Markt und Management

Rechtsanwälte mit Kanzleisitz in den neuen Bundesländern dürfen ab nächstem Jahr die gleichen Gebühren nehmen wie ihre Kollegen im Westen. Dies entschied das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) am 28. Januar 2003 aufgrund der Verfassungsbeschwerde einer Rechtsanwältin aus Dresden.Der Abschlag von zehn Prozent (ursprünglich 20 Prozent) war 1990 im Einigungsvertrag festgesetzt worden. "Bisher ist die Anwaltschaft in den neuen Bundesländern gleich dreifach benachteiligt worden", erklärte der Präsident der Bundesrechtsanwaltskammer Dr. Bernhard Dombek. "Nicht allein der Geührenabschlag, sondern auch die niedrigeren Streitwerte und die höhere Zahl der Prozesskostenhilfemandate führen zu kaum noch hinnehmbaren wirtschaftlichen Problemen." Viele Anwälte in den neuen Bundesländern kämpften bereits um ihre Existenz.

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Die US-Börsenaufsicht SEC hat die strikten Vorschriften abgeschwächt, die sie der internationalen Anwaltschaft im Rahmen des Sarbanes-Oxley-Acts Ende des vergangenen Jahres hatte auferlegen wollen.Zunächst hatte die SEC in ihren Ausführungsbestimmungen zum Abschnitt 307 des Sarbanes-Oxley-Acts den sogenannten "noisy withdrawal" vorgesehen, der die Anwaltschaft verpflichtet hätte, geplante erhebliche Verstöße gegen wertpapierrechtliche Bestimmungen direkt der SEC zu melden und das Mandat niederzulegen.

Safeway-Übernahme

Im Poker um die britische Supermarktkette werden auch langjährige Beziehungen gekapptSeit Januar tobt eine wahre Übernahmeschlacht um die viertgrößte Supermarktkette Großbritanniens, den Einzelhändler Safeway. Innerhalb von nur zwei Wochen brachten sich sechs Bieter in Gefechtsstellung – darunter einerseits die direkten Safeway-Wettbewerber, die größten Supermarktketten im Vereinigten Königreich, andererseits der amerikanische Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts & Co. und der expansive englische Textilhändler Philip Green.

Der Rechtsmarkt in Hongkong ist in Bewegung: Die New Yorker Kanzlei Dewey Ballantine wird ihr dortiges Büro schließen, CMS Cameron McKenna hat kürzlich 40 Stellen abgebaut. Dies berichtete das britische Magazin “The Lawyer”.Dewey Ballantine will sich jetzt darauf konzentrieren, eine oder mehrere leistungsfähige Niederlassungen in einer anderen chinesischen oder asiatischen Stadt zu gründen. CMS Cameron McKenna ist zwar noch in der ehemaligen Kronkolonie vertreten, jedoch mit erheblich kleinerer Stammbelegschaft.

Die Münchner IP-Kanzlei Meissner Bolte & Partner schließt sich zum 1. Februar mit den Patentanwälten Hagemann, Braun & Held zusammen. Damit erhält die bereits im Sommer 2002 von Meissner Bolte angekündigte Verstärkung im Bereich Chemie und Biotechnologie nun Namen und Gesichter.Zukünftig werden die Patentanwälte Dr. Heinrich Hagemann, Dr. Stephan Held, Dr. Felix Letzelter und Matthias Weigel die Kanzlei verstärken. Alle vier werden als bisherige Sozien von Hagermann Braun auch Partner bei Meissner Bolte. Ihren Kanzleinamen werden die Patentanwälte allerdings in der neuen Firmierung nicht weiter tragen. Als Meissner Bolte wird man in München in zwei Büros tätig sein.

Dr. Giselher Rüpke (68), langjähriger Frankfurter Partner der Lovells Vorgänger-Kanzlei Boesebeck, Barz & Partner ist seit Januar 2003 als Of-Counsel für Arcon Rechtsanwälte am Main tätig. Der auf Bau-, Planungs- und Umweltrecht spezialisierte Anwalt mit seinem besonderen Spezialgebiet Datenschutzrecht wird im Frankfurter Büro von Arcon nun der erste ausgewiesene Öffentlich-Rechtler sein. Er soll den Aufbau des öffentlichen Wirtschaftsrecht am Ort vorantreiben. Der Bereich ist bei Arcon nach Auskunft des Kölner Partners Markus Figgen bislang schwerpunktmäßig von der Domstadt aus betreut worden.

Die US-Kanzlei Faegre Benson ist Anfang des Jahres mit ihrem britischen Partner Hobson Audley fusioniert. Beide haben bereits seit fünf Jahren in London eng zusammengearbeitet.Die ursprünglich aus dem amerikanischen mittleren Westen stammende Sozietät Faegre Benson verfügt nun nach eigener Darstellung mit 35 Solicitors über eine der größten englischen Praxisgruppen an der Themse innerhalb einer US-Sozietät.

Mit Olivier Rijckaert (31) und Aurore Gillet (29) verstärken zwei Arbeitsrechtler, die zuvor als Associates bei Allen & Overy in Brüssel tätig waren, das belgische Team von Bird & Bird.Damit intensiviert die Kanzlei, die in Bezug auf ihre Mandanten als technologieorientiert gilt, ihr Full-Service-Angebot in der belgischen Hauptstadt - obwohl erst vor wenigen Monaten Umweltrechtler Bernhard Deltour die Kanzlei verließ.

Freshfields Bruckhaus Deringer wurde von der britischen Menschenrechtsorganisation The Burma Campaign auf eine so genannte "Dirty List" gesetzt. Dies meldete "Legal Week" Mitte Januar. Die Liste nennt Unternehmen, Banken und Berater, die Geschäftsbeziehungen zu dem von einer repressiven Militärdiktarur regierten Burma unterhalten. So gehört die malaysische Ölgesellschaft Petronas, die auch in Burma tätig ist, zu den langjährigen Mandanten der Kanzlei.

Zum 1. April 2003 wird Hengeler Mueller-Partner Dr. Christoph Stadler (41) vom Düsseldorfer Büro ständig in die Brüsseler Niederlassung wechseln. Die Hengeler-Kartellrechtspraxis in der belgischen Hauptstadt erfährt damit eine notwendige Vergrößerung, denn sie galt Beobachtern im Vergleich zur Bedeutung der M&A-Aktivitäten der Kanzlei als relativ klein. Das 1990 gegründete Büro wird fortan mit einem 7-köpfigen Team, bestehend aus drei Partnern und vier Associates, besetzt sein. Jahrelang war mit Dr. Bernhard M. Maassen (56) nur ein Partner vor Ort. Hinzu kam dann ab 2001 Dr. Hans-Jörg Niemeyer (46), ein Quereinsteiger von Gleiss Lutz in Brüssel.

Die Düsseldorfer Kanzlei Heitmann von Meding hat zum Jahreswechsel Büros in München und Amsterdam eröffnet und dazu vier neue Partner aufgenommen.Für die Leitung des Münchner Standortes konnte Michael Schottenhamel (37) als Partner und Geschäftsführer gewonnen werden. Schottenhamel, früher u. a. auch bei Andersen Legal tätig, war zuletzt Geschäftsführer einer Venture Capital Beteiligungsgesellschaft und eines Lifebond Fonds. Er soll die Beratungspraxis insbesondere in den Bereichen Hoch- und Biotechnologie sowie im Mediensektor ausbauen.

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