Markt und Management

Die IP-Kanzlei Bardehle Pagenberg Dost Altenburg Geissler hat in ihrem Pariser Büro prominenten Zuwachs bekommen: Seit April ist dort der ehemalige Präsident des Harmonisierungsamtes für den Binnenmarkt in Alicante (Marken und Design) Jean Claude Combaldieu als Consultant tätig. Diese Position hatte Combaldieu zwischen 1994 und 2000 inne. Davor war er Präsident des Französischen Patentamtes.

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Wechsler in Frankfurt

Die Bremer Traditionskanzlei Büsing, Müffelmann & Theye setzt in ihrem Frankfurter Büro auf Wachstum: Zum Juni werden Marc Grünbaum (33), Alexander S.K. Gruner (36) und Roland Kreitz (36) von der örtlichen Sozietät Grünbaum Lachner Gruner Spamer & Kreitz als Partner zu Büsing hinzustoßen. Die beiden verbleibenden Namenspartner Dr. Constantin M. Lachner (35) und Dr. Hans-Georg Spamer (36) werden sich dagegen mit dem bisherigen White & Case-Partner Sébastien Graf von Westphalen (39) zu einer Corporate Boutique zusammenschließen.Die Aufnahme der Anwälte in der Mainmetropole wird von Büsing als "großer Schritt" gewertet. Mit den Neuzugängen verdoppelt sich die Partnerzahl in Frankfurt auf sechs. "Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit diesem jungen, dynamischen und durch mittelständische Mandanten geprägten Team. Genau danach haben wir gesucht", sagte der Frankfurter Büsing-Partner Heinz-Werner Ehlgen.

Ungewissheit bei Hölters & Elsing

Die auf M&A-Transaktionen und Gesellschaftsrecht spezialisierte Kanzlei Hölters & Elsing steht vor einer ungewissen Zukunft. Alle 16 Partner, einschließlich der Namensgeber Dr. Wolfgang Hölters und Dr. Siegfried Elsing, haben den Sozietätsvertrag gekündigt. Dies bestätigte die Kanzleiführung auf Nachfrage von JUVE.Zudem werden die Frankfurter Partner Dr. Jürgen van Kann (Corporate/M&A) und Sven Schulte-Hillen (Bank- und Finanzrecht) das Büro in Richtung einer - noch nicht bekannten - US-Sozietät verlassen.

Eklat bei Heussen

Die noch mit PricewaterhouseCoopers assoziierte Kanzlei Heussen hat einen schweren Rückschlag auf ihrem Weg in die Unabhängigkeit erlitten. Auf einem Treffen von Heussen-Partnern mit Vertretern der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft am vergangenen Samstag erklärten maßgebliche Düsseldorfer Partner überraschend, dass sie im Zuge der Trennung von PwC hohe Abfindungszahlungen erwarteten. Dies war für PwC nach JUVE Informationen aber nicht verhandelbar, so dass die Geschäftsführung der Kanzlei sich kurzfristig entschloss, die Büros in Düsseldorf und Köln vollständig aufzugeben.Allen Mitarbeitern in den beiden Rheinstädten - sowohl Partnern, die arbeitsrechtlich Angestellte der Heussen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH sind, als auch sonstigen Berufsträgern - ist entweder bereits gekündigt worden oder es finden Verhandlungen über Aufhebungsverträge statt. Zudem wurden die Struktur der Kanzlei-Geschäftsführung verändert und die Beteiligungsverhältnisse an Heussen neu geordnet.

Geldwäsche-Urteil

Strafverteidiger machen sich nur dann wegen Geldwäsche strafbar, wenn sie bei der Annahme eines Honorars sicher wissen, dass es aus einer Straftat stammt. Das hat der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts am 30. März entschieden. Bisher konnte sich ein Anwalt schon strafbar machen, wenn er die Herkunft von Honoraren aus rechtswidrigen Taten "leichtfertig" nicht erkannte, berichtete die 'FAZ'. Der Tatbestand der Geldwäsche war zur Bekämpfung organisierter Kriminalität 1992 in das Strafgesetzbuch aufgenommen worden. Im Ergebnis bestätigten die Karlsruher Richter die Verurteilung eines Anwaltsehepaares zu Bewährungsstrafen. Die vertretenden Strafverteidiger zeigten sich mit dem Urteil zufrieden. "Ich denke, mit dieser Entscheidung können wir leben", erklärte der Frankfurter Strafrechtler Prof. Dr. Rainer Hamm gegenüber JUVE. Allerdings müsse das Urteil natürlich noch im Detail analysiert werden. Hamms Kollege Eberhard Kempf bescheinigte dem Gericht eine "politisch weise und juristisch gut begründete" Entscheidung: "Das Urteil legt einen gangbaren Weg durch morastiges Gelände."

