Markt und Management

Anpfiff zur Schiedsrichterschulung: Die Deutsche Institution für Schiedsgerichtsbarkeit hat am 21. Juni den 9-köpfigen Ausschuss „Erst- und Rückversicherung“ gegründet, der unter anderem aktive oder potenzielle Schiedsrichter je nach Bedarf im Erst- und Rückversicherungsrecht bzw. im Schieds-Verfahrensrecht weiterbilden soll. Während der Wunsch nach einvernehmlichen Einigungen steigt, sinkt die Streitlust der Deutschen vor Gericht. Dies belegt der Abschlussbericht einer Studie, den Bundesjustizministerin Brigitte Zypries zur Evaluation der ZPO-Reform in Auftrag gegeben hatte. Die wesentlichen Ziele der 2002 eingeführten Reform, die Gerichte zu entlasten und die gütliche Streitbeilegung zu fördern, sind demnach erreicht worden. Als besonders wirksam hat sich der schriftliche Vergleichvorschlag durch den Richter erwiesen, außergerichtliche Mediationsverfahren werden dagegen deutlich seltener genutzt.

Personalien

Personalien Icon
Wer geht, wer kommt, was bleibt? Aktuelle Personalien, die den Markt bewegen - im übersichtlichen Newsticker! Alle ansehen

Avocado hat zum Juli ihr Kölner Büro mit einer Quereinsteigerin verstärkt: Als neue Partnerin kam die IT-Rechtlerin Monika Essers (40) von Linklaters. Essers war seit 1996 bei Linklaters in Köln tätig, zuletzt als Junior-Partnerin. Sie soll als fünfte Partnerin in der kanzleiweiten Avocado-Praxisgruppe IP, Competition und Communications im IT-Bereich das transaktionsgetriebene Geschäft ausbauen. "Die transaktionsbezogene Arbeit erweitert die bestehende IT-Praxis von Avocado sinnvoll", so Essers. Erst kürzlich wurde die Praxisgruppe mit dem ehemaligen Heussen-Partner Dr. Markus Bahmann verstärkt, der in München den Bereich IP aufbauen soll (JUVE 07/06).

„Wertpapiere mit einmaligen Konditionen“ waren die Inhaber-Teilschuldverschreibungen der Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West (WBG) laut Eigenwerbung – so einmalig, dass die WBG im Juni Insolvenz anmelden musste. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Lucas Flöther von Feigl & Partner bestellt, der übrigens an der Universität Halle Praktikerseminare zum Insolvenzrecht veranstaltet. Dort kann er demnächst über die Aufarbeitung eines Falles mit 44.000 geprellten Anlegern und einem Schuldenberg von 290 Millionen Euro berichten. Die 120 Mitarbeiter der WBG werden vorerst weiter beschäftigt.+++

Clifford Chance hat sich im Juni mit der rumänischen Kanzlei Badea & Asociatii zusammengetan. Die drei Partner der 2002 in Bukarest gegründeten Kanzlei konzentrieren sich auf Transaktionen, oft mit Immobilienbezug, und Kapitalmarktrecht. Cliffords Warschauer Partner Nick Fletcher wird Partner bei Badea und die Integration betreuen.

Dr. Jörg Schmeding, Partner im Hamburger Büro von White & Case, ist am 4. Juni im Alter von 61 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. Schmeding war vorwiegend für den Aufbau des Kartellrechts bei der Vorgängerkanzlei Feddersen Laule verantwortlich. Seit mehreren Jahren leitete er die deutsche Kartellrechtspraxis.Nach seinem Studium in Hamburg, Freiburg, Bordeaux, Bologna und Boston fing Schmeding 1976 als Rechtsanwalt bei Ohle Hansen Ewerwahn an. Während seiner ganzen Karriere war er nicht nur im Kartellrecht sondern auch im Bereich M&A tätig. Schmeding wurde dadurch zu einem der wichtigsten Corporate-Anwälte im Hamburger Büro. Zudem war er Mitglied verschiedener Beiräte und Aufsichtsräte. Schmeding hinterlässt seine Frau und zwei erwachsene Kinder.

