Markt und Management

Der Arbeitsrechtler Peter Hunnekuhl (44) aus der Reutlinger Arbeitnehmerkanzlei Stein, Hunnekuhl und Collegen leitet seit Januar das Justiziariat der IG Metall. Das hat der Vorstand am 20. Januar beschlossen. Hunnekuhl erhält einen Beratervertrag und wird den Vorstand der IG Metall um Jürgen Peters "in juristischen Angelegenheiten beraten", teilte die Gewerkschaft mit. Der seit 1996 amtiererende IG Metall-Justiziar Michael Blank war nach Presseberichten bereits Anfang Januar von Peters freigestellt worden.

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Unter Leitung des Londoner Partners Scott Megregian hat McDermott, Will & Emery zum 1. Februar ein Büro in Brüssel eröffnet. Damit will die Kanzlei ihr Europageschäft, das bislang an den einzelnen Standorten aufläuft, bündeln und vor Ort betreuen.Zunächst sollen fünf Partner aus London, Mailand, München und Düsseldorf nach dem Rotationsprinzip je nach Arbeitsanfall in Brüssel tätig sein.

Freshfields Bruckhaus Deringer hat in Tokio den Corporate-Bereich gleich zweifach verstärkt. Die beiden neuen Partner Nobuo Nakata (ehemals Asahi Koma Law Office, Tokio) und Akihito Katayama (zuvor Atsumi & Partners, Tokio) sind seit Anfang Februar für das Freshfields Law Office tätig. Aufgrund der Vorgaben des japanischen Rechtssystems beraten im Law Office nur in Japan zugelassene Anwälte (so genannte Bengoshi) in Fragen des japanischen Rechts, während im Freshfields Foreign Law Office ausländische Anwälte (Gaiben) im britischen und amerikanischen Recht tätig sind. Eine Zusammenarbeit der Bengoshi und Gaiben ist in Japan nur unter bestimmten Voraussetzungen beziehungsweise Jointventures möglich. Daher hatte Freshfields 1998 seine Büros in Tokio zusammengeführt und beschäftigt dort insgesamt 40 Anwälte, davon acht Partner.

Nach einem dreijährigen Gastspiel bei Heussen Rechtsanwälte wechseln die beiden 35-jährigen Kölner Partner Dr. Dirk Stolz und Dominik Eickemeier zu Heuking Kühn Lüer Wojtek. Voraussichtlich ab April werden beide Anwälte das Heuking-Büro in der Domstadt verstärken. Ihren Wechsel bestätigten Stolz und Eickemeier auf Anfrage von JUVE nicht. Dieser sei allerdings beschlossene Sache, war aus gut unterrichteter Quelle zu erfahren. Auch die Partnerschaft von Heussen sei bereits über den Beschluss der beiden Partner informiert. Bis Redaktionsschluss wurden noch die Details zum Ausscheiden der beiden Anwälte verhandelt.

Dr. Carsten Dageförde, seit 1998 Chefsyndikus der AMB Generali Holding AG, wechselt zum 1. März in den Vorstand des Direktversicherers CosmosDirekt. Der Versicherer gehört ebenfalls zur AMB-Generali-Gruppe.Der 42-jährige Dageförde hatte seine Karriere als Referatsleiter in der Rechtsabteilung der Volksfürsorge begonnen und war dann etwa zwei Jahre lang Legal Advisor der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in London. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er Chefsyndikus der damaligen AMB Aachener und Münchener Beteiligungs-AG.

Der Verwaltungsrechtler Michael Vogelsang (41) ist zum Jahresbeginn aus dem Hamburger Büro von CMS Hasche Sigle zu der örtlichen Boutique Mauritz & Clausen gewechselt. Die Kanzlei wurde 2001 durch die beiden ehemaligen Kommilitonen Claus Clausen (36) und Veit Mauritz (37) gegründet - Clausen hatte zuvor im Berliner Büro von Redeker Sellner Dahs & Widmaier gearbeitet, während Mauritz als Justiziar des Automobilzulieferers Phoenix beschäftigt war.

