Nach der Einigung von BBLP Beiten Burkhardt Mittl & Wegener und KPMG Treuhand & Goerdeler im September zeichnet sich nun deutlicher das Profil der künftigen größten deutschen Big-Five-Kanzlei ab.
Ausland: Der Prager Standort schließt sich mit zwei tschechischen Partnern und einigen Associates dem örtlichen Büro von White & Case an. Die weiteren Beiten-Auslandsbüros in Hongkong, Peking, Warschau, Moskau und St. Petersburg werden dagegen Teil von KPMG Legal. Beiten Burkhardt dementierte eine Meldung von Legal Week, der zufolge das Warschauer Büro möglicherweise ausscheide.
"KPMG Legal soll als Anwaltsbereich des Big-Five-Wirtschaftsprüfungsunternehmens weltweit eigenständig aufgebaut und dabei deutlich verstärkt werden", sagte Dr. Jürgen Burkhardt, Mitglied im Managementausschuss der Sozietät. Die Rechtsberatungspraxis soll dabei nicht entsprechend den KPMG-Ländergesellschaften unterteilt werden, jedoch will man eng zusammenarbeiten. Die bisherige Londoner Beiten-Präsenz soll als German Desk im Rahmen von KLegal fortgeführt werden. Die britische Anwaltspresse meldete zudem, dass KLegal in Verhandlungen mit der schottischen Kanzlei McGrigors Donald steht. Eine Fusion würde KPMG in Großbritannien zur zweitgrößten WP-Kanzlei hinter Andersen Legal machen und die Beratungskapazitäten in London deutlich erhöhen.
Management in Deutschland: Zur Situation erklärte Dr. Thomas Sacher, Nürnberger Partner und ebenfalls Mitglied des Beiten-Managements: „Beiten Burkhardt wird im Verbund der KPMG eine selbstständige Rolle einnehmen.“ Beide Gesellschaften seien rechtlich und operativ selbstständig. In dem neuen sechs-köpfigen, paritätisch besetzten Managementausschuss der fusionierten Kanzlei haben die Beiten-Anwälte das Casting Vote, also in Patt-Situationen die entscheidende Stimme.
Strategieplanung: Die Fusion biete für beide Seiten klare Vorteile, betonte der Berliner Beiten-Partner Frank Obermann, der ebenfalls dem Management angehört. „Es wird eine enge Verzahnung im Sinne einer MDP-Praxis geben.“ Dazu sei an allen deutschen Standorten ein Zusammengehen der Beiten- und KPMG-Büros vorgesehen. Ausnahme ist Frankfurt, wo die Anwälte im Messeturm bleiben werden. Der bei KPMG bislang in die Rechtsberatung überschneidende Tax-Bereich soll Burkhardt zufolge aus der Anwaltsberatung ausgegliedert werden. Bei Beiten schieden zuletzt mit Susanne von Petrikowsky (zu Arthur Andersen) und Steuerpartner Dr. Ralf Eckert (zu McDermott, Will & Emery) zwei Steuerexperten aus.