Markt und Management

Der Transaktionsexperte Dr. Hans-Jürgen Lütt verläßt das Frankfurter Büro von Luther Menold. Der 43-jährige Anwalt heuert zum 1. Juli 2003 bei Latham & Watkins Schön Nolte an und verstärkt den jungen Standort der Kanzlei am Main.Hans-Jürgen Lütt gilt als erfahrener Anwalt und wichtige Verstärkung für Latham. Das erst seit einem Jahr bestehende Büro wurde in Frankfurt bislang als zu klein empfunden im Vergleich zu den Wettbewerbern in der deutschen Finanzhauptstadt.

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Die größte unabhängige Kanzlei Frankreichs, Gide Loyrette Nouel, zieht es nach London. Vier Londoner Partner der US-Kanzlei Sidley Austin Brown & Wood wechseln zu Gide, die als erste französische Kanzlei eine vollständige Dependance mit englischen Anwälten in der britischen Haupstadt gewinnt. Pikant: Gide pflegt seit längerer Zeit enge Beziehungen zu Sidley Austin und erscheint in London nun plötzlich als Wettbewerber.Von Sidley Austin zu Gide stoßen der Gesellschafts- und Bankrechtler Michael Doran, Bank- und Wertpapierrechtler Colin Mercer sowie die Gesellschaftsrechts- und Aktienrechtspartner Scott Cameron und Christopher Mead.

Das Berliner Büro von Graf von Westphalen Bappert Modest hat weitere Verstärkung erhalten. Seit Anfang Juni ist dort der Gesellschaftsrechtler Dr. Burkhard Frisch (40) tätig, der von dem Beiten-Burkhardt-Spin-off Gibson, Dunn & Crutcher in München kam.

Lovells-Partner Gerhard Paul

Lovells-Partner Dr. Gerhard Paul wurde am 5. Juni 2003 zum neuen Präsidenten des Hessischen Staatsgerichtshofs gewählt. Der 62-Jährige ist seit acht Jahren Mitglied des Richtergremiums. "Ich freue mich auf die Arbeit und betrachte die Wahl als große Ehre", erklärte der erfahrene Anwalt, der als Boesebeck-Partner die Neuorientierung seiner Kanzlei "von der Villa ins Bürohaus" miterlebt hat.

Das derzeit schwache Transaktionsgeschäft in London zwingt auch Jones Day zu drastischen Maßnahmen. Knapp drei Monate nach der Fusion mit der britischen Sozietät Gouldens plant die US-Kanzlei erhebliche Entlassungen in der englischen Hauptstadt. Der dortigen Anwaltspresse zufolge sollen zunächst etwa 25 Anwälte entlassen werden, was ungefähr zehn Prozent der gesamten britischen Praxis entspricht. Auch die Stellen nicht-juristischer Mitarbeiter sind bedroht. Auf Partnerebene werde es jedoch zu keinen Streichungen kommen, heißt es.

Seit Mai verfügt die gemischte IP-Kanzlei Boehmert & Boehmert über eine eigene Repäsentanz in Schanghai. Bereits seit längerer Zeit arbeitete man dort eng mit dem chinesischen Rechtsanwalt Charles Wang zusammen.Wang, Spezialist für Produktpiraterie, segelt jetzt unter der Flagge von Boehmert & Boehmert und soll vor allem eine Anlaufstelle für chinesische Mandanten sein, die im Vorfeld eines Markteintritts eine europäische Patentberatung benötigen.

Mit dem Einstieg von vier Anwälten aus dem Pariser Büro von Clifford Chance hat SJ Berwin ihr französiches Private Equity-Team weiter verstärkt. Zwei Anwälte der Gruppe treten bei SJ Berwin als Partner ein: Christophe Digoy und Maxence Bloch.SJ Berwin wird als die führende Kraft in Frankreich bei der Strukturierung von Private Equity-Fonds betrachtet. Die Verstärkung auf der Transaktionsebene wird daher als wichtige Ergänzung eingestuft. "Durch den Einstieg von Christophe und Maxence werden sich uns ganz neue Möglichkeiten in unseren Schwerpunkten erschließen", kommentierte der Pariser Partner George Pinkham.

Im Mai ist der Fachanwalt für Arbeitsrecht und Notar Wolfgang Gustavus als Partner bei der Berliner Kanzlei Knauthe Eggers ausgeschieden und zu Wollmann & Partner am Ort gewechselt. Über die Hintergründe seines Wechsels ist nichts bekannt, da Gustavus für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war. Ob seine Entscheidung in Zusammenhang mit dem Umbau der Kanzlei Knauthe Eggers zu einer stärker Corporate Finance-orientierten Praxis steht, wie sie von den Namenspartnern bei ihrem Zusammenschluss im Herbst 2002 angekündigt worden war, bleibt offen.

Pro Sieben Sat 1

Nachdem der Verkauf der KirchMedia-Tochter an den US-Investor Haim Saban gescheitert ist, sind nun Teile des Insolvenz-Managements von Kirch in den Aufsichtsrat gewählt worden, darunter als Vorsitzender KirchMedia-Insolvenzverwalter und Rechtsanwalt Dr. Michael Jaffé (Jaffé & Kollegen, München) und der Kölner Görg-Anwalt Dr. Oliver Wilken.Wilkens Kanzlei, Görg Rechtsanwälte, hatte die Sanierungbemühungen und Insolvenz des Kirch-Konzerns von Anfang an rechtlich begleitet. Sie stand stets in engem Kontakt zu der in der Krise eingesetzten Geschäftsführung um den Düsseldorfer Insolvenzspezialisten Wolfgang van Betteray (Metzeler van Betteray Buchalik) und den Kölner Unternehmensberater Hans-Joachim Ziems (Grasberger, Ziems & Partner), die ebenfalls beide im Aufsichtsrat Platz genommen haben.

CBH und Eversheds

Die Kölner Kanzlei CBH Rechtsanwälte Cornelius Bartenbach Haesemann & Partner hat Gespräche über eine feste Allianz mit der britischen Kanzlei Eversheds abgesagt.Das bestätigte die Sozietät Mitte Juni 2003 und brach damit ihr Schweigen zu früheren Londoner Presseberichten über entsprechende Verhandlungen.

Der renommierte Kanzleiberater Alan Hodgart hat den US-Branchenriesen Hildebrandt International Ende Juni 2003 verlassen und sich erneut in eigener Praxis selbstständig gemacht. Das bestätigte auf JUVE-Anfrage Christoph Vaagt, der Hildebrandt in Deutschland als Berater repräsentiert.Erst 1999 hatte Hodgart sein Beratungsunternehmen mit Hildebrandt fusioniert. Hodgart war bis Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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