Markt und Management

Die Pariser Kanzlei Gide Loyrette Nouel ist seit September mit einem Büro in Kiew präsent. Das dortige Team von zehn ukrainischen und französischen Anwälten wird von dem deutschen Anwalt Karl Hepp de Sevelinges (37) geleitet. "Wir haben seit Jahren Mandanten in der Ukraine beraten, hauptsächlich durch unsere Warschauer, Moskauer und Budapest-Büros", so Hepp de Sevelinges. "Die Nachfrage hat inzwischen deutlich zugenommen, so dass wir uns entschlossen haben, ein Büro in Kiew zu eröffnen." Zu den Mandanten in Kiew gehören unter anderem die Société Générale sowie mehrere US-amerikanische Unternehmen.

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Als fünften Standort hat die bisher vor allem in den neuen Bundesländern und Berlin tätige Insolvenzverwalterkanzlei Voigt & Scheid ein Büro in Weinheim eröffnet.In Weinheim im Rhein-Neckar-Kreis arbeitet jetzt Dr. Mark Schüssler (36), der zuvor im Leipziger Büro von Voigt & Scheid tätig war. Das Amtsgericht Heidelberg hat bereits erste Verfahren an Schüssler übertragen.

Roman Bärwaldt (43) kam im Frühjahr 2005 ins Hauptstadtbüro von Graf von Westphalen, nachdem Clifford Chance ihren Berliner Standort geschlossen hatte (JUVE 05/05). Nach nur einem Jahr wurde der Gesellschaftsrechtler und Notar im Zuge der Neustrukturierung der Kanzleiführung im Mai zum Geschäftsführenden Partner gewählt (JUVE 07/06). Seitdem steht er gemeinsam mit Dr. Barbara Mayer aus Freiburg, die schon länger Managementaufgaben innehat, an der Spitze der Sozietät.

Im August ist Dr. Rainer Roniger, einer der anerkanntesten österreichischen Kartellrechtler, im Alter von 42 Jahren an den Folgen einer Operation verstorben. Roniger war außer in Wien auch in Brüssel tätig und unter den dortigen Kartellrechtlern wegen seiner offenen Art sehr beliebt. Auch viele deutsche Kollegen reagierten auf die Nachricht von seinem Tod mit Bestürzung.

Die aus Kalifornien stammende Kanzlei Cooley Godward schließt sich zum Oktober mit der angesehenen New Yorker Litigation-Boutique Kronish Lieb Weiner & Hellmann zusammen. Mit den 110 Anwälten von Kronish werden künftig über 550 Berufsträger unter dem Namen Cooley Godward Kronish arbeiten.Cooley Godward ist traditionell für ihre Expertise im Technologiebereich bekannt. Während des Dot.com-Booms gehörte sie zu den Top-Kanzleien, die zu den zahlreichen IPOs, VC-Investitionen und große Transaktionen beriet. Als Teil ihrer weiteren Expansionsstrategie hatte sie seit langem insbesondere in New York nach einem Fusionspartner gesucht, da sie dort keine eigene Präsenz hatte. Gespräche hatte sie dabei unter anderem mit der Private-Equity-Kanzlei O'Sullivan geführt. "Wir haben viele interessante Veränderungen in den letzten Jahren erlebt", so Stephen Neal, Chairman von Cooley. "Es war uns aber immer bewusst, dass wir eine starke Präsenz in New York benötigen, um ein echtes Full-Service Spektrum anbieten zu können."

Seit mehr als zwei Jahrzenten dominiert Skadden Arps Slate Meagher & Flom die US-Umsatzrankings. Zwar musste sie dieses Jahr den Titel als beliebtester Berater der umsatzstärksten US-Unternehmen (Fortune 500) an Davis Polk & Wardwell knapp abtreten, doch bleibt Skadden in den USA die Kanzlei, über deren Konstanz und Erfolg sich alle anderen den Kopf zerbrechen. Genauso fest sitzt Kirkland & Ellis als Litigation-Kanzlei bei den Fortune 500 im Sattel.