Heinz-Peter Zirbes, Fachmann für Luftverkehrs- und Vergaberecht, ist zu Fritze Paul Seelig in Frankfurt gewechselt. Seit Anfang Februar ist der 41-Jährige dort tätig. Er soll in absehbarer Zeit Partner werden.Zirbes hatte bereits Mitte 2003 das Münchner Büro von Nörr Stiefenhofer Lutz verlassen, wo er fünf Jahre als angestellter Anwalt in den genannten Bereichen tätig war.

Beru AG

Der Insolvenzverwalter und Seniorpartner von Wellensiek Grub & Partner, Dr. Volker Grub (66), zieht zum Ende des Geschäftsjahres (31. März) in den Aufsichtsrat des Autozulieferers Beru AG ein. Hintergrund ist die Neubesetzung des Gremiums: Der Finanzinvestor Carlyle, mit 37 Prozent größter Aktionär von Beru, will auf diesem Weg offensichtlich seinen Einfluss in dem Unternehmen stärken.Neben Grub soll als weiterer neuer Aufsichtsrat der Managing Director von Carlyle, Gregor Böhm, bestellt werden. Dafür treten der jetzige Chef Gerhard Wacker und Aufsichtsrat-Mitglied Winfried Witte zurück.

Nun auch bei Wella

Im Fall der Übernahme des Kosmetikherstellers Wella durch Procter & Gamble haben die beteiligten Anwälte die Fachdiskussion in die Presse getragen. Partner der Kanzleien Gleiss Lutz und Broich, Bayer, von Rom tauschten Mitte Februar in Form von Leserbriefen an die englische 'Financial Times' ihre gegensätzlichen Positionen der Parteien zum aktuellen Übernahmeangebot von P&G an die Wella-Minderheitsaktionäre aus. Zuvor hatten sich bereits Partner von Hengeler Mueller in der 'Financial Times Deutschland' zu ihrem Mandat für die Kommune und Sparkasse Stralsund geäußert, und ein Partner von Freshfields Bruckhaus Deringer hatte in der gleichen Zeitung die Übernahme von Freshfields-Mandant Beiersdorf durch Tchibo kommentiert.

Albanien

Allen & Overy hat ihr Büro in der albanischen Hauptstadt Tirana der Wiener Kanzlei Wolf Theiss überlassen. Der Standort in Tirana war ein Überbleibsel aus der Fusion zwischen Allen & Overy und der italienischen Kanzlei Brosio Casati im Jahr 1998. Die Briten hatten das Büro zunächst weitergeführt, da zwei der wichtigsten Mandanten der Italiener - EBRD und International Finance Corporation - dort bei großen Infrastrukturprojekten beteiligt gewesen waren.

Umsätze

Eine Reihe US-amerikanischer Kanzleien haben bereits jetzt ihre Bilanzen für das Jahr 2003 vorgelegt. Ergebnis: Die führenden Sozietäten konnten fast durch die Bank zulegen, und zwar hinsichtlich Umsatz und Gewinn. Besonders erfolgreich scheinen die US-Westküsten-Kanzleien abgeschnitten zu haben. O'Melveny & Myers kommt für 2003 nach eigenen Angaben auf einen Umsatzzuwachs von 16 Prozent (658 Millionen Dollar bzw. 514 Millionen Euro), Gibson Dunn & Crutcher - die auch ein Büro in München unterhält - erreichte 14 Prozent mehr Einnahmen (645 Millionen Dollar bzw. 504 Millionen Euro). Die dritte große Kanzlei mit Stammsitz in Los Angeles, Latham & Watkins, schaffte es sogar, die Grenze von einer Milliarde Dollar zu überschreiten: Mit 1,03 Milliarden Dollar (806 Millionen Euro) legte sie 2003 um 14 Prozent zu. Latham ist in Deutschland mit zwei Büros - Hamburg und Frankfurt - vertreten.

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