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Luther begleitet den Kanton Bern durch das Beschaffungsverfahren für die erste Öffentlich-Private-Partnerschaft in der Schweiz Schokolade, Kräuterbonbons, Käse – das exportiert die Schweiz nach Deutschland. Und umgekehrt? In den vergangenen Monaten transferierten deutsche Berater Spezialwissen zu Öffentlich-Privaten Partnerschaften (ÖPP) in das kleine Nachbarland. Die hiesige ÖPP-Szene tummelte sich in Bern, um gemeinsam mit Schweizer Kanzleien dem Alpenland zu seinem ersten ÖPP-Projekt zu verhelfen. Ihre Mission ist erfüllt. Im Auftrag des Kantons Bern wird ab dem Sommer dieses Jahres die Zeughaus PPP AG, ein Gemeinschaftsprojekt des Schweizer Bauunternehmens Marti und des Stuttgarter Wettbewerbers Royal BAM Deutschland ein Behörden- und Justizzentrum in der Kleinstadt Burgdorf errichten. Dort entstehen ein Regionalgefängnis mit 110 Plätzen, ein Verwaltungszentrum und ein Werkhof. Mit im Rennen um den Prestigeauftrag war noch bis zum Ende ein deutsch-schweizerisches Konsortium aus den Baukonzernen Bilfinger Berger und der Züricher Karl Steiner AG. Stattdessen wird nun die siegreiche Zeughaus PPP das Projekt planen, bauen, über 25 Jahre betreiben und instandhalten. Im Gegenzug bezahlt der Kanton Bern dem Unternehmen jährlich 18,15 Millionen Schweizer Franken und bleibt Eigentümer der Grundstücke und Gebäude. Finanziert wird das gut 300 Millionen Euro schwere Vorhaben mit einer Projektfinanzierung, die dem privaten Partner von einem Bankenkonsortium unter der Führung von UBS und NIBC Bank bereit gestellt wird. Wäre es ein deutsches Projekt, es wäre fast schon Alltagsgeschäft für die Juristen. Doch in der Schweiz betrat das Team um die Luther-Partnerin Dr. Bernhardine Kleinhenz Neuland. Mit Pilotprojekten im Ausland kennen sich die Luther-Anwälte, die zu den erfahrenen Beratern im ÖPP-Markt zählen, allerdings aus. Sie können beispielsweise ein Partikeltherapiezentrum vorweisen, das auf der deutsch-belgischen Grenze zwischen Aachen und Maastricht entstehen und rund 350 Millionen Euro teuer werden soll. Auch ein Schulprojekt in Luxemburg mit über 100 Millionen Euro Investitionsvolumen haben Luther-Anwälte juristisch mit entwickelt. In Bern setzten sie sich nun gemeinsam mit Schweizer Anwälten von Ernst & Young Legal Services und wirtschaftlich-technischen Beratern E&Y aus Deutschland im Pitch durch und gewannen das Mandat. Vor allem die kleinen, aber feinen Unterschieden in der Schweiz forderten sie dabei. Zwar ist das sogenannte Obligationenrecht dem deutschen BGB sehr ähnlich. Doch das Beschaffungsrecht der Alpenrepublik unterscheidet sich stark von dem deutschen Vergaberecht. Kleinhenz entwickelte mit ihrem Team deshalb ein völlig neues Beschaffungsverfahren für das Projekt, mit dem die öffentliche Hand die Stimmung für ÖPP in der Schweiz verbessern will. Besonders genau nahm die Schweizer Verwaltung dabei das Prinzip des Geheimwettbewerbs. Das dreistufige Bieterverfahren - durch das sie die Zahl der Interessenten von fünf zunächst auf drei und dann auf zwei reduzierte – gestaltete sie völlig anonymisiert. Ein Gremium aus Vertretern des Kantons und diversen Fachleuten wie etwa Stadtplanern wählte die Entwürfe aus, ohne die Namen der Bieterkonsortien zu kennen. Erst zum Ende der Verhandlungen erfuhren die Jury-Mitglieder, wie die Unternehmen heißen, denen sie die Verantwortung für das erste ÖPP des Landes anvertrauen. Für die Kommunikation zwischen Bieter und Auswahlgremium wurde ein Notar zwischengeschaltet. So viel Geheimhaltung stieß bei den deutschen Anwälten auf geteilte Meinungen: Es habe die Verhandlungen erschwert, sagen die einen, weil es schwieriger gewesen sei, auf die Befindlichkeiten des Gegenübers direkt zu reagieren. Die Jury habe sich völlig ohne Ansehen der beteiligten Unternehmen auf die Entwürfe konzentrieren und vorurteilsfrei urteilen können, meinen andere. Für Norton-Rose-Partner Dirk Trautmann war das Mandat für die Zeughaus PPP jedenfalls ein doppelter Erfolg. Er vertrat mit dem Gemeinschaftsunternehmen von Royal BAM und Marti nicht nur das erfolgreiche Konsortium. Ihm gelang auch ein strategisch wichtiger Schritt für die Ausrichtung seiner Praxis. Denn bislang ist Norton Rose hierzulande in der ÖPP-Szene vor allem für die Beratung des Bundes bei den sogenannten A-Modellen zum Ausbau von Autobahnteilstücken bekannt, und Trautmann gilt darüber hinaus als etablierter Berater von Banken bei ÖPP-Projekten und bei Projektfinanzierungen. Mit der Premierenarbeit für Royal BAM gelang auch der Schritt zum Berater der Sponsorenseite, die wesentlich enger in das Bieterverfahren eingebunden ist als die Banken, die üblicherweise erst spät hinzustoßen. In den Fragen zum Schweizer Recht arbeitete das Norton Rose-Team dabei mit der Züricher Kanzlei Pestalozzi zusammen, beide Sozietäten kennen sich schon aus früheren gemeinsamen Mandaten etwa zur Flugzeugfinanzierung. Dass sich so viele etablierte ÖPP-Spezialisten aus Deutschland ausgerechnet in der Schweiz tummeln, hat gute Gründe: Hierzulande ist die Stimmung für öffentlich-private Gemeinschaftsprojekte seit Längerem eher mau, der Blick über die Grenze also naheliegend, will man neues Geschäft gewinnen. Sollte das Projekt in Burgdorf ein Erfolg werden, könnten schnell weitere folgen.(ah)

