Markt und Management

Die Wiener Kanzlei Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati (CHSH) hat erstmals in ihrer Geschichte einen internationalen Partner aufgenommen. Peter Hoffmann (45) verstärkt seit September das zentral- und osteuropäische Geschäft in den Bereichen Corporate/M&A, Banking & Finance und Real Estate. Vor seinem Wechsel zu CHSH war Hoffmann sieben Jahre als Senior Associate im Emerging Europe Team von Linklaters in Prag tätig.

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Weiteres Wachstum

Detlef Kuhlen verstärkt seit Mitte Oktober als Partner das Düsseldorfer Büro von Aderhold v. Dalwigk Knüppel. Der 48-Jährige kam von Stock Aders & Partner, bei der er seit 2005 als Partner im Gesellschafts- und Immobilienrecht sowie im Kapitalmarktbereich beriet.

Verschwörungstheorien sind gutes Blog-Futter, haben aber nur selten etwas mit der Realität zu tun. Es mag verlockend sein, die Schuld am Niedergang von Haarmann Hemmelrath & Partner (HH&P) Wettbewerbern zuzuschieben, die sich durch den Erfolg der Kanzlei bedroht sahen – oder einem öffentlich gemachten Prozess. Doch keiner dieser Faktoren hätte zu ihrer Auflösung führen können, wenn Wachstum und Umstrukturierung der Kanzlei nachhaltig gemanagt worden wären.

Frühstart

Linklaters nimmt bereits ab November ihr Geschäft in Düsseldorf auf. Für die Kanzlei werden insgesamt sechs Partner in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt tätig sein, darunter die beiden Neuzugänge von Freshfields Bruckhaus Deringer, Dr. Ralph Wollburg und Achim Kirchfeld.Man habe sich darauf verständigt, dass die beiden Partner ihre bisherige Sozietät zum 31. Oktober verlassen können, hieß es bei Freshfields auf Anfrage. Neben Wollburg und Kirchfeld gehören die bisherigen Kölner Corporate-Partner Dr. Klaus-Marinus Hoenig, Hans-Ulrich Wilsing, Wolfgang Sturm und Dr. Nikolaos Paschos sowie 20 Associates zum Startteam in Düsseldorf.

Weiterer Verlust für Sasse

Zum November wechselt Peter Kremer (44) als Partner zur Münchner MLawgroup. Der IT- und Gesellschaftsrechtler kommt von Sasse & Partner, der Associate Axel Heltzel (31) begleitet ihn.

Seitenwechsel

Der Hamburger Arbeitsrechtspartner Dr. Ingo Seidner wechselt zum Jahresbeginn 2008 von FPS Fritze Paul Seelig zum Immobilienberatungsunternehmen Jones Lang Lasalle nach Frankfurt. Nach zwei Jahren bei FPS wird der 40-Jährige dort Head of Legal Deutschland, eine Position, die es bislang bei Jones Lang in Deutschland nicht gab.Neben seiner arbeitsrechtlichen Tätigkeit hatte sich Seidner in den vergangenen Jahren auch stark im Immobilienrecht engagiert. "Ich glaube, dass ich meine Fähigkeiten bei Jones Lang besser einbringen kann", sagte er.

Trennung bei GSK

Prof. Dr. Otto Gassner, Mitgründer und Namenspartner von GSK Gassner Stockmann & Kollegen, verlässt zum November die Kanzlei. Der 54-Jährige wird sich mit einem 15-köpfigen Team Aderhold v. Dalwigk Knüppel in München anschließen. Schon seit längerem zeichnete sich ab, dass die Mehrheit der GSK-Partnerschaft und Gassner nicht mehr an einem Strang zogen. Beide Seiten begründeten die Trennung auch damit, dass sich Gassner mit strukturellen Veränderungen in der Partnerschaft nicht habe identifizieren können. Die Kanzlei hatte vor einiger Zeit den Partnerschaftsvertrag überarbeitet und dabei Mehrheitsentscheidungen - statt Einstimmigkeit - auch für zentrale Fragen wie Partnerausschlüsse zugelassen. Auch wurde eine Altersgrenze eingeführt und ein Managementausschuss eingerichtet. GSK entwickelte sich zudem zunehmend zu einer transaktionsgetriebenen Kanzlei - eine Tätigkeit, die nicht den Vorstellungen Gassners entsprach.

Ruhestand muss warten

Der langjährige Leiter der Praxisgruppe Steuern von Clifford Chance, Manfred Benkert, macht sich zum Jahreswechsel selbstständig. Der 65-jährige Partner verlässt die Kanzlei nach rund 30 Jahren.Benkert hatte bei der Frankfurter Kanzlei Pünder Volhard Weber ab 1977 die Steuerrechtsabteilung aufgebaut und war bis vor fünf Jahren Bereichsleiter Steuern bei deren Nachfolgerin Clifford.

Wachstum in Düsseldorf

Zum November schließt sich Natascha Grosser (36) als Partnerin dem Düsseldorfer Büro von Picot an. Grosser kommt aus eigener Kanzlei, in der sie seit 2003 vor allem im Kapitalmarktrecht und zum Beteiligungsgeschäft beriet.Begonnen hatte sie ihre Karriere 2000 bei Sal. Oppenheim, wo sie die Strukturierung von Private-Equity-Investments vermögender Privatpersonen betreute. „Als ehemalige Investmentmanagerin verfügt Natascha Grosser über reichlich Erfahrung in den Bereichen Private Equity und Venture Capital“, sagte Seniorpartner Dr. Rainer Velten.

Nichts ist mehr wie es war in der Domstadt: Linklaters, die mit offiziell über 100 Anwälten bislang größte Kanzlei in Köln, will im kommenden Februar ihre Zelte abbrechen und nach Düsseldorf ziehen. Doch das ist nicht die einzige Maßnahme, die die Briten ergreifen, nachdem sie die renommierten Freshfields Bruckhaus Deringer-Partner Dr. Ralph Wollburg (51) und Achim Kirchfeld (52) für sich gewinnen konnten.So scheint Linklaters ihre einzelnen Büros insgesamt stärker nach Schwerpunkten ausrichten zu wollen: Der neue Düsseldorfer Standort soll künftig das "Flaggschiff" des deutschlandweiten Corporate/M&A-Geschäfts der Kanzlei darstellen, in Frankfurt angesiedelt werden sollen unter anderem das Arbeits- und Prozessrecht.

Der Wirtschafts- und Steuerstrafrechtler Dr. Lars Kutzner ist zum Oktober von Flick Gocke Schaumburg zur PwC Legal AG in Berlin gewechselt. Der 33-Jährige war etwa dreieinhalb Jahre bei Flick Gocke Associate und steigt als Senior Manager ein, was in etwa einem Salaried Partner entspricht.Kutzner, der in den vergangenen Monaten seine Präsenz im Markt deutlich erweitert hat, sagte: "Ich habe hier wegen der breiteren Aufstellung von PwC Legal mehr Möglichkeiten und kann ein Team aufbauen." Zum Januar wird Stephan Schneider (31) zu Kutzner stoßen, bis Mitte 2006 Associate bei der mittlerweile zerbrochenen Kanzlei Wessing II Verjans und seitdem bei Dr. Nobis & Coll. in Iserlohn.