Markt und Management

Nach der Fusion von Albert, Flad & Schlosshan mit Gaedertz Vieregge Quack Kreile war die neu formierte Sozietät mit drei Büros im Rhein-Main-Gebiet vertreten. Nun hat Gaedertz Rechtsanwälte sein Versprechen wahr gemacht und alle Büros zu einem Standort im Frankfurter Zentrum zusammengezogen. Zu Beginn dieses Jahres bezog die Kanzlei nagelneue Räume in der Bockenheimer Landstraße. Vorangegangen war eine „intensive Diskussion“ darüber, ob die erfolgreichen Standorte in Wiesbaden und Frankfurt/Flughafen tatsächlich geschlossen werden sollten. Dr. Mark Hilgard, Partner in Frankfurt, betrachtet den Zusammenschluss der verschiedenen Büros als wichtigen Schritt auf dem Weg zur Vereinheitlichung der beiden Unternehmenskulturen. „Wir haben jetzt ein richtig schlagkräftiges Rhein-Main-Büro gebildet, um die Kräfte der Sozietät zu bündeln.“ Gaedertz Rechtsanwälte verfügt in Frankfurt/M. nunmehr über 35 Rechtsanwälte, wovon die Hälfte Partner sind. Das Büro wurde zusätzlich verstärkt durch den Wechsel von Christoph Gaedertz aus Leipzig nach Frankfurt. Das Wiesbadener Büro wird noch bis Ende dieses Jahres von zwei Anwälten weitergeführt.

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Nach der Eröffnung des Düsseldorfer Büros im August letzten Jahres denkt man bei Clifford Chance bereits über München als dritten Standort in Deutschland nach. Ein dortiges Büro soll vor allem der Betreuung der zahlreichen Mandanten aus dem Bereich der Informationstechnologie zugute kommen. Priorität hat allerdings das für 1998 geplante intensive personelle Wachstum an den beiden bereits existierenden Standorten. Für das Frankfurter Büro wird eine Verstärkung auf ca. 100 Anwälte angestrebt, während Düsseldorf bis zur Mitte des nächsten Jahres mit mindestens 20 Anwälten operieren möchte. Das Düsseldorfer Büro von Clifford Chance arbeitet außerdem in enger Kooperation mit Rechtsanwalt Dr. Frhr. von Dalwigk. Der Gesellschaftsrechtler hatte sich 1993 von der Sozietät Wessing & Berenberg-Gossler getrennt und seitdem als Einzelanwalt gearbeitet. Dr. von Dalwigk ist bekannt für seine guten Kontakte zur ortsansässigen Industrie und seine Expertise im M&A Geschäft. Besonders hierbei erweitert die Unterstützung durch Clifford Chance die Kapazitäten Dr. von Dalwigks erheblich. Verträge für eine weitere Festigung der Kooperation liegen bereits vor.

Zum ersten Februar 1998 hat Wessing & Berenberg-Gossler ihren Bereich Telekommunikation, IT, neue Medien personell erweitert. Mit Hermann-Joseph Piepenbrock hat die Kanzlei in ihrem Düsseldorfer Büro einen erfahrenen Telekommunikationsrechtler zum Partner gemacht. Piepenbrock war vier Jahre lang Syndikusamwalt bei der Mannesmann Mobilfunk GmbH und hat danach die Abteilung Telekommunikationsrecht und Telekommunikationspolitik der RWE Telliance AG geleitet. In dieser Position hat der neue Düsseldorfer Partner auch die Gesetzgebungsverfahren zum Telekommunikations- und zum Multimediagesetz begleitet. Mit Eintritt von Piepenbrock in die Kanzlei und dem weiteren Ausbau der Abteilung möchte Wessing & Berenberg-GossIer dem zukunftsorientierten und schnelllebigen Telekommunikationsmarkt Rechnung tragen.

