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26.04.2012

Milliarden-Angebot: Fresenius will Rhön-Klinikum mit Hengeler kaufen

Fresenius will durch ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot den Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum übernehmen. Der Kaufpreis für alle ausstehenden Rhön-Klinikum-Aktien beläuft sich auf rund 3,1 Milliarden Euro.

Rainer Krause

Rainer Krause

Der Bad Homburger Dax-Konzern bietet den Aktionären 22,50 Euro pro Aktie in bar an. Dies steht unter dem Vorbehalt einer Mindest-Annahmequote von 90 Prozent sowie der kartellrechtlichen Freigabe. Laut einer Mitteilung von Fresenius hat der Rhön-Gründer Eugen Münch angekündigt, das Angebot anzunehmen. Münch und seine Frau halten 12,45 Prozent der Anteile.

Finanziert werden soll die Übernahme durch einen syndizierten Kredit und eine Anleihe sowie über Eigenkapitalinstrumente in Höhe von bis zu einer Milliarde Euro. Zudem strebe die Else Kröner-Fresenius-Stiftung eine Beteiligung an den beabsichtigten Eigenkapitalmaßnahmen in Höhe eines hohen zweistelligen Millionenbetrags an, so Fresenius. Die Finanzierung sei abgesichert durch Zusagen der Deutschen Bank, J.P. Morgan, Société Générale, Credit Suisse und UniCredit.

Fresenius will die Rhön-Kliniken mit ihren eigenen Helios-Häusern zusammenführen. Gemeinsam würden die Krankenhausgruppen einen Umsatz von sechs Milliarden Euro erzielen. Zur Rhön-Klinikum AG gehören 53 Kliniken mit rund 16.000 Betten sowie 39 Medizinische Versorgungszentren. Helios verfügt über 75 Klinikstandorte.

Berater Fresenius
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Dr. Rainer Krause, Dr. Bernd Wirbel, Dr. Oliver Rieckers (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Ernst-Thomas Kraft (Steuern; Frankfurt), Prof. Dr. Wolfgang Spoerr, Dr. Katharina Wodarz (beide Healthcare; Berlin), Dr. Mathias Link (Steuern; Frankfurt); Associates: Mikolaj Pogorzelski, Dr. Matthias Cloppenburg, Dr. Benjamin Leyendecker-Langner, Dr. Thomas Meyer, Dr. Holger Kleinhenz
Noerr (Berlin): Prof. Dr. Karsten Metzlaff; Associates: Dr. Fabian Badtke, Hanno Schaper (alle Kartellrecht)
Freshfields Bruckhaus Deringer: Yorck Jetter (München), Mark Strauch (Frankfurt; alle Finanzierung) – aus dem Markt bekannt
Allen & Overy (New York): Elizabeth Leckie (Federführung); Associates: Yanmei Wei, Livia Talenti (alle Finance)
Inhouse (Bad Homburg): Nicht bekannt

Berater Banken
White & Case: Jake Mincemoyer (London), Leila Röder (München), Eric Berg (New York), Dr. Alexander Kiefner, Dr. Matthias Kiesewetter, Dr. Benedikt Gillessen (alle Frankfurt), Rob Mathews, Lee Cullinane (beide London); Associates: Emma Foster, Simon Ngu, Shanan Dunston, Jill Concannon, Wesley Budler, Kimberley Skipsey (alle London)

Berater Rhön-Klinikum
Taylor Wessing (Frankfurt): Christoph Vaupel, Dr. Lars-Gerrit Lüßmann (beide Federführung), Ulrich Reers (alle Kapitalmarktrecht), Dr. Christian Kleeberg (Corporate), Jörg Bausch, Dr. Sabine Bechtel (beide Arbeitsrecht), Claus Goedecke (Finance), Dr. Oliver Kirschner (Kapitalmarktrecht), Dr. Stephan Göthel (Corporate; beide Hamburg), Dr. Philipp von Hülsen (Kartellrecht; Düsseldorf), Dr. Andreas Wirth, Dr. Dirk Lorenz (beide Corporate), Dr. Oliver Rothley (Kapitalmarktrecht; alle München); Associates: Dr. Sebastian Beyer, Mario Hopp, Marie-Christine Schmitt (alle Kapitalmarktrecht), Susanne Lüddecke (Arbeitsrecht), Dr. Katharina Prasuhn, Xiaowen Ye (beide Kapitalmarktrecht; Hamburg), Dr. Adriane Gullo, Dr. Timo Fahrion (beide Corporate; München)
Latham & Watkins
(Hamburg): Dr. Henning Schneider (Federführung; M&A/Gesellschaftsrecht), Dr. Wilhelm Reinhard (Aktien- und Gesellschaftsrecht, Übernahmerecht; Frankfurt), Dr. Dirk Kocher (Aktien- und Gesellschaftsrecht, Übernahmerecht), Christoph Engeler (Healthcare); Associate: Dr. Andreas Loenner (Gesellschaftsrecht)

Hintergrund: Hengeler-Partner Krause hat Fresenius bereits beim Rechtsformwechsel in eine SE & Co. KGaA im vergangenen Jahr beraten (mehr…). In der Vergangenheit hatte der Bad Homburger Konzern bei ähnlichen Fragen schon verschiedene Spitzenkanzleien mandatiert. Bei der Umwandlung der Unternehmenstochter FMC in eine KGaA setzte er etwa auf Freshfields Bruckhaus Deringer (mehr…), die bei dem jetzigen Übernahmeangebot zur Finanzierung berät. Freshfields begleitete den Konzern zudem im März, als er eine Anleihe über 500 Millionen Euro platzierte.

Helios hatte beim Kauf der Damp-Kliniken Anfang 2011 ebenfalls die Kartellrechtler von Noerr hinzugezogen. Sie betreuten die Anmeldung der Transaktion bei der EU-Kommission, sonst waren bei der damaligen Transaktion keine externen Juristen beteiligt.

White & Case berät die Banken an der Seite von Fresenius schon lange. So begleitete die Münchner Partnerin Röder etwa auch die Begebung einer Highyield-Anleihe 2009 (mehr…).

Der Rhön-Klinikum-Vorstand mandatierte dem Vernehmen nach den Taylor Wessing-Partner Vaupel, der das Unternehmen noch aus seiner Zeit bei Linklaters kennt: 2009 begleitete er das Unternehmen bei einer Kapitalerhöhung (mehr…). Im vergangenen Jahr wechselte Vaupel dann zu Taylor Wessing (mehr…). Als sich Rhön-Klinikum kürzlich für 300 Millionen Euro an den Wiesbadener Dr. Horst Schmidt Kliniken beteiligte, vertraute der M-Dax-Konzern auf seine langjährige enge Beraterin Seufert aus München (mehr…).

Für den Aufsichtsrat der Rhön-Kliniken wird dagegen Latham aktiv. Der Hamburger Partner Schneider ist besonders bekannt für Transaktionen im Helathcare-Bereich. (Christine Albert)

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