Markt und Management

Einmal Wanderer…: Als erster Gleiss Lutz-Partner geht der Stuttgarter Corporate- und Finance-Anwalt Dr. Andreas Wölfle für drei Jahre zu Herbert Smith nach London. Im Team mit den englischen Kollegen soll Wölfle vor Ort gezielt Mandanten und Investmenthäuser kontaktieren und einen German Desk einrichten. Bislang war es nur für Gleiss-Associates üblich, mehrjährige Auslandsaufenthalte in der britischen Partnerkanzlei zu absolvieren. Zweimal Unternehmen…: Der Frankfurter Gesellschaftsrechtler und Clifford Chance-Partner Dr. Kersten von Schenck (52) ist seit April Aufsichtsratsmitglied der ThyssenKrupp AG. Er vertritt dort den größten Einzelaktionär, die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, deren Kuratorium er bereits seit 1991 angehört. Neuer Chefsyndikus der Dresdner Bank ist seit Mai Christian Willemer. Seit 1974 in der Rechtsabteilung tätig, war Willemer seit 1997 Stellvertreter des bisherigen Chefsyndikus Jürgen Than, der in den Ruhestand geht.

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Görg Rechtsanwälte hat Ende März ein neues Management gewählt. Statt des bisher dreiköpfigen Ausschusses bilden nun insgesamt fünf Anwälte aus unterschiedlichen Büros das Leitungsgremium der Kanzlei. Vom Tisch ist damit offenbar die Anfang des Jahres bei Görg diskutierte Konzentration von Managementfunktionen auf einen einzigen Partner. Die Neuen sind aus dem Kölner Büro Dr. Martin Stockhausen (45, Sprecher des geschäftsführenden Ausschusses), Dr. Achim Compes (43) und Dr. Ralf Hottgenroth (43). Dazu kommen der Berliner Partner Dr. Roland Hoffmann-Theinert (44) und mit Dr. Mark Kersting (43) auch einer der Frankfurter Quereinsteiger von EY Law Luther Menold aus dem vergangenen Jahr (JUVE 08/03). Zu Kerstings besonderen Aufgaben zählen unter anderem Pflege und Ausbau der Beziehungen zu der britischen Partnerkanzlei DLA - kein Zufall: Das Main-Büro spielt für die europäische Perspektive von DLA eine herausgehobene Rolle.

Die bekannteste US-Kanzlei für Sammelklagen Milberg Weiss Bershad Hynes & Lerach ist im Mai in zwei Teile zerfallen. Künftig gehen die Büros der Ost- und Westküste getrennte Wege. Englischen Presseberichten zufolge waren Schwierigkeiten im Management der zu groß gewordenen Praxis sowie Differenzen zwischen den Namenspartner Melvyn Weiss und William Lerach der Grund für die Trennung.

Rotter Rechtsanwälte hat sich im April um Oliver Saha (36), Experte für Gesellschafts- und Steuerrecht, verstärkt. Parallel dazu erweiterte die Kanzlei ihre vier Ressorts "Beratungshaftung", "Vermögensverwaltungshaftung/US-Class-Action", "Aktionärsvertretung" und "Prospekthaftung/Bankrecht" um das Ressort "Großanleger". Dieser neue Schwerpunkt steht unter der Leitung von Klaus Rotter, wobei Oliver Saha bei der Vertretung von Großaktionären den gesellschaftsrechtlichen Bereich verstärken wird. Überdies unterstützt Saha die Bereiche Beratungshaftung, Prospekthaftung und strukturierte Finanzprodukte und wird nach einer Einarbeitungsphase zum Leiter des Ressorts "Aktionärsvertretung" berufen werden.

Zum ersten Juli wechselt der Arbeitsrechtler Dr. Volker Schneider (36) von White & Case in das Hamburger Büro von EY Law Luther Menold. Er wird dort als Leiter den Bereich Arbeitsrecht wieder aufbauen, der in Hamburg durch die Wechsel von Volker von Alvensleben (48) und Dr. Frank Weberndörfer (39) zu Görg arg geschwächt worden war (JUVE Rechtsmarkt 12/03).„Es gibt im Arbeitsrecht in Hamburg viel Aufbauarbeit zu leisten“, gesteht auch Praxisgruppenleiter Axel Braun.

