Markt und Management

Nach einem Jahr bei Haarmann

Der Münchner Immobilienrechtler Dr. Frank Oprée hat zum Jahresbeginn Haarmann Hemmelrath verlassen und ist zu Beiten Burkhardt gewechselt. Der 39-Jährige International Partner, der erst im Oktober von Graf von Westphalen Bappert & Modest gekommen war, zieht damit auch die Konsequenzen aus den jüngsten Entwicklungen der Kanzlei (siehe weitere Meldungen).

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Ende nach fünf Jahren

Die Partner der Berliner Sozietät Stöhr Mäger haben sich zum Jahreswechsel getrennt. Dr. Karl-Josef Stöhr (45) schloss sich Heuking Kühn Lüer Wojtek an, während Dr. Stefan Mäger (37) und der bisherige dritte Partner Dr. Wolf von Bernuth (34) gemeinsam weiter praktizieren.Stöhr Mäger war im Jahr 2001 als Spin-off von Bräutigam Fahs Diesselberg entstanden. Es habe sich in den vergangenen Jahren aber gezeigt, dass sich die Tätigkeitsschwerpunkte "in unterschiedliche Richtungen" entwickelt hätten, so die Partner in einer gemeinsamen Erklärung. Von Bernuth ergänzte, dass es weniger Überschneidungen gegeben habe, als ursprünglich erwartet. Die Trennung erfolgte einvernehmlich und in geeigneten Fällen wollen die Anwälte auch weiterhin zusammenarbeiten.

Auf eigenen Wegen

Die Arbeitsrechtspartnerin Caroline Bitsch hat nach 19 Jahren Freshfields Bruckhaus Deringer zum Jahreswechsel verlassen. Die 47-Jährige gründete in Frankfurt mit vier Associates eine eigene Kanzlei unter dem Namen Justem Rechtsanwälte. Gemeinsam mit Bitsch wechselten die Freshfields-Associates Dr. Thilo Manhold und Kai Golücke. Zudem schlossen sich auch Dr. Oliver Driver-Polke von Linklaters Oppenhoff & Rädler in Berlin und Kerstin Panhorst von Lufthansa Servicegesellschaft der neuen Kanzlei an. Beide hatten Freshfields bereits im August 2004 verlassen.

Das europäische Netzwerk mittelgroßer Anwaltskanzleien Lexwork International hat sich mit Great Lakes Law, einem nordamerikanischen Pendant, zusammengeschlossen. Insgesamt vereinigt der Verbund 28 Anwaltskanzleien mit mehr als 1.600 Anwälten. Der neue Zusammenschluss wird weiter unter dem Namen Lexwork International firmieren.Der europäische Teil des Netzwerks existiert seit über 20 Jahren und vereinigt mittelgroße, unabhängige Kanzleien aus 16 europäischen Ländern.

Wenn sich das Jahr seinem Ende neigt, wird vielen besinnlich zumute, sie öffnen Herz und Geldbeutel für die Bedürftigen. Ein potenzieller Empfänger milder Gesten dürfte da die Hilfskasse Deutscher Rechtsanwälte sein, die bedürftige Kolleginnen und Kollegen sowie deren Familien aus 26 Kammerbezirken bundesweit unterstützt. Besonders hoch betagten Rechtsanwälten oder deren Witwen soll die finanzielle Hilfe zugute kommen, aber auch jüngere Berufsträger können davon profitieren. Die Spenden gehen ohne Abzug von Verwaltungskosten direkt an die Empfänger. Im vergangenen Jahr erhielten so 277 Anwälte insgesamt 139.350 Euro. Spendenkonto: Deutsche Bank Hamburg, BLZ 20070000, Kontonummer 0309906.Um ihre Berufskollegen gar nicht erst in Not geraten zu lassen, setzt die Bundesrechtsanwaltskammer ihre Qualifizierungsoffensive weiter fort und beschließt inzwischen quasi im Halb-Jahres-Takt neue Fachanwaltschaften. Nachdem erst im Mai sechs neue geschaffen wurden, steht nun die Einführung des Fachanwalts für Gewerblichen Rechtsschutz und des Fachanwalts für Handels- und Gesellschaftsrecht auf dem Programm. Schuld ist natürlich der Mandant: "Die Satzungsversammlung trägt mit der Ausweitung der Fachanwaltschaften dem zunehmenden Bedarf der Mandanten nach besonderem Fachrat Rechnung", erklärt BRAK-Präsident Dr. Bernhard Dombek. Mit den ersten Fachanwälten auf den neuen Rechtsgebieten ist ab Mitte 2006 zu rechnen.

