Markt und Management

In drei verschiedenen Ländern hat sich DLA Piper Rudnick Gray Cary im Juli mit neuen Partnern verstärkt und damit ihren Expansionskurs weiter fortgesetzt. In Paris kam der Corporate-Spezialist Frédéric Bucher von De Pardieu Brocas Maffei. Der 39-Jährige war 2004 als Partner zu De Pardieu gewechselt, nachdem er zuvor sechs Jahre bei Freshfields Bruckhaus Deringer in Paris gearbeitet hatte. Bucher wird der zehnte DLA-Partner in der französischen Hauptstadt.Auch in Mailand hatte DLA wieder einen Zugang zu vermelden. Nachdem bereits im Juni ein Team von sechs Anwälten von Orrick Herrington & Sutcliffe gekommen war, schloss sich nun der Medienrechtler Giangiacomo Olivi der Kanzlei an. Der 37-Jährige kommt von Carnelutti, der ehemaligen Allianzkanzlei von McDermott Will & Emery und wird die italienische Medien- und Technologie-Praxis der Kanzlei leiten. Vor seiner Zeit bei Carnelutti war Olivi Inhouse-Jurist bei MTV.

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Bird & Bird hat im Juli zwei Quereinsteiger für ihr Pariser Büro gewonnen. Hervé Pillard kam von SJ Berwin als neuer Partner und Leiter der Bank- und Finanzrechtspraxis. Michel Roseau verstärkt künftig als Senior European Counsel die kartell- und wettbewerbsrechtliche Praxis. Der 41-Jährige war zuvor vier Jahre in leitender Position bei der französischen Kartellbehörde.

Der Präsident dankte dem scheidenden „General“: Georg Linden, bislang Kölner Generalstaatsanwalt, ging Ende Juli in den Ruhestand und wurde von Kammerpräsidenten Dr. Hubert von Bühren verabschiedet. Vier Jahre hat Linden das Amt ausgefüllt und dabei unter anderem die öffentlich viel beachteten Ermittlungen zu den so genannten „Bundeslöschtagen“ begleitet, als im Bundeskanzleramt Akten vernichtet wurden. Seine Lehrtätigkeit an der Universität Köln und den Vorsitz für die Prüfungskommission des 1. und 2. Staatsexamens wird der 65-Jährige beibehalten. Auch Osborne Clarke ist um einen Ruheständler reicher: Der renommierte M&A-Anwalt und langjährige Seniorpartner Leslie Perrin verließ nach 16 Jahren die Kanzlei. Perrin hatte maßgeblich zum Aufstieg Osborne Clarkes unter die Top-M&A-Adressen in London beigetragen. Sein Nachfolger als Seniorpartner ist Tim Birt, der unter anderem das Londoner Büro mit aufbaute, das er in den vergangenen drei Jahren auch leitete.

Die polnische Kanzlei Wardynski & Partner ist neues Mitglied im Netzwerk Lex Mundi. Im Juli entschied sich das Board of Directors des Kanzleienverbundes für die Aufnahme der Kanzlei.Wardynski gilt als eine der führenden unabhängigen Kanzleien in Polen und berät zahlreiche Unternehmen beim Inbound-Geschäft. Neben Warschau und Poznan unterhält sie auch ein Büro in Brüssel. Zu ihren Haupttätigkeitsbereichen zählen Litigation, aber auch Banking und Finance, Corporate/M&A und IP. Die Kanzlei umfasst 19 Partner und 75 Associates.

Die geplante Fusion von Squire Sanders & Dempsey mit der Großkanzlei Bryan Cave ist kurz vor einem Abschluss der Verhandlungen geplatzt. Aus dem Zusammenschluss der in Cleveland bzw. St. Louis beheimateten Sozietäten wäre eine Kanzlei mit 1.600 Anwälten und einem Jahresumsatz von 800 Millionen US-Dollar hervorgegangen. Der Grund für den Abbruch der Gespräche soll Marktbeobachtern zufolge vor allem deren lange Dauer gewesen sein: Die Kanzleien hatten seit Herbst 2005 verhandelt. Die Fusionspartner waren sich zudem offenbar über die genaue Struktur des Zusammenschlusses und die damit verbundenen Kosten uneins.

