Markt und Management

Einer der führenden Corporate-Partner im New Yorker Büro von Fried Frank Schriver & Jacobson hat die Kanzlei verlassen. Stephen Fraidin (63) ist ab sofort für Kirkland & Ellis tätig.Fraidin wurde nach Presseberichten in New York und London als ein Gegner der möglicherweise bevorstehenden Fusion mit der Londoner Kanzlei Ashurst Morris Crisp gesehen. Sein Abgang gilt als ernsthafter Rückschlag für Freid Frank, für die er über 30 Jahre gearbeitet hatte. In dieser Zeit beriet Fraidin unter anderen Northrop Grumman, Proctor & Gamble sowie die Investmentbank Forstmann Little.

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Die von der US-Westküste stammende Kanzlei Latham & Watkins sorgt in Europa seit ein paar Wochen mit beeindrückenden Neuzugängen für Aufsehen. Innerhalb nur eines Monats konnten das Pariser, das Londoner und das Frankfurter Büro hochkarätige Quereinsteiger von einheimischen Wettbewerbern weglocken. Zunächst wechselte Mitte April der Private-Equity-Partner von Simmons & Simmons, Martin Saywell, in das Londoner Büro der US-Kanzlei. Tage später gab das Pariser Latham-Büro den Zugang von Linklaters-Kapitalmarktrechtler Roberto Cristofelini bekannt. Auch in Frankfurt konnte sich die Kanzlei verstärken und heuerte den Immobilienrechtler Prof. Dr. Martin Meißner von Luther Menold an (Nachricht in dieser Ausgabe). Schließlich war Anfang Mai das Londoner Büro nochmal dran, als Solicitor-Advocate Philip Clifford von Clifford Chance in die neu gegründete Schiedsverfahrens-Praxis von Latham wechselte.

Die in Deutschland praktizierenden Großkanzleien sind trotz wirtschaftlicher Krise weiter auf Wachstumskurs. Die ganz überwiegende Anzahl der überörtlichen Sozietäten mit jeweils insgesamt mehr als 100 Rechtsanwälten hat zum jetzigen Zeitpunkt im Vergleich zum Vorjahr hinsichtlich ihrer Personalstärke nochmal zugelegt oder verfügt wenigstens über gleich viele Anwälte wie zuvor. Allerdings ist eine vorsichtigere Vergrößerung als in den vergangenen Jahren spürbar. Dies ergibt sich aus den von JUVE abgefragten Anwaltszahlen zum Stichtag 1. Mai. Entweder zu diesem Zeitpunkt oder bereits zum Anfang eines jeden Jahres finden in den meisten Kanzleien die Partnerwahlen statt.

Das Dresdner Büro der Hammer Kanzlei Dr. Schlünder & Partner firmiert seit Anfang dieses Jahres unter Kleikamp Thom & Mayer als rechtlich eigenständige Sozietät. "Für eine Trennung sprachen aus unserer Sicht wirtschaftliche und rechtliche Gründe", erläutert Dr. Jochen Kleikamp den Schritt der auf Versicherungs-, Bau- und Arbeitsrecht spezialisierten Kanzlei: "Die rechtliche Trennung trägt dem Umstand Rechnung, dass letztendlich sämtliche das Büro Dresden betreffende Mandate ausschließlich hier bearbeitet wurden." Kleikamp betont, dass die Verhandlungen sehr fair abgelaufen seien. Außerdem kooperiere man weiterhin mit Schlünder.

Jan-Marcus Rossa (39), Berliner Partner bei White & Case, Feddersen (WCF), verstärkt zum 1. Juni als Partner das Arbeitsrechtsteam der traditionsreichen Hamburger Kanzlei Esche Schümann Commichau. "Ich sehe bei Esche bessere Perspektiven für meinen Fachbereich als bei Feddersen", sagte Rossa zu seinem Wechsel in seine Heimatstadt.Das Hamburger Arbeitsrechtsteam bei Esche Schümann Commichau wächst mit dem Neuzugang auf sechs Anwälte, darunter als weitere Partner Dr. Hermann Heinrich Haas und Dr. Bernd Ohlendorf. Rossa bringt unter anderem zusätzliche Expertise in der arbeitsrechtlichen Beratung international tätiger Unternehmen sowie des öffentlichen Dienstes mit.

Die Baurechtskanzlei Heiermann Franke Knipp hat kürzlich ein Kooperationsabkommen mit der in Schanghai und Peking präsenten chinesischen Kanzlei King & Wood geschlossen. "Unter unseren Mandanten gab es eine hinreichende Nachfrage nach einer rechtlichen Begleitung ihres China-Geschäfts", begründete Heiermann die Zusammenarbeit in China.

Prof. Horst Franke, Namenspartner von Heiermann Franke Knipp, ist vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit beauftragt worden, ein Gutachten über die Auswirkungen des Vergaberechtsänderungsgesetzes von 1999 zu erstellen. Das Gutachten wird Grundlage für die Berichterstattung der Bundesregierung an den Bundestag und den Bundesrat sein. Veröffentlicht wird es im Sommer dieses Jahres.

Die Reihen lichten sich bei dem der WP-Gesellschaft PricewaterhouseCoopers angebundenen Kanzlei-Netzwerk Landwell: "Legal Week" berichtet, dass die Schweizer Mitglieds-Kanzlei Suter & Partner und der griechische Vertreter Kyriakides Georgopoulos Landwell verlassen haben.Hintergrund seien die Auswirkungen von Enron und der amerikanische Sarbanes-Oxley-Act, der eine grundsätzliche Trennung zwischen Prüfern und Beratern für US-börsennotierte Unternehmen und deren Töchter vorsieht.

Der 38-jährige Frank Manzke ist seit Anfang Mai 2003 wieder bei seinem früheren Arbeitgeber Beiten Burkhardt Goerdeler tätig. Der Immobilienrechtler steigt als Salary Partner in München ein.Manzke war bereits von 1997 bis 2000 bei BBLP Beiten Burkhardt Mittl & Wegener und wechselte dann zu der renommierten Immobilien- und Baukanzlei Wagensonner Luhmann Breitfeld Helm, da er sich dort bessere persönliche Chancen erwartete. Anlass zur Rückkehr zu Beiten war die jetzt eröffnete Aufstiegsmöglichkeit, sagte Manzke.

Seit Mai 2003 ist der bisherige Senior Counsel und Director von Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW), Dr. Olaf Grabowski, neuer Partner bei Lovells in Frankfurt. Arbeitsschwerpunkte des 43-jährigen Bankrechtlers sollen die Finanzierung von Projekten, Handels- und Exportgeschäften sowie von Unternehmenskäufen sein.Besondere Erfahrung bringt Grabowski für den Bereich der neuen Märkte Osteuropas mit. Für dieses Segment war der Jurist während seiner vierjährigen Tätigkeit bei der Investmentbank zuständig.

Ab 1. Juli 2003 wird Christoph Singer (31) in der Hamburger Kanzlei Remé Rechtsanwälte als neuer Partner einsteigen. Der Transportrechts-Spezialist war zuvor bei Scheer & Stahmer, einer renommierten Hamburger Kanzlei mit Schwerpunkt im Transport- und Arbeitsrecht, als angestellter Anwalt tätig.Singer ist bereits der dritte Quereinsteiger, der seit vergangenem Jahr die aufstrebende Hamburger Boutique verstärkt. Zuvor waren schon Ingo Gercke von Segelken & Suchopar und Dr. Georg Engelbrecht vom Hamburger Wessing-Büro zu Remé Rechtsanwälte gestoßen.

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