Die derzeitige Konzentration von IP-Expertise in den marktbeherrschenden Prozesspraxen großer US-amerikanischer Kanzleien geht in eine neue Runde: McDermott Will & Emery hat im November ein Team von 15 IP-Anwälten um den Morgan-Lewis-Partner Dennis Mondolino in ihre New Yorker Litigation-Praxis aufgenommen.

Zum Januar wechselt der Immobilienrechtler Dr. Michael Bütter von Weil Gotshal & Manges als of Counsel zu Lovells. Der 35-Jährige soll den Bereich Immobilienwirtschaftsrecht in der Hansestadt aufbauen.Für die Immobilien-Praxisgruppe von Lovells war die Präsenz in Hamburg schon länger ein Ziel. "Wir sind zuversichtlich, dass in unserer starken Präsenz in Hamburg und unserer Marktdurchdringung im Bereich Immobilienrecht erhebliches Synergiepotenzial steckt", sagte der Düsseldorfer Immobilien-Partner Dr. Roland Bomhard.

Zum November ist der Brüsseler Ashurst-Anwalt Dr. Carsten Reimann (35) zur Renault Nissan Deutschland AG gewechselt. Er verstärkt dort das European Legal Team des französischen Autokonzerns. Am rheinischen Standort Brühl arbeitet er künftig vor allem im Kartell- und Vertriebsrecht. Das europaweite Team besteht aus etwa 30 Juristen, die von dem Pariser Nissan-Hauptquartier aus geleitet werden.

Die Stuttgarter Kanzlei Wahlert Rechtsanwälte hat mit der US-Kanzlei Frost Brown Todd eine strategische Allianz geschlossen. Ziel ist die umfassende Rechtsberatung für US-Firmen, die in Deutschland bzw. Europa aktiv sind sowie umgekehrt für deutsche Unternehmen bei Geschäften in den USA.

Cravath Swaine & Moore verliert in New York zwei Kapitalmarktrechtler an die Konkurrenz. Mitte November ist der Securitization-Partner und Asienspezialist Clayton Johnson (50) zu Cleary Gottlieb Steen & Hamilton gewechselt. Er soll ab 2006 für die Kanzlei ein Büro in Peking aufbauen. Gleichzeitig ging Cravath-Senior Associate Adele Hogan in das New Yorker Büro von Linklaters, das damit auf 21 Partner wuchs. Clayton Johnson war seit über 20 Jahren bei Cravath, seit 1988 als Partner. Von 1994 bis 2003 eröffnete und leitete er für die Kanzlei ein Büro in Hongkong mit kapitalmarktrechtlichem Schwerpunkt. Er betreute dort unter anderem führende Investmentbanken wie Citigroup, Goldman Sachs und Morgan Stanley. Bei Cleary wird Johnson zusammen mit dem Hongkonger Partner Filip Moerman den Aufbau eines Büros in Peking in Angriff nehmen, das zum Jahreswechsel starten soll. Cleary ist bereits seit 25 Jahren in Hongkong präsent.

Neues Jahr, neue Struktur

Haarmann Hemmelrath wechselt die Rechtsform und baut ihre multidisziplinären Strukturen radikal um. Zum Jahresbeginn 2006 wird die Kanzlei zu einer englischen LLP. Zugleich werden die Anwälte, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater der Kanzlei in wirtschaftlich eigenständigen Gesellschaften agieren. Als Erste haben jetzt die Wirtschaftsprüfer der RSM Haarmann Hemmelrath Wirtschaftsprüfungsgesellschaft GmbH angekündigt, ab Januar als unabhängige Einheit im Markt zu agieren. Im Sommer hatte es nach JUVE-Informationen Kaufangebote von Wettbewerbern für den WP-Bereich gegeben.

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