Die überörtlichen Sozietäten Oppenhoff & Rädler und Pünder, Volhard, Weber & Axster haben beide eine Reihe von Mitarbeitern zu Partnern gemacht. Bei Oppenhoff & Rädler gibt es jetzt in jedem ihrer deutschen Büros mindestens einen neuen Partner: Jens Bock und Roland Fabian in Berlin, Dr. Thomas Arntz, Dr. Eva Reudelhuber und Dr. Michael Tepass in Frankfurt/M., Markus Deck und Anne Federle in Köln (die auch im Alliance Büro in Brüssel tätig wird), Steffen Pruggmayer in Leipzig sowie Steuerberater Dr. Jens Blumenberg in München. Die neuen Partner decken viele Bereiche des Wirtschaftsrechts ab. wobei eine besondere Betonung auf der Verstärkung der steuerrechtlichen Praxis der Sozietät liegt. Pünder, Volhard, Weber & Axster hingegen macht verstärkt ausländische Anwälte zu Partnern. Dr. Krvsztof Rastawicki, Peter Daszkowski (beide Warschau) und Irina Dmitriewa (Moskau) folgen Tobias Geerling (Berlin), Dr. Ulrich Jacob und Dr. Anke Sessler (beide Frankfurt/M.), Dr. Ferdinand Kuchler und Dr. Ewald Volhard (beide Leipzig) sowie Wolfgang Benter und Dr. Michael Eggersberger (beide München) in die Partnerschaft. Zusätzlich ist es Pünder, Volhard, Weber & Axster gelungen, Joseph Gilchrist, Direktor h.c. der Europäischen Kommission, als European Affairs Adviser zu gewinnen. Gilchrist wird die Sozietät in Fragen des Kartell-, Fusionskontroll- und Beihilfenrechts beraten.

Zu den Anfang 1996 veröffentlichten Anzeigen eines Steuerberaters für seine Vortragsveranstaltung in den eigenen Räumen liegt jetzt ein Grundsatzurteil des BGH zur Anzeigenwerbung von Steuerberatern vor. Der Steuerberater und Rechtsanwalt hatte in der Zeitung für eine Veranstaltung geworben, die in seiner Kanzlei einen begrenzten, nicht notwendigerweise zur eigenen Mandantschaft gehörenden Teilnehmerkreis über steuerrechtliche Themen informieren sollte. Das OLG Celle gab mit seinem Urteil dem Landgericht Hannover recht, das dem Steuerberater einen erteilt hatte. Am 15. Dezember 1997 entschieden die Bundesrichter allerdings, dass die Anzeige nicht auf die Erteilung eines Auftrags im Einzelfall gezielt habe, nicht anpreisend formuliert sei und auch sonst in Form und Inhalt kein berufswidriges Verhalten erkennen lasse. Dieses Urteil, an das die Steuerberaterkammern bundesweit gebunden sind, scheint ein Schritt in Richtung größerer Werbefreiheit zu sein. Vorreiter einer weiteren Liberalisierung der berufsrechtlichen Werbebeschränkungen fürchten jedoch, dass die Entscheidung des BGH wettbewerbsrechtliche Auseinandersetzungen nicht beeinflussen wird.