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Die beiden Medienunternehmen BBC Worldwide und All3Media Deutschland haben die Produktionsfirma Tower Productions gegründet. Das neue Unternehmen, das seinen Sitz in Hürth bei Köln haben wird, soll für den deutschsprachigen Markt TV-Formate von BBC Worldwide verwerten und eigene Formate entwickeln. An dem Joint Venture wird All3Media 51 Prozent, BBC Worldwide 49 Prozent halten.

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Der börsennotierte Pumpenhersteller Pfeiffer Vacuum Technology hat zum Januar den Göttinger Wettbewerber Trinos Vakuum-Systeme erworben. Mit dem Kauf erweitert das im hessischen Asslar ansässige Unternehmen seine Produktpalette um Vakuumbauteile, -kammern und -systeme, den Erwerb finanzierte Pfeiffer Vacuum aus Barmitteln. Trinos wurde 1997 gegründet und erzielte mit seinen rund 140 Mitarbeitern 2008 etwa 18 Millionen Euro Umsatz. Die beiden bisherigen Eigentümer bleiben als Geschäftsführer weiterhin im Unternehmen. Pfeiffer Vacuum setzte im ersten Halbjahr 2009 mit 729 Mitarbeitern rund 98,6 Millionen Euro um.

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Der Münchner Nutzfahrzeugkonzern MAN hat seine Beteiligung am LKW-Vermieter Euro-Leasing auf eine Mehrheit von 50,1 Prozent erhöht. Vor rund zwei Jahren war der Dax-Konzern zunächst mit einem Anteil von 25,1 Prozent eingestiegen - damals wie heute über eine Kapitalerhöhung. Branchenkreise schätzen die Investition auf einen niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag. Die restlichen Anteile an Euro-Leasing liegen in privaten Händen. Das niedersächsische Vermietungsunternehmen verfügt über eine Flotte von rund 2.600 Kraftfahrzeugen sowie 8.000 Anhängern und Aufliegern. Im Geschäftsjahr 2008 kam Euro Leasing mit rund 100 Mitarbeitern auf einen Umsatz von 170 Millionen Euro.

