Markt und Management

Christopher Norall, einer der Gründer und Namenspartner der bekannten Brüsseler EU-Rechts-Boutique Forrester, Norall & Sutton, hat zwei Jahre nach der Fusion mit White & Case innerhalb der Stadt die Kanzlei gewechselt. Seine neue berufliche Heimat wird Morrison & Foerster sein, eine aus San Francisco stammende Kanzlei mit 682 Anwälten und einem starken Standbein im IP- und IT-Bereich der New Economy.

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Wer geht, wer kommt, was bleibt? Aktuelle Personalien, die den Markt bewegen - im übersichtlichen Newsticker! Alle ansehen

Dr. Thomas Verhoeven, seit langem leitender Partner des New Yorker Büros von Oppenhoff & Rädler wechselt zum Jahresanfang zur US-Kanzlei Kirkland & Ellis in London. Dort übernimmt er die Verantwortung für den Aufbau der europäischen Private Equity-Praxis der Kanzlei.Verhoeven begründet seinen Wechsel als „eine sehr personliche Entscheidung. Ich arbeite seit zehn Jahren mit Kirkland & Ellis zusammen. Ich kenne dort so viele Leute, dass es ein Home Run war, dorthin zu gehen“. Anlass für seine Entscheidung sei nicht gewesen, dass Oppenhoff mit Linklaters fusioniert hat, betont Verhoeven: „Nach 22 Jahren war es eine sehr schwierige Entscheidung, aber es war auch die Gelegenheit, etwas Neues zu machen. Es gibt gar nichts Negatives im Hinblick auf die Fusion mit Linklaters.“

Die Junior-Partner des Frankfurter Büros von White & Case Oliver Kessler und Dr. Thomas K. Schrell werden als Equity-Partner bei Lovells Boesebeck Droste einsteigen.Schrell, der vor einigen Jahren von Freshfields zu White & Case wechselte, wird vor allem im Bereich M&A und Gesellschaftsrecht tätig sein. Kessler, der ursprünglich von Wessing kam, um das Frankfurter White & Case Büro zu gründen, hat „das Potenzial gesehen, bei Lovells Teil eines aufstrebendes Corporate Finance Team zu sein“. Lovells biete, so Kessler weiter, „ein starkes Commitment zu internationalem Geschäft. London und Frankfurt ziehen am selben Strang; für den Corporate Finance-Bereich ist das eine sehr gute Grundlage.“ Er erwartet starkes Wachstum von seiner neuen Kanzlei. „Lovells Boesebeck Droste ist unterbewertet. Es gibt sehr gute Chancen, Corporate Finance zu verstärken. Meine Mandanten werden sicherlich ein solches Konzept honorieren.“

Bereits zum 1. September 2000 wechselte Dr. Holger Neumann von Freshfields Bruckhaus Deringer ins Frankfurter Büro von Coudert Schürmann. "Schürmann hat mit Neumann einen sehr guten Fang getan", äußert einer seiner alten Kollegen anerkennend. "Von ihm wird man im TK noch viel hören."Neumann, der als Partner in seine neue Kanzlei eintritt, folgte einem Angebot von Coudert Schürmann, das ihn zu einem Zeitpunkt erreichte, da bei Freshfields Bruckhaus Deringer im Zuge der Fusion die Leverage erhöht wird. Dabei spielte es für den auf den Bereich der Deregulierung spezialisierten Anwalt keine Rolle, dass Schürmann mit einer US-amerikanischen statt einer britischen Kanzlei verbunden ist. „Wichtig war mir, dass Coudert eine starke internationale Praxis hat“, erklärt Neumann.

