Markt und Management

Zum 1. Juli 2003 ist der Namenspartner, Rechtsanwalt und Steuerberater Heinrich Clev aus seiner Kanzlei Clev & Pape (Düsseldorf) ausgeschieden, um sich einer kleineren, lokalen Steuerberatungskanzlei anzuschließen. Clev & Pape hat sich daraufhin umbenannt in PPR Pape Palenberg Rauh & Partner. Die vor sechs Jahren gegründete Kanzlei, die aus einem Kern von vier Anwälten zu einer Größe von 15 Rechtsberatern herangewachsen ist, hat sich die grenzüberschreitende Corporate-Beratung auf die Fahnen geschrieben. Zwischen 35 und 45 Prozent des Umsatzes würden in der grenzüberschreitenden Transaktionsberatung erwirtschaftet, sagte Dr. Theo Rauh.

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Abgänge bei Knauthe Eggers

Mit Wirkung zum Jahresende verlassen Dr. Klaus Riebschläger (62), Dr. Stefan Südhoff (41), Oliver Girrbach (40) und Michael Havers (41) die Berliner Kanzlei Knauthe Eggers. Die Nachricht über den Ausstieg der Vier erfolgt etwa zeitgleich mit dem bekannt gewordenen Ausscheiden von Wolfgang Gustavus (57), der die Kanzlei nach langer Zugehörigkeit verlassen hat, um zu Wollmann & Partner zu wechseln und von Holger Sieversen (55), der sich zu einer Kanzleineugründung in Berlin entschloss (siehe separate Nachricht. Zudem soll Marktinformationen zufolge das Dresdner Büro vor einem Umbruch stehen.

Der Frankfurter Partner und Private Clients-Spezialist Dr. Carl-Heinz Heuer (49) verlässt Ende August 2003 White & Case, Feddersen (WCF) und gründet seine eigene Kanzlei.Praxisschwerpunkt wird weiterhin die Betreuung vermögender Privatpersonen (HNI) sein, zu der neben Unternehmern auch Adelige gehören. Zusammen mit Heuer gehen der weitere WCF-Partner Jan Sobotta (35) und die Associate Dr. Michaela Busch (35). Die neue Kanzlei wird als Heuer & Partner firmieren und im Frankfurter Westend ansässig sein. Mittelfristig will man auf sechs Anwälte wachsen.

Das Startteam für GSK Gassner Stockmann & Kollegen bilden der aus Frankfurt übersiedelnde Holger Lampe (36) und der von Bornheim, v. Rosenthal & Kollegen kommende Quereinsteiger Holger Prein (38), der mehrjährige Erfahrung aus dem Bau- und Immobilienbereich mitbringt.Schon seit langem war das Rheinland im Visier der aufstrebenden Münchner Immobilienkanzlei ein „weißer Fleck“ auf der Landkarte der Kanzlei, so Dr. Andreas May. Vor fast genau einem Jahr hatte GSK ein Büro in Stuttgart eröffnet.

Taylor Wessing

Im August 2003 wird Dr. Martin Köhler (34) von Clifford Chance Pünder als Partner in das Düsseldorfer Büro von Taylor Wessing wechseln, um dort zusammen mit Dr. Michael Samer die Patentrechtspraxis der Sozietät weiter aufzubauen.Köhler war zunächst mehrere Jahre in der Patentrechts-Boutique Bardehle, Pagenberg, Dost, Altenburg, Geissler (heutiger Kanzleiname) und seit November 2000 bei CCP als Associate im Team um die renommierten Patentrechtler Dr. Thomas Reimann und Dr. Christian Osterrieth tätig. Dabei spezialisierte er sich auf das Führen nationaler und internationaler Patentverletzungsprozesse, insbesondere in den Branchen Telekommunikation und Life Sciences. Sein Weggang wird in der IP-Praxis von CCP allgemein bedauert.

Der Verwaltungsrechtsexperte Marcello Clarich (46) verstärkt ab sofort die internationale Praxisgruppe Environment Planning & Regulatory (EPR) am Standort Rom.Dort wird der neue Freshfields-Partner den italienischen Arm der Gruppe leiten, die bei der Entwicklung der Sozietät in den Bereichen Projektfinanzierung und Public Private Partnerships in Italien eine zentrale Rolle einnehmen soll.