Derik Zusann ist seit Juni neuer Legal Advisor bei Osi International Foods in Duisburg. Der 32-jährige Syndikus ist juristisch für die Betreuung der europäischen Tochtergesellschaften des US-Lebensmittelkonzerns verantwortlich.Zusann war zuvor bei der Kanzlei Dahmann & Müller in Frankenthal tätig. In Deutschland ist er der einzige Syndikus von Osi. Weitere Inhouse-Juristen arbeiten in Großbritannien und den Vereingten Staaten.

Lovells hat in London mit Alan Greenough einen renommierten Quereinsteiger für ihre Private-Equity-Praxis gewonnen. Der 57-Jährige kommt von White & Case und wird voraussichtlich zum September mit zwei Associates zu Lovells wechseln. Greenough war Anfang 2004 zu White & Case gekommen, nachdem er zuvor zehn Jahre bei Pinsents gewesen war (JUVE 02/04). Bei White & Case leitete er zuletzt die Private-Equity-Praxis, eine Aufgabe, die er auch in seiner neuen Kanzlei übernehmen wird.

Stan Renas ist als vierter Kapitalmarktrechts-Partner in das New Yorker Linklaters-Büro gewechselt. Der Kapitalmarktrechtler war zuvor Associate bei Cadwalader Wickersham & Taft. Mit Renas wächst die erst vor zwei Jahren aufgebaute US-Praxis der Magic-Circle-Kanzlei auf 22 Partner und über 100 Anwälte. Renas, der spezialisiert ist auf strukturierte Finanzierungen und Derivate, war erst im vergangenen Jahr zu Cadwalader gestoßen. Zuvor hatte er sieben Jahre bei Milbank Tweed Hadley & McCloy gearbeitet. Er berät vor allem zu synthetischen Verbriefungen (CLO), außerbilanziellen Finanzierungen, Versicherungsprodukt-Transaktionen und Projektfinanzierungen.

Der renommierte Londoner M&A-Anwalt Jonathan Coppin wechselt zu Hogan & Hartson. Der 43-Jährige war bislang Partner von Shearman & Sterling in London. Coppin bringt Expertise in internationalen M&A- und Kapitalmarkt-Transaktionen mit. Er hat über 100 IPOs und eine Vielzahl von großen Transaktionen in Grobritannien, aber auch europaweit betreut. So beriet er etwa in diesem Jahr federführend Nokia beim Zusammenschluss des Telefonnetzgeschäfts mit Siemens zu Nokia Siemens Networks (NSN)(JUVE 08/06).

Der Konkurrenzkampf um die besten Berufsanfänger geht weiter: Nach Schätzungen von Personalverantwortlichen bleiben von gerechneten 1.600 bis 1.800 Kandidaten pro Jahrgang mit Doppelprädikat rund 500 Berufsanfänger, die tatsächlich in einer Kanzlei arbeiten möchten und zudem den Doktor- oder LL.M.-Titel mitbringen. Doch mindestens 480 Nachwuchsanwälte werden allein von den ersten neun Kanzleien der Tabelle gesucht. Da aus technischen Gründen die Tabelle in der Juni-Ausgabe des Rechtsmarktes (JUVE 06/06) nicht vollständig veröffentlicht wurde, erscheint hier die komplette Auflistung.

Die Hannoveraner Kanzlei Herfurth & Partner hat Anfang Juli ein Büro in München eröffnet. Als neue Partnerin kam die IT-Anwältin Natalie Wall, die den neuen Standort leiten wird. Die 38-Jährige war zuletzt bei der Münchner Kanzlei PRW Rechtsanwälte. Wall war erst im April 2005 zu der IT-Boutique PRW gewechselt. Zuvor hatte sie fünf Jahre lang bei Fingerhut Rechtsanwälte gearbeitet. Als Salary Partner gewann Herfurth zudem Oliver Saha für das neue Büro. Der Fachanwalt für Steuerrecht war zuvor Associate bei Rotter Rechtsanwälte. Zum September kommt zudem die Arbeitsrechtlerin Liza Christiane Bitterling, die vorher Unternehmensjuristin bei HanseNet war. Die 38-Jährige, die ebenfalls Salary Partnerin wird, berät neben dem Arbeits- auch im TK- und Zivilrecht.

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