Verfahren

  Juve Plus ‚Goldfinger‘-Prozess

Das Ende des ‚Goldfinger‘-Prozesses vor dem Landgericht Augsburg kommt zwar wenig überraschend, ist aber dennoch bemerkenswert: Am Montag wurde bekannt, dass das Verfahren gegen die beiden Rechtsanwälte und Steuerberater der inzwischen aufgelösten Kanzlei AFR wegen Geringfügigkeit eingestellt wird.

  Juve Plus Neue Klagen nach Monsanto-Deal

Die Querelen um die Monsanto-Übernahme lassen Bayer nicht zur Ruhe kommen. Der große Vergleich, mit dem der Konzern im Sommer die meisten Glyphosat-Klagen in den USA loswerden wollte, ist immer noch nicht in trockenen Tüchern – da gibt es auch in Deutschland neue Klagen: 37 Millionen Euro Schadensersatz fordert ein US-Investmentfonds vor dem Landgericht Köln, auch ein britischer Investor klagt dort. Der Vorwurf: Bayer habe Prozessrisiken im Zusammenhang mit dem Monsanto-Deal verschwiegen und damit kapitalmarktrechtliche Ad-hoc-Pflichten verletzt.

  Juve Plus Diesel, Cum-Ex, Wirecard

Für Prozesspraxen war 2020 mehr noch als für alle anderen ein Ausnahmejahr: Krisen bringen Konflikte – und damit Arbeit für Litigation-Anwälte. Allerdings dürften eher die langfristigen wirtschaftlichen Verwerfungen zu großen Verfahren führen, als akute, pandemiebezogene Streitigkeiten. Insgesamt dominierten im vergangenen Jahr Themen, die nichts mit Corona zu tun haben.

  Juve Plus Streit um Gremien-Entlastung

Die Deutsche Bank hat im Streit um die Entlastung ihrer Chefs einen Erfolg zu verbuchen: Das Oberlandesgericht Frankfurt hat Klagen von Aktionären gegen die Hauptversammlung der Bank für das Geschäftsjahr 2018 abgewiesen.

  Juve Plus Neuartige Sammelklage

Es ist die erste Klage der US-Kanzlei Lieff Cabraser Heimann & Bernstein in Deutschland, und sie könnte Schwung bringen in die Debatte, wie Geschädigte des Lkw-Kartells am besten Ansprüche geltend machen. Vor dem Landgericht München I klagt der US-Investmentfonds Transatlantis auf 62 Millionen Euro Schadensersatz. Die in dieser Klage gebündelten Ansprüche von mehr als 450 Unternehmen hat sich der Fonds nicht abtreten lassen – sondern er hat sie gekauft.

  Juve Plus Quergeschossen

Beim Bundesverfassungsgericht sind erneut Beschwerden gegen die deutschen UPC-Gesetze eingegangen. Wer die Kläger sind, ist derzeit noch unklar, ebenso ob die deutsche UPC-Ratifizierung nun wieder gestoppt werden muss. Deutschland muss als letztes Land dem Vertrag über ein einheitliches, europäisches Patentgericht zustimmen, damit das neue Gericht an den Start kann.

  Juve Plus Taktische Turbulenzen

Für die meisten ist die Air Berlin-Pleite von 2017 längst abgehakt. Für die Gerichte aber gilt das noch lange nicht. In mehreren Prozessen geht es um Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe – zuvor aber um die Frage, ob Gerichte in London oder Berlin zuständig sind. Zwei aktuelle Urteile sagen: London. Damit könnte die Prozesstaktik von Etihad aufgegangen sein.

  Juve Plus Triumphe und Treffer in die Magengrube

Zwei Grundsatzurteile markieren das Ende eines Jahres, in dem die Dieselaffäre ihren Höhepunkt erreicht – und Rechtsgeschichte geschrieben hat wie wohl kein Fall jemals zuvor. Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass Software zur Schönung von Abgaswerten bei Zulassungstests illegal ist. Schlecht für VW. Der Bundesgerichtshof hat am selben Tag entschieden, dass Dieselkunden, die erst 2019 oder 2020 klagten, wohl leer ausgehen. Gut für VW.

  Juve Plus Postbank-Übernahme

Im Streit um die Postbank-Übernahme hat das Kölner Oberlandesgericht Klagen gegen die Deutsche Bank abgewiesen. In dem 2011 begonnenen Gerichtsstreit warfen ehemalige Postbank-Aktionäre dem Geldhaus vor, schon 2008 das Sagen gehabt zu haben bei der Postbank – dann hätte die Deutsche Bank ihnen ein relativ hohes Kaufangebot für ihre Anteilsscheine machen müssen.

  Juve Plus Grundsatzstreit um Nachtzuschläge

Mehr als 5.000 Klagen zur Nachtarbeit sind aktuell anhängig. Über vier von ihnen hat nun das Bundesarbeitsgericht entschieden: Die Zahlung niedrigerer Nachtarbeitszuschläge bei Schichtarbeit ist demnach nicht rechtens. Geklagt hatte ein Brauerei-Angestellter, der den vollen Zuschlag verlangte. Zwei ähnlich gelagerte Fälle legen die Richter dem Europäischen Gerichtshof vor – und stellen damit die Freiheit der Tarifvertragsparteien infrage.

  Juve Plus Peilsender-Affäre bei EWE

Vor fast zwei Jahre haben sich Nikolaus Behr, Ex-Vorstand des Oldenburger Energieversorgers EWE, und Hogan Lovells auf einen Vergleich in der Peilsender-Affäre geeinigt. Nun holt der Fall die Kanzlei noch einmal ein. Vor dem Landgericht Oldenburg streiten Behr und EWE um Vergütungen, die Behr entgangen sind, weil er im Zuge der Affäre einen Aufhebungsvertrag unterzeichnet hatte. Wie das Verfahren ausgeht, könnte maßgeblich davon abhängen, wie Hogan Lovells und White & Case im Jahr 2016 ihre damalige Mandantin EWE beraten haben.