbeitsrecht drei Berufsträger tätig, davon ein Equity-Partner.

Bei Freshfields verbleiben im Arbeitsrecht sechs Partner und elf Associates. In der Vergangenheit hatte es wiederholt Spin-offs im Arbeitsrecht gegeben. In Frankfurt machte sich 2006 die Partnerin Caroline Bitsch mit der Kanzlei Justem selbstständig (mehr…). Ein Jahr später schloss sich die damalige Principal Associate Dr. Katrin Stamer in Hamburg mit Dr. Nicola Gragert zu Gragert Stamer zusammen (mehr…). Der letzte größere Arbeitsrechts-Spin-off war 2010 die Gründung der Hamburger Boutique Schramm Meyer Kuhnke (mehr…).

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