Malte Gosau ist seit Juli neuer Justiziar beim Hamburger Serviceprovider Easynet. Zuletzt war der 31-Jährige als Syndikus beim Zertifizierungsdienstleister TC TrustCenter tätig. Sein Vorgänger Gerhard Bookjans (36) ist nach vier Jahren bei Easynet zur IFE Projekt- und Beteiligungsmanagement in Oldenburg gewechselt.

Nächster Coup für Howrey in Brüssel

Howrey expandiert weiter in Europa: Für ihr Brüsseler Büro hat die US-Kanzlei im Juli mit Benoit Strowel (45), Maarten Meulenbelt (39) und Fabienne Brison (42) drei bekannte IP-Rechtler von Nauta Dutilh gewonnen. Der renommierte Life-Science-Rechtler und Patentlitigator Strowel war zudem Standortleiter des Brüssler Büros von Nauta Dutilh. In dieser Funktion gehörte er dem vierköpfigen Management-Board der Benelux-Kanzlei an. Bis auf weiteres wird Nauta Dutilh durch die verbleibenden drei Board-Mitglieder geleitet. Ein Beobachter des belgischen IP-Marktes kommentierte Strowels Wechsel, dass in seinem Team gute und engagierte Mitarbeiter seien, die für die Praxis von Howrey langfristig einen wertvollen Zugewinn darstellen.

Die Düsseldorfer Sozietät Tigges baut mit dem Arbeits- und Steuerrechtler Thomas Rohrbach ein Büro in Frankfurt auf. Der 48-Jährige wechselte von Beiten Burkhardt, wo er als Senior-Salary-Partner das Arbeitsrecht in Frankfurt betreute.Man wolle Beratungsleistungen in einem weiteren wichtigen Dienstleistungszentrum anbieten und internationale Kontakte ausbauen, teilte die Sozietät mit. Tigges unterhält ausländische Büros in Warschau und Kitzbühel.

Rolf Otto Neukirchen von der Essener Kanzlei Dr. Schulz und Sozien - Dr. Tegtmeyer & Kollegen ist vorläufiger Insolvenzverwalter des Geldtransport-Unternehmens Arnolds. Wie beim Wettbewerber Heros aus Hannover, der Anfang des Jahres insolvent geworden war, dann verkauft wurde und als SecurLog wieder am Markt ist, scheint bei Arnolds kriminelles Gebahren von Firmenverantwortlichen die Krise ausgelöst zu haben. Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelt wegen Unterschlagung von rund 18,5 Millionen Euro gegen drei Gesellschafter. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi ist eine Fortführung des Geschäftsbetriebs nicht sicher, über 2.000 Arbeitsplätze sind betroffen. Ein erster möglicher Investor, die Düsseldorfer Klüh-Gruppe, winkte Anfang September ab. +++

Die Staatsanwaltschaft Regensburg ermittelt seit einigen Monaten wegen Parteiverrat gegen den anerkannten Vertriebsrechtler Jürgen Evers aus der Bremer Kanzlei Blanke Meier Evers. Zwischenzeitlich war das Verfahren eingestellt worden, wurde auf Beschwerde aber bereits im April wieder aufgenommen. Seitdem laufen die Ermittlungen, die sich auch gegen weitere Anwälte aus der Kanzlei richten, weiter.Auslöser des Verfahrens war, wie jetzt bekannt wurde, die Anzeige eines früheren langjährigen Evers-Mandanten, der Kelheimer Vermittlungsgesellschaft GKM AG. Evers hatte die GKM bereits von seiner alten Sozietät aus, der Göttinger Kanzlei Küstner von Manteuffel & Evers (heute Küstner von Manteuffel & Wurdack), beraten und in dieser Zeit die Handelsvertreterverträge entworfen, die GKM nutzt. Das Mandatsverhältnis bestand auch nach Evers' Wechsel nach Bremen noch eine zeitlang fort, dann wechselte GKM jedoch zu einer anderen Kanzlei. In der Folge beriet Evers Handelsvertreter, die mit der GKM in Vertragsbeziehungen standen.

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