Die Frankfurter Kartellrechtlerin Gaby Eickstädt ist zum Juli von Ashurst als Counsel zu Latham & Watkins gewechselt. Die 34-Jährige wird zunächst im Brüsseler Latham-Büro ihre Tätigkeit beginnen, um dann an einem der deutschen Standorte die Praxis weiterzuführen. Ashurst verliert mit Eickstädt eine bereits angesehene Kartellrechts-Associate. Sie war vor drei Jahren aus einer Position als Referentin beim Bundeskartellamt in die Kanzlei gekommen, um eine deutsche Praxis aufzubauen. Außer als Anwältin ist sie auch als Diplom-Kauffrau und Solicitor qualifiziert. Bei Latham füllt sie eine Lücke, die im letzten Jahr durch den Weggang von zwei Senior Associates zu Microsoft beziehungsweise Mittal Steel entstanden war.

Alan Beller, ehemaliger Director of Corporation Finance der US-Wertpapieraufsicht, kehrt als Partner zu Cleary Gottlieb Steen & Hamilton nach New York zurück. Der 56-Jährige wechselt noch in diesem Sommer, nachdem er vier Jahre für die SEC-Behörde tätig und dabei an Reformen in den Bereichen Corporate Governance, Kapitalmarktinformationen und Wertpapierangeboten beteiligt war.Bevor er der SEC beitrat, arbeitete Beller bereits 25 Jahre lang in Clearys New Yorker, Pariser und Tokyoter Büros, in den Bereichen internationale und US-Wertpapiere, Corporate sowie Derivate. Er hatte seine Tätigkeit für die Kanzlei 1976 als Associate begonnen und wurde 1984 Partner.

Die Anlegerkanzlei Tilp hat mit der Kanzlei Labaton Sucharow & Rudoff aus New York eine Kooperation vereinbart. Ziel ist die gemeinsame Vertretung von internationalen privaten und institutionellen Investoren - vorwiegend aus Europa und dem Mittleren Osten - bei der Geltendmachung ihrer rechtlichen Ansprüche in den USA."Durch die hervorragende Stellung unserer neuen Partnerkanzlei vor allem bei bedeutenden institutionellen US-Investoren erhöht sich nun grundsätzlich die Chance, gemeinsam den führenden Kläger zu stellen und damit eine klagesteuernde Funktion in einem solchen Verfahren auszuüben", sagte Andreas Tilp. Die Kanzlei ist seit Oktober 2004 mit eigenen Büros in New York und Miami in den USA vertreten.

Die Strafrechtler Dr. Ferdinand Gillmeister und Dr. Dr. Ralf Hohmann gehen getrennte Wege. Gillmeister, der zu den etablierten Verteidigern in Deutschland gehört, bleibt in Freiburg. Hohmann eröffnete eine Einzelkanzlei in Baden-Baden.Nach Einschätzung von anderen Wirtschaftsstrafrechtlern wird sich die Trennung nicht nachhaltig auf die Praxis von Gillmeister auswirken. Er gilt als die treibende Kraft in Sachen Wirtschafts- und Steuerdelikte. Zuletzt erregte unter anderem seine Mandatierung im VW-Skandal Aufsehen (JUVE 08/05).

Prominente Verstärkung

Der ehemalige nordrhein-westfälische Justizminister Wolfgang Gerhards ist im Juli der Frankfurter Kanzlei Görling als of Counsel beigetreten. Der 56-Jährige hatte zuletzt etwa ein Jahr lang mit dem Kölner Strafverteidiger Reinhard Birkenstock zusammengearbeitet.

Erst Sevilla, dann Schanghai

Spaniens zweitgrößte Kanzlei Cuatrecasas setzt ihren Expansionskurs fort: Im Juli gab die Kanzlei die Fusion mit der andalusischen Top-Corporate-Adresse Olivencia-Ballester bekannt. Wenig später bestätigte sie Pläne für die Eröffnung eines Büros in Schanghai.Durch den Zusammenschluss mit Olivencia-Ballester verfügt die katalanische Kanzlei nun auch über ein starkes Büro in Sevilla. Im südlichen Spanien war Cuatrecasas bislang nicht vertreten. Olivencia-Ballester gilt vor allem wegen ihrer Corporate-Praxis und des Renommees von Namenspartner Manuel Olivencia als die Nummer Eins vor Ort.

Anzeige

Stellenmarkt zur Übersicht

Volljurist:in/Referent:in für die Abteilung Prozessführung/Litigation

Volljurist:in / Referent:in (m/w/d) für die Abteilung Prozessführung / Litigation, Wiesbaden

Volljurist Energierecht / Vollzeit / Köln

rhenag Rheinische Energie AG, 50968 Köln

Senior Legal Counsel (m/f/d), Patents / IP law, Ingelheim (GER)

Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Ingelheim

Senior Corporate Counsel HVAC Germany / Syndikusrechtsanwalt

Trane Technologies, Oberhausen,Jettingen-Scheppach