Rückkehr zu Beiten

Der Immobilienrechtler Hans Thomas Kessler (37) kehrt vom Frankfurter Jones Day-Büro als Partner zurück zu seiner früheren Kanzlei Beiten Burkhardt. Mit ihm wechseln die Associates Daniela Ruwwe-Pregel (31) und Olaf Strehl (31).Kessler hatte das Düsseldorfer Beiten-Büro Ende 2001 verlassen, als dieses im Zuge der Fusion mit KPMG Treuhand & Goerdeler praktisch auseinander gebrochen war. Die Perspektive von Beiten sei damals unklar gewesen und außerdem habe es ihn nach Frankfurt gezogen, so Kessler.

Bewegung in Polen

Die bekannte Warschauer Sozietät Wardynski hat ihren Mitgründer Andrzej Wiercinski (57) sowie Malgorzata Szwaj (40) verloren. Wiecinski, der künftig mit weiteren Kollegen in der Kanzlei Wiercinski Kwiecinski Baehr tätig sein wird, gilt in Polen als hoch angesehener Corporate-Anwalt. Sein Ausscheiden begründete der 57-Jährige englischen Presseberichten zufolge mit Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der Kanzleistrategie. Die Wettbewerbsrechtlerin Szwaj wechselte dagegen als Senior Associate zu Linklaters. Die Anwältin gehörte bei Wardynski unter anderem dem Team an, das gemeinsam mit der Brüsseler Linklaters-Partnerin Anne Federle den Konsumgüterriesen Johnson & Johnson in Polen kartellrechtlich beraten hatte.

Anlegeranwälte getrennt

Die Namenspartner der Anlegerkanzlei Tilp & Kälberer haben sich getrennt. In Berlin ist Namenspartner Dietmar Kälberer ausgeschieden. Die ansonsten unveränderte Kanzlei firmiert künftig als Tilp Rechtsanwälte und wird weiterhin von den Standorten Kirchtellinsfurt bei Tübingen und Berlin aus operieren. Als Grund der Trennung wurden in einer Pressemeldung von Tilp Rechtsanwälte "unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige Kanzleistrategie" genannt. Ziel der Kanzlei sei es, den Berliner Standort auszubauen, hieß es in der Erklärung weiter. Mit diesem in der Partnerschaft mehrheitlich getragenen Reformprozess gehe auch eine Anpassung der Gesellschafterstrukturen einher. Auf organisatorischer Seite habe die Kanzlei nun alle wesentlichen Weichen neu gestellt.

Abgänge bei Lovells

Seit Ende März sind die Lovells-Partner Dr. Hanns-Christian Salger (48) und Dr. Thomas Försterling (60) unter dem Namen Salger Rechtsanwälte in Frankfurt in eigener Kanzlei tätig. Ab Mai werden zudem die beiden Frankfurter Lovells-Senior-Associates Stefan Kucera (38) und Matthias Frank (33) gemeinsam mit der Associate Milena Vassilev (28) eine eigene Kanzlei in Darmstadt eröffnen. Alle fünf waren Teil der Praxisgruppe Corporate Commercial, die inzwischen aufgelöst wurde.Zum Startteam von Salger Rechtsanwälte gehören neben Salger und Försterling auch der Lovells-Associate Jochen Reichardt (32) und die Diplom-Wirtschaftsjuristin Kristin Hertel (23). Der Schwerpunkt der neuen Kanzlei soll neben der Corporate- und M&A-Beratung auch in der Betreuung von Jointventures liegen. Das Beratungsspektrum soll sich durch Aufnahme weiterer Partner auch auf die Bereiche Notariat, Steuerrecht, Arbeits- und Insolvenzrecht sowie Wettbewerbsrecht ausdehnen. Derzeit werde konkret mit sechs Quereinsteigern aus anderen internationalen Sozietäten verhandelt, erklärte Salger. Der erste werde voraussichtlich bereits im Mai kommen.

KSU-Report

Der Amsterdamer KSU-Verlag hat auch in diesem Jahr seine Analyse des niederländischen Rechtsmarktes "De Stand van de Advocatuur" vorgelegt. Der Schwerpunkt liegt dabei insbesondere auf der statistischen Erfassung der Anwaltschaft unter unterschiedlichen Gesichtspunkten. JUVE stellt hier die wichtigsten Trends aus dem jährlich erscheinenden Report vor. GRÖSSENSTATISTIK

Heuking

Heuking Kühn Lüer Wojtek setzt in Hamburg ihren Wachstumskurs fort. Nachdem Anfang des Jahres der M&A- und Vertriebsrechtsspezialist Dr. Lothar Ende von Heussen Rechtsanwälte zu Heuking gestoßen war, kommen zum April die derzeitigen Beiten Burkhardt-Senior Associates Martin Mildner und Dr. Jörg Schewe als weitere Partner hinzu. Die beiden 34-jährigen Gesellschaftsrechtler leiteten bei Beiten gemeinsam die M&A-Abteilung an der Alster, Mildner fungierte zudem als Niederlassungsleiter des Hamburger Büros. Beide sind zugleich auch Steuerberater.

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