Juve Plus Kartellschadensersatz

Hamburger Litigation-Team von Quinn Emanuel wechselt zu Willkie

Wieder Ex-Latham, wieder Hamburg: Willkie setzt sein Wachstum jenseits des angestammten Transaktionsgeschäfts mit großen Schritten fort: Von Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan wechselt ein Team um den Equity-Partner Prof. Dr. Rüdiger Lahme – nur ein halbes Jahr, nachdem Willkie bereits ein großes Restrukturierungsteam von Latham & Watkins für sich gewonnen hat.

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Quinn Emanuel verliert einen Teil ihres Hamburger Büros. Neben dem Kartellrechtsspezialisten und Partner Lahme wechselt auch der Counsel Prof. Dr. Andreas Ruster, der bei Willkie ebenfalls Equity-Partner wird. Nach JUVE-Informationen folgen den beiden einige Associates zu Willkie, darunter Isabelle Freiin von Thuemmler, Moritz Loeck und Alicia Helle. Rusters Name fand sich zuletzt auch auf Platz 2 der Empfehlungsliste für neue BGH-Anwälte, die derzeit vom Bundesjustizministerium geprüft wird. Inzwischen hat Ruster nach JUVE-Informationen den Antrag auf Zulassung zur BGH-Anwaltschaft zurückgenommen.

Ex-Quinn trifft Ex-Cleary

Rüdiger Lahme

Das Team ist spezialisiert auf Kartellschadensersatzstreitigkeiten, etwa für Booking.com auf Beklagtenseite und im Rundholz- und im Zuckerkartell auf Klägerseite. Im Fall Holzvermarktung hat Quinn erst kürzlich an der Seite diverser Sägewerke eine wichtige Entscheidung vor dem Europäischen Gerichtshof erstritten. Das Team hat darüber hinaus reichlich Erfahrung mit handels- und gesellschaftsrechtlichen Streitigkeiten.

Bei Willkie treffen die Quereinsteiger auf die Disputes-Praxis um den Equity-Partner und ehemaligen Cleary Gottlieb Steen & Hamilton-Anwalt Matthias Schrader. Das Team befindet sich seit 2020 im Aufbau und umfasst bisher ein halbes Dutzend Anwälte in Deutschland, die allerdings überwiegend Schiedsverfahren führen. Insofern liegt der Zugang eines auf staatliche Prozesse fokussierten Teams strategisch nahe. Lahme soll eine führende Rolle beim Aufbau der europäischen Litigation-Praxis spielen. Zu dieser zählt seit 2021 auch der Londoner Partner Boris Bronfentrinker – ein prominenter Disputes-Spezialist, der ebenfalls von Quinn kam.

Private Equity plus Restrukturierung plus Disputes

Andreas Ruster

Der Wechsel ist für Willkie Teil einer Reihe von Zugängen in jüngster Zeit, mit denen die deutsche Praxis sich stärker an die strategischen Schwerpunkte der internationalen Willkie-Praxis annähert. Diese sind neben Private Equity, schon lange auch Aushängeschild der deutschen Praxis, Restrukturierung und Konfliktlösung. Auf allen drei Feldern hat sich Willkie durch Quereinsteiger im vergangenen Jahr verstärkt.

Im März vergangenen Jahres wechselte der Latham-Salary-Partner Dr. Nils Röver als Partner in das neue Münchner Büro von Willkie. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass auch Dr. David Huthmacher, zuvor Partner bei Kirkland & Ellis und Hogan Lovells, die Private-Equity-Praxis von Willkie verstärkt.

Viel Latham steckt in Willkie

Zum Juni schloss sich ein großer Teil der Latham-Restrukturierungspraxis Willkie an, darunter Equity-Partner Dr. Jörn Kowalewski, Salary-Partner Dr. Ulrich Klockenbrink und Counsel Dr. Hendrik Hauke, die alle Partner bei Willkie wurden, sowie acht Associates. Auch Lahme und Ruster waren Latham-Anwälte, bevor sie 2017 zu Quinn wechselten.

Quinn verliert mit den Abgängen ungefähr ein Drittel ihrer Anwälte im Hamburger Büro. Neben Kartellschadensersatzstreitigkeiten werden von dort unter anderem große Anlegerprozesse im Wirecard- und im VW-Dieselkomplex geführt. Insgesamt hat die Litigation-Kanzlei gut 50 Anwältinnen und Anwälte in Deutschland.

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