Verfahren

  Juve Plus Juwi-Prozess

Das Landgericht Meiningen hat den Gründer des Windparkbauers Juwi, Matthias Willenbacher, von den Korruptionsvorwürfen freigesprochen. Die Richter sahen es nicht als erwiesen an, dass Willenbacher dem früheren Thüringer Innenminister Christian Köckert einen Vorteil gewährt habe. Köckert ist allerdings rechtskräftig wegen Vorteilsnahme schuldig gesprochen, was zu einer rechtlich ungewöhnlichen Situation führt. Die Staatsanwaltschaft kündigte bereits an, Revision gegen Willenbachers Freispruch einzulegen.

  Juve Plus Erster Streich

Für die Republik Montenegro ist das erste ICSID-Verfahren glimpflich ausgegangen: Sie muss die niederländischen Unternehmen Montenegro Specialty Steels (MNSS BV) und Recupero Credito Acciaio nicht für entgangene Gewinne entschädigen. Diese hatte den Mittelmeer-Staat vor dem Investitionsschiedsgericht der Weltbank in Washington dem Vernehmen nach auf mehrere hundert Millionen Euro verklagt (ARB(AF)/12/8).

  Juve Plus Zu riskant

Das Bundesverfassungsgericht hat eine Auslieferungsentscheidung des OLG Frankfurt aufgehoben und zur erneuten Entscheidung an das Gericht zurückverwiesen. Die Verfassungsrichter sahen in den Vereinigten Staaten den sogenannten Grundsatz der Spezialität nicht gewahrt. Es sei zu befürchten, dass der Auszuweisende – entgegen diesem international anerkannten Grundsatz – in den USA nicht nur für die Taten verurteilt wird, wegen derer er ausgeliefert wurde.

  Juve Plus Investitionsschutz

Der Europäische Gerichtshof wird demnächst die Frage klären müssen, ob Schiedsklauseln in einem bilateralen Investitionsschutzabkommen von EU-Recht gedeckt sind. Der Bundesgerichtshof hat in einer Auseinandersetzung zwischen der Slowakischen Republik und einer niederländischen Krankenversicherung diese Frage dem EuGH vorgelegt.

  Juve Plus Schockbilder erlaubt

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat mehrere Klagen abgewiesen, die von Zigarettenkonzernen und Staaten gegen die EU-Tabakrichtlinie erhoben wurden. Auflagen an die Zigarettenhersteller, die sich aus den Zielen der Richtlinie ergeben – Gesundheitsschutz und die Angleichung nationaler Tabak-Regelungen – seien rechtens.

  Juve Plus BGH-Anwälte

Prof. Dr. Volker Römermann scheiterte gestern vor dem Anwaltssenat des Bundesgerichtshofes mit einer Klage gegen das Wahlverfahren für BGH-Anwälte von 2013. Der bekannte Berufsrechtler hatte zuvor versucht, vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe gegen seinen Ablehnungsbescheid zu klagen. Der viel beachtete Streit ist eine Abrechnung mit dem Wahlverfahren.

  Juve Plus Stuttgarter Vergabestreit

Das Land Baden-Württemberg hat sich bei der Vergabe des Stuttgarter Netzes an Abellio und Go-Ahead korrekt verhalten. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe entschieden. Die Deutsche Bahn hatte gegen die Entscheidung des Landes geklagt, weil ihre Tochter DB Regio von der Vergabe des Milliardenprojektes wegen eines Formfehlers ausgeschlossen worden war.

  Juve Plus Steuerbetrug

Der britische Geschäftsmann G. ist vor dem Landgericht Frankfurt zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte durch Umsatzsteuerbetrug beim Handel mit Umweltzertifikaten einen Schaden von 40 bis 45 Millionen Euro verursacht. Das Gerichtsurteil fiel nur eine Woche nach Prozessbeginn. G. hatte ein umfassendes Geständnis abgelegt.

  Juve Plus Auslieferung wegen Kartellvergehens

Durfte Deutschland den italienischen Manager Romano Pisciotti in die USA ausliefern, wo ihn eine Haftstrafe wegen eines Kartellvergehens erwartete? Mehrere Gerichte hatten das bejaht – im April 2014 setzten die Deutschen ihn in ein Flugzeug nach Amerika. Seit Anfang April beschäftigt der Fall den Europäischen Gerichtshof. Pisciotti hat eine Staatshaftungsklage gegen die Bundesrepublik erhoben.

  Juve Plus Luxleaks-Prozess

Der Luxleaks-Prozess heizt die Diskussion um den juristischen Umgang mit Whistleblowern an. Vor dem Obersten Gerichtshof in Luxemburg müssen sich zwei ehemalige Mitarbeiter der Wirtschaftsberatung PricewaterhouseCoopers und ein Journalist wegen Geheimnisverrats verantworten. Sie hatten 28.000 Seiten Dokumente über Steuertricks mit luxemburgischen Behörden öffentlich gemacht und damit einen europaweiten Skandal ausgelöst.

  Juve Plus Verlage verlieren

Die Verwertungsgesellschaft VG Wort darf keine Einnahmen an Verlage ausschütten. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden. Die bislang gängige Praxis, die Verlage pauschal zur Hälfte an allen Einnahmen zu beteiligen, ist damit hinfällig. Das sei nicht vom Urheberrechtsgesetz gedeckt, urteilte der BGH. Geklagt hatte ein wissenschaftlicher Autor. Die Verlage müssen nun mit empfindlichen finanziellen Einbußen rechnen.