Ab dem 1. November 2000 verstärkt Julian M. Joshua (53), stellvertretender Leiter der Kartell-Gruppe innerhalb der Generaldirektion Wettbewerb, als Partner das Brüsseler Büro von Morgan Lewis & Bockius. Der Brite Joshua war in seiner bisherigen Position maßgeblich an der Gestaltung der EU-Verfahrensregelungen für die Untersuchung umfangreicher internationaler Kartellfälle beteiligt und wurde von dem früheren EU-Wettbewerbskommissar Karel van Miert in seiner Autobiographie mit Elliott Ness, dem legendären Leiter der "Untouchables"-Polizeieinheit, die im Chicago der 20er Jahre mit unerbittlichem Einsatz den Gangster Al Capone verfolgte, verglichen. Seit 1973 in den Diensten der EU, war Joshua an den meisten der großen Kartellverfahren der vergangenen Jahre führend beteiligt. "Nachdem ich meine Ziele bei der Kommission erreicht habe, freue ich mich nun auf die neue Herausforderung einer Tätigkeit in einer Kanzlei mit hervorragender Kartellrechtsreputation", kommentiert er selbst seinen Schritt. Francis M. Milone, Chairman von Morgan Lewis, ergänzt: "Als eine der zentralen Figuren der europäischen Kartellrechtsszene wird seine reiche Erfahrung bei den anstehenden weiteren Entwicklungen des Wettbewerbsrechts für unsere Mandanten sehr nützlich sein." Morgan Lewis verfügt weltweit über eine mehr als 70köpfige Kartellrechtsgruppe, deren europäische Praxis von Frankfurt, Brüssel und London aus arbeitet.

Das JuraForum der Universität Münster veranstaltet am 21. November eine Konferenz zum Thema Sport und Recht. Geplant sei, so Prof. Wolfram Timm, zur Zeit Dekan der rechtswissenschaftlichen Fakultät, auch eine Podiumsdiskussion zur Affäre Daum/Hoeneß, die auch ethische Gesichtspunkte beleuchten wird.

Der Alumni-Verein der Jura-Fakultät der Frankfurter Universität veranstaltet im Januar nächsten Jahres Vorträge zum Berufsbild des Juristen für Studenten. Neben den Tätigkeiten in der Verwaltung, der Staatsanwaltschaft, in einem Unternehmen oder einer Bank sprechen Dr. Andreas Lubberger (Oppenhoff & Rädler Linklaters & Alliance, Frankfurt) zum Thema Wettbewerbsrecht und Daniela Weber-Rey (Clifford Chance Pünder, Frankfurt) zum Thema Unternehmenskauf.

Rund 19.000 Studienanfänger verzeichnete das Fach Rechtswissenschaften im Jahr 1999, etwa dieselbe Zahl wie in den Vorjahren und damit ca. 3000 mehr als 1989. Von diesen Erstsemestern werden 30 bis 35% etwa acht Jahre später zur Anwaltschaft zugelassen. Dr. Bernhard Dombek, Präsident der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK), sieht ein weiteres Ansteigen der Anwaltszahlen voraus und fordert dringend eine Reform der Juristenausbildung. Die bisherige Ausbildung bereite nur unzureichend auf den Beruf des Anwalts vor, auf Dauer beeinträchtige es die Funktionsfähigkeit des Rechtssystems, wenn zu viele nicht hinreichend ausgebildete Juristen jedes Jahr in den Anwaltsberuf drängten.

BGH-Anwaltssenat

Prof. Dr. Günter Hirsch, seit Juli diesen Jahres Präsident des BGH, hat am 16. Oktober 2000 zum ersten Mal den Vorsitz beim Senat für Anwaltssachen geführt. Der bisherige Präsident und Vorsitzende Dr. h. c. Karlmann Geiß wurde von den Senatsmitgliedern anschließend mit einem Abendessen verabschiedet.

Ihre Herbsttagung mit etwa 120 angemeldeten und etwa 70 anwesenden Teilnehmern veranstaltete die Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht und Sanierung im DeutschenAnwaltVereins (DAV) am 22. und 23. September 2000 in Stuttgart. Nach einem Tag kontroverser Debatte, zu den Themen Verwalterhaftung, Sanierungsprivileg und Eröffnungsfehler deren Ergebnisse der Vorsitzender Horst Piepenburg (Piepenburg & Dr. Kebekus, Düsseldorf) resümierte, ging es am zweiten Tag zunächst um die sofortige weitere Beschwerde.

Adi Seffer (Gaedertz, Frankfurt) ist am 1. September 2000 auf der 38. Jahreshauptversammlung der Association Internationale des Jeunes Avocats (AIJA) in Helsinki zum ersten Vizepräsidenten gewählt worden. Turnusgemäß wird der erste Vizepräsident im darauffolgenden Jahr Präsident. Damit bekleidet seit elf Jahren wieder ein deutscher Anwalt diese Position.

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