Zwei deutsche Sozietäten wurden mit Beginn des chinesischen neuen Jahres freudig überrascht, als die chinesischen Behörden ihrem Antrag auf Anwaltszulassung stattgaben. Sowohl Bruckhaus Westrick Heller Löber als auch Haarman, Hemmelrath & Partner haben Lizenzen für Schanghai erhalten, eine Region, die dort tätige deutsche Rechtsanwälte als stark prosperierend beschreiben. Sie werden auf fünf deutsche Kanzleien stoßen, die bereits seit geraumer Zeit im Land ansässig sind. Schanghai wird von Anwälten als das führende Finanzzentrum der Volksrepublik nach Hongkong betrachtet. Wichtiger noch ist, dass weit mehr deutsche Unternehmen eher in der Region um Schanghai investieren als im Norden. Überdies kann Südchina von Schanghai aus bedient werden. Schulz, Noack, Bärwinkel sowie Wessing & Berenberg-Gossler und Gleiss Lutz Hootz Hirsch & Partner haben bereits Büros in Schanghai eröffnet. In der Hauptstadt Peking hingegen sind Pünder, Volhard, Weber & Axster und Beiten Burkhardt Mittl & Wegener präsent. Die Entwicklungen des vergangenen Jahres haben Pekings Attraktivität als Standort für zukünftige Aktivitäten deutlich gesteigert. Als Standortvorteil wurde immer die Nähe zur Regierung gesehen, die für Investoren der entscheidende Verhandlungspartner ist. Christian Bunsen, Partner bei Bruckhaus Westrick Heller Löber, schränkt diese Sicht jedoch ein: „Peking hat zwar in letzter Zeit profitiert von der Zulassung ausländischer Bankfilialen sowie von der Entwicklung von Holdinggesellschaften [...], aber Schanghai bleibt trotzdem erste Wahl.“ Der andere Grund, warum manche deutsche Kanzlei Peking ausweicht, ist die für deutsche Mandanten unübersehbare Präsenz von Pünder, Volhard, Weber & Axster und Baker & McKenzie. Pünder verfügt für das China-Geschäft über eine inzwischen 15-jährige Praxis mit zwölf Anwälten, die bei joint ventures, der Gründung von 100 %igen Tochtergesellschaften sowie deren Folgebetreuung sehr aktiv sind. Die beiden neuen Kanzleien in Schanghai wurden von der unerwarteten Erfolgsnachricht überrascht. Die Zulassungsanträge waren vor über drei Jahren gestellt worden und es gab keine Gewissheit darüber, ob oder wann sie genehmigt werden würden. Bunsen sagt Bruckhaus Westrick Heller Löber in Chinas zweitwichtigster Stadt eine sichere Zukunft voraus, gerade in der Betreuung der Mandanten, die aus dem größeren, börsennotierten Mittelstand stammen. Mit Blick auf die Zukunft fügt er hinzu: „In zwei oder drei Jahren werden wir auch bei Projektfinanzierungen mitmischen können.“ Der Beratungsmarkt in Schanghai ist mit dem jüngsten Zuwachs allerdings eng geworden. Dr. Jan Wrede, Partner von Pünder in Hongkong, spricht als neutraler, aber interessierter Beobachter des Schanghaier Marktes aus, worin jetzt das Risiko dort besteht. Im überbesetzten Schanghai, das ohnehin keine Goldgrube sei, komme es darauf an, wer den längeren Atem besitzt, um ein „lossmaker-Büro“ zu halten: „Auf Dauer werden jedenfalls nicht alle Kanzleien bestehen können.“