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Die Privatbank Sal. Oppenheim hat ihr gesamtes Retail-Derivate- und Zertifikatsgeschäft an die australische Investmentbank Macquarie verkauft. Der Deal ist ein wichtiger Schritt für die Australier, die sich damit Zutritt zum europäischen Derivatemarkt verschaffen. Das Closing ist für Anfang des zweiten Halbjahres geplant. Im Anschluss soll die Transaktion sukzessiv umgesetzt werden, sofern die zuständigen Aufsichtsbehörden ihr zustimmen.

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Die Heliatek GmbH, ein in der Erforschung und Entwicklung organischer Solarzellen tätiges Unternehmen mit Sitz in Dresden, hat über eine zweite Finanzierungsrunde 18 Millionen Euro eingesammelt.

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Der in Göppingen ansässige Pressenhersteller Schuler hat einen Konsortialkredit über 450 Millionen Euro, den das Unternehmen im März 2008 abgeschlossen hatte, vorzeitig in gleicher Höhe verlängert. Einen entsprechenden Vertrag schlossen die Schuler AG und ihre wesentlichen Töchter mit einem Konsortium aus Banken und Kreditversicherungen unter der Führung der Baden-Württembergischen Bank, der Deutschen Bank und der Commerzbank. Der Vertrag läuft zunächst bis Ende September 2012 und beinhaltet Bartranchen von insgesamt 200 Millionen Euro sowie eine Avaltranche über 250 Millionen Euro. Weltweit ist Schuler mit über 5.000 Mitarbeitern in 40 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2007/08 erwirtschaftete der Konzern rund 966 Millionen Euro.

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Der Versorger EnBW Erneuerbare Energien hat sieben Windparks von der Plambeck Neue Energie (PNE) Wind AG erworben. PNE hat bereits teilweise mit dem Bau der Anlagen begonnen. Insgesamt handelt es sich um 38 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 53 Megawatt. Der Kaufvertrag sieht ein Investitionsvolumen von bis zu 1,7 Millionen Euro pro Megawatt Nennleistung vor. Die Windparks entstehen in Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt und sollen voraussichtlich Mitte 2010 in Betrieb gehen.

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Der vor allem in Osteuropa aktive Investor Sybilgroup entwickelt das Freizeit- und Unterhaltungszentrum Forte in Sachsen-Anhalt. Am ehemaligen Kraftwerksstandort Vockerode sollen zwischen 300 und 500 Millionen Euro investiert werden.

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Die österreichische Großbank Erste Group hat sich frisches Kapital in Milliardenhöhe besorgt. Über eine so genannte At-Market-Kapitalerhöhung, bei der sich der Preis erst während des Bookbuilding-Verfahrens bildet, flossen dem Institut 1,74 Milliarden Euro zu.

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Zum Jahresbeginn haben die Mediengruppen WAZ und Hubert Burda eine Allianz für den Vertrieb von Zeitungen und Zeitschriften geschlossen. Beide beteiligten sich dazu gleichrangig an dem Münchner Vertriebsunternehmen Moderner Zeitschriften Vertrieb (MZV), an dem die Essener WAZ schon seit 1986 einen Mehrheitsanteil hielt. Die zusammengelegten Vertriebsaktivitäten kommen auf einen Jahresumsatz von 500 Millionen Euro. Mit einem Marktanteil von rund 20 Prozent wird MZV der zweitgrößte deutsche Pressevertrieb nach dem Axel Springer Verlag, im Zeitschriftenbereich nach eigenen Angaben die Nummer Eins. Burda schließt ihre eigene Vertriebssparte in Offenburg und München. Das Bundeskartellamt hat den Zusammenschluss noch Ende 2009 freigegeben.