Die Transaktion umfasst sämtliche Vermögenswerte der deutschen Gesellschaften in Bad Urach und Pirna sowie die Anteile an den ausländischen Tochtergesellschaften in Mexiko, der Slowakei, Tschechien und den USA. Rund 3.200 Arbeitsplätze weltweit bleiben erhalten. Vor der Insolvenz beschäftigte der Innenraumspezialist noch etwa 5.000 Mitarbeiter.
Im Zuge der Sanierung kam es zu einem deutlichen Personalabbau. Zu Beginn des Verfahrens arbeiteten in Deutschland noch rund 1.000 Angestellte für Eissmann. In der Folge wurde das Werk im thüringischen Gera geschlossen, weitere Stellen fielen insbesondere in der Verwaltung weg. Am Stammsitz in Bad Urach verbleiben 140 Arbeitsplätze, in Pirna sind es 300.
Die neuen Eigentümer sehen im Markt für Fahrzeuginnenräume große Wachstumschancen. Der Anteil direkt an Fahrzeughersteller (OEM) gelieferter Komponenten soll von aktuell 55 auf 80 Prozent gesteigert werden. Zudem plant Eissmann, neue Marktsegmente zu erschließen.
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von 320 Millionen Euro. In drei Jahren soll dieser wieder auf das Vorkrisenniveau von 400 bis 450 Millionen Euro steigen. Auch bei Profitabilität und Stabilität erwartet das Management eine Erholung innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre.
Die Berater im Überblick
Berater Axent Capital Partners
Lindenpartners (Berlin): Dr. Frank Eggers (Federführung), Dr. Tobias de Raet (beide Corporate/M&A), Thomas Wisniewski (Steuerrecht), Dr. Bodo von Wolff (Arbeitsrecht), Michael Kohl (Bank- und Finanzrecht); Associates: Dr. Noah Neitzel (Corporate/M&A), Georg Schäfer (Steuerrecht), Nico-Santino Schubart (Bank- und Finanzrecht)
Insolvenzverwaltung Eissmann Automotive
Görg (Stuttgart): Dr. Holger Leichtle (Insolvenzverwalter), Dr. Daniel Schmitz (Köln); Associates: Lucas Bendel, Madeleine Ringendahl (Friedrichshafen; alle Insolvenzrecht/Restrukturierung)
Berater Eissmann Automotive
Inhouse Recht (Bad Urach): Dr. Frank Straile (Vice President Corporate Legal)
Norton Rose Fulbright (Frankfurt): Dr. Sylwia Bea-Pulverich (Insolvenzrecht/Restrukturierung; Federführung), Karsten Kühnle, Anne Fischer, Hong Sun (Schanghai; alle Corporate/M&A), Dr. Simon Weppner (Steuerrecht; beide Düsseldorf), Dr. Bernhard Fiedler, Dante Trevedan (Mexico City; alle Bank- und Finanzrecht), Dr. Tim Schaper (Kartellrecht; Hamburg), Dr. Holger Wolf, Dr. Maren Stölting (beide Immobilienrecht), Claudia Posluschny (Arbeitsrecht; beide München), Dr. Britta Jilge (Immobilienrecht; München), Daniel Arends (Insolvenzrecht/Restrukturierung), Karsten Alex (Corporate/M&A; beide Hamburg), Thorben Schläfer (Konfliktlösung); Associates: Anna-Maria Baorda, Lorenz Scholtis (beide Insolvenzrecht/Restrukturierung), Felix Reiner, Malte Meyer (Hamburg), David Hagen (Dallas), Shibin Zhao (Schanghai; alle Corporate/M&A), Sarah Heufelder (München), Philipp Fricke (beide Steuerrecht), Marvin Nimoh (Hamburg), Javier Vazquez Mora (Mexico City; beide Bank- und Finanzrecht)
Wolf Theiss (Bratislava): Bruno Stefanik (Bank- und Finanzrecht; Federführung) – aus dem Markt bekannt
Hintergrund: Für die Käuferin Axent Capital Partners trat Lindenpartners aus Berlin auf, mit dem Lead-Partner Eggers. Sie kam auf Empfehlung in das Mandat. Die Einheit fokussiert sich zunehmend auf Distressed Deals. Marktbekannt war etwa die Beratung des Berliner Projektentwicklers Capella bei der Übernahme von operativen Aktivitäten sowie des Wohnungsbau-Projektportfolios der insolventen Helma-Gesellschaften im September 2024. Verwalter bei dem Unternehmen aus Lehrte bei Hannover war Manuel Sack von Brinkmann & Partner.
Hinter dem 2025 neu gegründeten Beteiligungshaus Axent mit Sitz in Zug (Schweiz) stehen Dr. Sebastian Knappe und der langjährig als M&A-Berater tätige Tobias Hundertmark. Beide führen künftig die Geschäfte von Eissmann. Knappe hat als Interimsmanager der Wiesbadener Spezialisten von Acta Management in Unternehmen regelmäßig mit Verwaltern von Pluta zusammengearbeitet, etwa 2023 beim Autozulieferer Allgaier mit Fritz Zanker.
Norton Rose bereits vorinsolvenzlich im Mandat
Die Restrukturierungspraxis von Norton Rose unter Bea-Pulverich war soweit bekannt bereits vorinsolvenzlich aufseiten von Eissmann tätig. Bei der Begleitung des Verkaufs hatte die Federführerin nun ein großes, auch international besetztes Team an ihrer Seite. Bea-Pulverich leitet zusammen mit dem Londoner James Stonebridge die Restrukturierungspraxis der Kanzlei im EMEA-Raum.
An der Seite des Verwalters Leichtle agierte dem Vernehmen nach der Kölner Görg-Partner Schmitz als Bindeglied zum Team von Pulverich. Sein Thema waren Kaufverträge und allgemeine rechtliche Fragen.
Inhouse lag die Verantwortung seitens Eissmann bei Dr. Frank Straile, der seit April 2021 in Diensten des Zulieferers steht. Er wechselte seinerzeit aus dem Dekra-Konzern zu dem Unternehmen.
Ergänzend berieten Berater der Kanzlei Wolf Theiss zu Aspekten der osteuropäischen Jurisdiktionen. Aus dem Markt bekannt ist in diesem Zusammenhang die Beteiligung des slowakischen Partners Stefanik.