Linklaters & Schön, das Frankfurter joint venture der norddeutschen Kanzlei Schön Nolte Finkelnburg & Clemm und der Londoner Sozietät Linklaters & Paines, wurde beendet. Dabei hatte der Erfolg des Büros die Erwartungen beider Kanzleien deutlich übertroffen. Man habe sich, so Terence Kyle, Managing Partner von Linklaters, „einen hervorragenden Ruf bei deutschen und internationalen Mandanten erworben und eine große Zahl von bedeutenden Transaktionen beratend betreut, insbesondere im Bereich M&A sowie im Kapitalmarktrecht“. Der Grund für das Ende der Frankfurter Kooperation mit zehn Anwälten und vier Partnern sind unterschiedliche Auffassungen beider Kanzleien über das weitere Vorgehen bei der Expansion in Deutschland und Europa. „Linklaters verfolgt eine paneuropäische Strategie mit einer Präsenz in jedem großen Markt“, kommentiert Casper Lawson, Partner von Linklaters in Frankfurt. Man komme damit Mandantenwünschen nach, die von der Kanzlei Kapazitäten für Transaktionen in ganz Europa erwarten, vor allem bei grenzüberschreitenden M&A. In Anwaltskreisen ist seit längerem bekannt, dass Linklaters sich in Gesprächen mit der Alliance of European Law Firms befindet. Zu diesem europaweiten Netzwerk gehören auch die 272 Anwälte der überörtlichen Sozietät Oppenhoff & Rädler, mit der Linklaters seit Anfang des Monats Büroräume in Frankfurt teilt. Terence Kyle räumt ein, dass Linklaters ihre Strategien für den europäischen Markt mehrfach Korrekturen unterzogen hat. Bereits im Herbst 1996, nur ein Jahr nach der Entscheidung für das joint venture, ergab sich aufgrund von Veränderungen im internationalen Rechtsmarkt erneuter Handlungsbedarf. „Wir sahen die Notwendigkeit, uns stärker in Richtung einer Präsenz in mehreren Rechtssystemen zu bewegen.“ Im Gegensatz dazu bleibt es das Ziel von Schön Nolte Finkelnburg & Clemm, „weiterhin in Deutschland zu expandieren und gleichzeitig unsere vielfältigen internationalen Beziehungen auszubauen“, so Konrad Bennecke, einer der geschäftsführenden Partner der Sozietät. Unter Anwälten gilt die Kanzlei als wahrscheinlicher Kandidat für eine weitere innerdeutsche Fusion. Das enge Verhältnis zu Linklaters hätte einer solchen Entwicklung auf Dauer im Wege gestanden. Das Ende des joint venture erinnert an die gescheiterte Kooperation von Clifford Chance und Gleiss Lutz Hootz Hirsch & Partner, die 1993 nach vier Jahren beendet worden war. Kritiker bemängelten seinerzeit, beide Kanzleien hätten in ihrer Zusammenarbeit offensichtlich ihre eigenen Vorgaben nicht erreicht. Die Parteien profitierten dennoch, indem man sich gegenseitig den Zugang zum Markt öffnete. Heute unterhalten die Briten wie auch die Stuttgarter Sozietät profitable Frankfurter Büros. In der Hoffnung, gleiches zu erreichen, übernimmt Schön Nolte Finkelnburg & Clemm das gesamte Büro. „Die Mandanten können sich jetzt natürlich entscheiden, wohin sie gehen“, sagt Dr. Christian Edye, Partner der Sozietät in Hamburg. „Wir gehen davon aus, dass die meisten sich für uns entscheiden werden. Der Gegenstand der Beratung kam zumeist aus dem deutschem Recht, und wir hoffen unsere Mandanten von unserer Leistung überzeugt zu haben.“ Im Hamburger Büro reagiert man auf die erwartete Nachfrage, indem umgehend zusätzliche Anwälte für das Frankfurter Büro abgestellt werden.

Im Januar 1998 hat die Kanzlei Feddersen Laule Scherzberg & Ohle Hansen Ewerwahn zwei neue Büros in Osteuropa eröffnet. Zusätzlich zu ihrem Prager Standort unterhält die Sozietät nun auch Büros in Warschau und Budapest. Verantwortlicher Partner für Budapest ist Markus Hauptmann, der auch das Prager Büro aufgebaut hatte. Das Büro wird außerdem von einem Hamburger Partner und einer ungarischen Anwältin betreut. In Warschau arbeiten drei polnische Juristen unter der Leitung von Prof. Dr. Dieter Feddersen. Mit diesem Schritt hat Feddersen ihre Präsenz in Osteuropa deutlich verstärkt und dabei nicht zuletzt auch auf Mandantenwünsche reagiert. Ebenfalls in Warschau hat Gleiss Lutz Hootz Hirsch & Partner kürzlich ein Büro eröffnet. Ab dem 1. März 1998 werden Dr. Burkard Göpfert aus dem Berliner Büro und Zbigniew Jara (vormals Frankfurt) vor Ort ansässig sein. Verantwortliche Partner für den neuen Standort sind Dr. Hoimar von Ditfurth (Frankfurt) und Dr. Ralf Thaeter (Berlin).

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