Markt und Management

Kulturfrage

In vielen Lockstep-Traditionskanzleien streiten die Generationen. Die Jungen wollen schnelles Geld statt Mitgliedschaft in einem ewigen Bund. Und die Managing-Partner ­wollen nicht mehr tatenlos zusehen, wie die Cash Cows flüchten. Sie trimmen nicht nur ihre Partner, sondern auch die Vergütungssysteme auf Leistung. Wie Kanzleien ihre Partner fair entlohnen, wird immer mehr zur Kulturfrage.

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Schiffsfonds in der Krise

8.000 Anleger mit investierten 230 Millionen Euro sind von der Insolvenz der MCE Unternehmensgruppe betroffen, die jetzt unter dem Namen Alphabet firmiert. Das Insolvenzgericht Bremen bestellte Ende September für die Dachgesellschaften Verwalter aus zwei Kanzleien: Tim Beyer von Schultze & Braun für die Muttergesellschaft Alphabet Kapital und Dr. Gerrit Hölzle von Görg für die Alphabet Treuhand. Letztere hatte das Kapital für die sogenannten Zweitmarkt-Schiffsfonds eingeworben.

Vor dem IPO

Knorr-Bremse trifft weitere Vorbereitungen für den geplanten Börsengang Mitte Oktober: Von ihrer langjährigen Beraterin Hengeler Mueller holte sie zu Anfang Oktober den Aktien- und Kapitalmarktrechtler Dr. Moritz Schuler an Bord. Er übernahm die Leitung des Corporate Office innerhalb der Rechtsabteilung, das bislang in Personalunion von Compliance-Chef Rasso Böck verantwortet wurde.

Ausbau

Seit Anfang Oktober sind Dr. Maximilian Findeisen und Christian Becker am Düsseldorfer Eversheds-Standort tätig. Der Gesellschaftsrechtler Findeisen steigt als Partner ein. Zuvor war er ebenfalls als Partner bei Mütze Korsch tätig. Becker kommt als Counsel von der unter anderem auf Versicherungsrecht spezialisierten Boutique Wilhelm. Er war dort Associate.

Stetiges Wachstum

Große Transaktionen prägten das erste Halbjahr 2018. Bei etlichen Kanzleien trieb das auch die Umsätze im abgelaufenen Geschäftsjahr. Während sich das Wachstum der 20 wichtigsten Wirtschaftskanzleien insgesamt mit 2,8 Prozent auf Vorjahresniveau bewegte, legte Eisenberger & Herzog im Geschäftsjahr 2017/18 um fast 13 Prozent zu.

Düsseldorf

Freshfields Bruckhaus Deringer verstärkt sich erneut im Wirtschaftsstrafrecht: Dr. Daniel Travers wechselt zum November aus der Berliner Strafrechtsboutique Krause & Kollegen in das Düsseldorfer Büro der Kanzlei. Der 38-Jährige war bislang Associate bei Krause und kommt als Counsel zu Freshfields. Er wird dort das Team der angesehenen Strafrechtlerin Dr. Simone Kämpfer verstärken.

Köln

Luther hat ihre Konfliktlösungspraxis zum Oktober mit einer neuen Partnerin verstärkt: Dr. Borbála Dux kommt von Freshfields Bruckhaus Deringer, wo sie zuletzt Principal Associate war. Dux und Luther kennen sich bereits gut: Die 37-Jährige war Teil des Freshfields-Teams, das VW bei der Abwehr von Dieselklagen vertritt – gemeinsam mit Luther, die ebenfalls mit einem großen Team für den Konzern im Einsatz ist.

Nach dem Zusammenschluss

Scott Partridge ist seit Oktober neuer US-General Counsel von Bayer. Partridge bekleidete seit 2006 juristische Positionen bei Monsanto und war seit 2008 als Vice President of Global Strategy Teil der Führungsmannschaft des US-Konzerns.

Köln

Der Medizinrechtler Dr. Stephan Porten ist zum Oktober mit einem dreiköpfigen Team von BDO Legal in das Kölner Büro von Ebner Stolz gewechselt. Mit ihm will die multidisziplinäre Beratungsgesellschaft nun auch im Gesundheitsbereich rechtliche Beratung anbieten. Der 51-Jährige kam zunächst als Non-Equity-Partner.

Erneuter Weggang

Allen & Overy lässt einen weiteren renommierten Partner in Deutschland ziehen: Ende November verabschiedet sich der Düsseldorfer Arbeitsrechtspartner Tobias Neufeld aus der Kanzlei, um sich selbstständig zu machen. Der 44-Jährige leitete bis zuletzt die globale Arbeitsrechtspraxis. Erst in der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass der Leiter der deutschen Prozesspraxis Daniel Busse Allen & Overy verlässt und in Frankfurt eine eigene Kanzlei gründet. Hintergrund von Neufelds Entscheidung sollen strategische Differenzen gewesen sein, in welcher Form die Kanzlei die datenschutzrechtliche Beratung aufstellt.