Wie aus zuverlässigen Quellen bekannt wurde, wird das Bochumer Büro von Luther Menold die Entscheidungen der Gesamtsozietät voraussichtlich nicht mittragen und sich abspalten. Damit befinden sich die Bochumer um Dr. Leonhard Aulinger wieder am Anfang ihrer 1997 eingeleiteten Expansion. Das Ruhr-Büro zählt heute laut Website 16 Anwälte, darunter elf Partner. Mit Kompetenzen wie Gesellschafts-, Arbeits-, Prozess-, Verwaltungs- und Immobilienrecht existiert hier nach wie vor praktisch ein Fullservice-Büro. Einer der Bochumer Partner, Dr. Andreas Eickhoff, erklärte, er werde, da es sich um einen laufenden Prozess handele, keine Stellungnahme abgeben. An der gestrigen, entscheidenden Partnerversammlung nahm er nicht teil.

Frankfurt

Die drei Frankfurter Luther Menold-Partner Dr. Mark Oliver Kersting (41), Dr. Werner Mielke (44) und Dr. Lars Nevian (40) wechseln zusammen mit einer noch nicht genau festgelegten Anzahl von Associates zum 1. September 2003 zu Görg Rechtsanwälte.Hintergrund des Schrittes ist unter anderem die Neuorientierung der WP-nahen Kanzlei. Mit den Zugängen verdoppelt sich die Größe des Frankfurter Görg-Standortes, der im Markt bislang als zu klein galt.

Der Rechtsanwalt und Notar Bernhard Aust hat Anfang Juli das Berliner Büro von Luther Menold verlassen und ist als Partner zu Römermann Rechtsanwälte, ebenfalls in der Bundeshauptstadt, gewechselt. Der 59-Jährige, der seinerzeit im Zuge der Fusion mit Eggers Rechtsanwälte bei Luther geworden war, begründete seinen Schritt damit, dass er wieder in einer kleineren Einheit habe arbeiten wollen. Die strategische Neuorientierung bei Luther habe zwar eine Rolle gespielt, aber nur am Rande. Notariell liegt Austs Hauptgeschäft im Gesellschafts- und Immobilienrecht.

Auf ihrer gestrigen Versammlung in Frankfurt haben sich die Luther Menold-Partner mit breiter Mehrheit für eine starke Integration in die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young entschieden. Damit reagiert die Kanzlei auf die seit Monaten bestehende Unsicherheit über ihre zukünftige Ausrichtung, die in Folge des amerikanischen Sarbanes-Oxley-Acts entstanden war. Kurz vor der Partnersitzung wurden mehrere weitere Partnerverluste bei Luther Menold bekannt, zudem macht sich das Bochumer Büro selbstständig.Für Luther Menold bedeutet die nun beschlossene klare Anbindung an die WP-Gesellschaft eine Zäsur. Denn insbesondere der Kanzlei-Vorläufer Menold & Aulinger hatte stets auf die Unabhängigkeit von Ernst & Young Wert gelegt und sah sich nur als Kooperationspartner. Erst vor rund einem Jahr hat man sich im Zuge der Fusion mit Andersen Luther, dem Rechtsberatungsarm der untergegangenen WP-Gesellschaft Arthur Andersen, stärker an Ernst & Young angenähert.

Die noch mit der Big-Four-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers assoziierte Kanzlei PwC Veltins steht zum neuen Geschäftsjahr ab Juli vor einem umfassenden Wandel. Mit dem überraschenden, kurzfristig vollzogenen Ausscheiden von Geschäftsführer und Namenspartner Prof. Dr. Michael Veltins wurde ein Führungswechsel eingeleitet. Außerdem sollen die strukturellen Verbindungen zu PwC gekappt werden. Erste Wahl für die aus beiden Anlässen erforderliche Namensänderung bei PwCV ist "Landwell", die Marke der internationalen PwC-Anwaltsgesellschaften.Zum neuen Geschäftsjahr wurde außerdem die seit 1998 bestehende Assoziation zwischen PwC und der Insolvenzrechtskanzlei Schultze & Braun aufgehoben.

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