Zur Deal-Nachricht "Umtauschanleihe in Gelsenkirchen":

Die holländische Kanzlei Houthoff Buruma vermeldet, dass sie künftig enger mit der angesehenen Luxemburger Sozietät Molitor, Fisch & Associés zusammenarbeiten wird. Die Kooperation wird vornehmlich auf die Themen Steuern und Finanzen ausgerichtet sein. Molitor ist mit ihren rund zehn Anwälten neben dem Steuer- und Gesellschaftsrecht auch in Bereichen wie Arbeitsrecht oder komplexer Prozessführung tätig. Houthoff und Molitor kennen sich bereits aus früheren Mandaten: So berieten etwa die beiden Kanzleien den Parmalat-Insolvenzverwalter Enrico Bondi.

Helge Kolaschnik (41) ist am 19. April in die Vorstände der börsennotierten Hamburger Immobilienkonzerne Agiv und Deutsche Real Estate, an der Agiv die Mehrheit hält, berufen worden. Kolaschnik ist Partner der Hamburger Kanzlei Alpers & Stenger und berät die Aktiengesellschaften seit längerem gemeinsam mit dem Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Namenspartner Ingo Alpers. Kolaschnik sieht seine Aufgabe darin, gemeinsam mit Aufsichtsrat und Vorstandskollegen die Agiv auf die Zukunft vorzubereiten. Seine Berufung in den Vorstand habe vor allem den Vorteil, als juristischer Berater effektiver die anstehenden Verhandlungen mitgestalten zu können.

Ausbau der Kanzlei-Allianz

Osborne Clarke hat nun mit der Kanzlei Abbatescianni e Associati auch ein italienisches Mitglied in ihre internationale Allianz aufgenommen. Die Mailänder Sozietät, mit zweitem Büro in Brescia, beschäftigt über 60 Anwälte und ist vor allem in den Bereichen M&A, Handelsrecht und Prozessführung tätig. In Europa kommt die Allianz neben dem Osborne-Herkunftsland Großbritannien künftig auf Präsenzen in den neun Ländern Belgien, Dänemark, Estland, Niederlanden, Finnland, Russland und Spanien sowie die integrierte Osborne-Praxis in Köln. In den USA betreibt die Kanzlei außerdem seit einiger Zeit auch ein eigenes Büro in Silicon Valley.

White & Case steht vor der Eröffnung eines Büros in Peking. Die US-Kanzlei, die bereits seit 1978 in Hongkong und seit 2001 Schanghai vertreten ist, hat vom chinesischen Justizministerium die Lizenz für ein drittes Büro erhalten. White & Case will sich in ihrem neuen Hauptstadt-Büro vor allem der Corporate- und Kapitalmarktarbeit widmen. Zunächst sollen Anwälte aus den bestehenden chinesischen Büros nach Peking wechseln. Man suche jedoch einen erfahrenen Quereinsteiger als Leiter des Büros, sagte John Kuzmik, Leiter der China-Praxis von White & Case, in 'The Lawyer'. Noch in diesem Jahr wolle die Kanzlei mit sechs bis acht Anwälten in Peking vertreten sein.

Für seine Sanierung hat der einstige Skandalkonzern WorldCom, der heute als MCI firmiert, allein rund 800 Millionen Dollar für Berater ausgegeben. Das meldete das US-Anwaltsblatt 'New York Law Journal' unter Berufung auf Unternehmensangaben. Allein Weil, Gotshal & Manges habe als Hauptkanzlei in dem zweijährigen Insolvenzverfahren über 35 Millionen Dollar an Honoraren und Spesen abgerechnet. Insgesamt sei ein Dutzend Kanzleien im Einsatz gewesen und habe weitere Millionenbeträge kassiert. Mehrere zehn Millionen Dollar seien außerdem an die Wirtschaftsprüfer von KPMG und PwC gegangen.Unter dem damaligen Namen WorldCom hatte der zweitgrößte Fernsprechanbieter nach AT&T vor zwei Jahren einen der größten Bilanzskandale der amerikanischen Firmengeschichte zu verantworten. Nach einem komplizierten Chapter 11-Insolvenzverfahren präsentierte sich WorldCom Ende April mit neuer Führung und dem neuem Namen MCI als saniert.

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