Markt und Management

Verlust für Jones Day

Strafrechtler Eckart Hild verlässt Jones Day. Zum Jahreswechsel wechselt der 62-Jährige in die kleinere Frankfurter Kanzlei Wicker Hanf.Hild, seit 30 Jahren als Verteidiger tätig, war seit 1999 bei Jones Day. Er hatte den Status eines of Counsel inne und die Abteilung Forensic Services bei der US-Sozietät in Deutschland aufgebaut. Hild sagte, sein Abgang erfolge planmäßig und sei schon lange vorbereitet gewesen. Die Kanzlei und er hätten von Anfang an festgelegt, dass er Jones Day nach rund fünf Jahren wieder verlassen würde.

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Dem Düsseldorfer Büro von McDermott Will & Emery haben im September zwei jüngere Non-Equity-Partner den Rücken gekehrt: Der aufstrebende Gesellschaftsrechtler Dr. Alexander Hirsch (35) arbeitet seit Oktober bei Nörr Stiefenhofer Lutz. Zwei Wochen zuvor wechselte schon der 40-jährige Steuerrechtler Dr. Richard Schmidt zu Shearman & Sterling.Hirsch war seit drei Jahren bei der US-Kanzlei unter Vertrag. 2002 war er mit einem Team um Corporate-Partner Konstantin Günther aus der damaligen Kanzlei Menold & Aulinger (heute Luther bzw. Menold Bezler) zu McDermott gewechselt. Zuvor war er Associate bei Hengeler Mueller.

Wer Juristen als Märchenerzähler bezeichnet, tut dieser Zunft gewiss Unrecht. Insoweit ist es wohl pures künstlerisches Interesse, dass das Bundesjuristenorchester zum Vorspiel von Humperdincks "Hänsel und Gretel" hat greifen lassen für das Programm seiner nunmehr vierten CD. Der Bedeutung des Standes schon wesentlich angemessener erscheint da die Wahl von Beethovens Fünfter, der "Schicksalssinfonie", die die über 80 Juristen unter Leitung von Klaus-Peter Modest, Dozent am Hamburger Brahms-Konservatorium einspielten.Musik zu machen ist jedoch nur eines der zahlreichen Projekte, mit denen sich Juristen neben der eigentlichen Mandatsarbeit beschäftigen. Nachdem zum Mai diesen Jahres sechs neue Fachanwaltschaften beschlossen wurden, bilden sich nun die Fachanwaltsausschüsse: Unter anderem hat sich im August der Fachanwaltsausschuss für Bau- und Architektenrecht der Rechtsanwaltskammer Berlin konstituiert und vereint so namhafte Anwälte wie Dr. Rolf Theißen (Dres. Theißen & Stollhoff), Dr. Henning Hauschke (Knauthe Eggers), Dr. Ralf Leinemann (Leinemann & Partner), Thomas Seewald (Mock) und Prof. Dr. Dieter Stassen (Hecker Werner Himmelreich & Nacken).

Dr. Armin Trafkowski (31), bisher Kartellrechts-Associate im Kölner Büro von Linklaters Oppenhoff & Rädler, wechselt im November in die Aachener Zentrale der AMB Generali Holding. "Für die Versicherer wird das Kartellrecht zunehmend zu einer wichtigen Größe", sagte der Leiter der Konzernrechtsabteilung der AMB Generali, Dr. Christoph Ebert. "Da ist es sinnvoll auch in der Konzernrechtsabteilung kartellrechtliche Kompetenz zu etablieren." Trafkowskis wird sich neben dem Kartellrecht auch mit Gesellschaftsrecht beschäftigen.

Nach viereinhalb Jahren bei Rittstieg Rechtsanwälte in Hamburg kehrt Dr. Hauke Thilow (36) der Kanzlei den Rücken und wechselt zu Brock Müller Ziegenbein (BMZ). Der Gesellschaftsrechtler und M&A-Anwalt wird dem Kieler Büro zum 1. November als Partner beitreten. In Schleswig-Holsteins größter Kanzlei wird Thilow die bundesweit bekannten Praxisbereiche Gesellschaftsrecht und Medien verstärken. Bei Rittstieg wirkte er als Associate an der Seite von Namenspartner Dr. Andreas Rittstieg an zahlreichen Transaktionen mit, darunter eine Reihe von Käufen und Verkäufen in der Medienbranche. Im Mai diesen Jahres berieten Rittstieg und Thilow gemeinsam den Medienkonzern Hubert Burda Media beim Verkauf des Zeitungsverlags Schwerin an den Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (JUVE 06/05). Thilow war auch an einigen Transaktionen für United Internet beteiligt. Zudem betreute er eigenständig die 80-Prozent-Übernahme an InterNetX für den Internet-Serviceprovider (JUVE 06/05).

DLA Piper Rudnick Gray Cary hat ihre versicherungsrechtliche Abteilung erneut mit einem erfahrenen Quereinsteiger verstärkt. Im Oktober stieß der Rückversicherungsexperte Ulrich Jaeger (60) als of Counsel zu dem Kölner Team. Jaeger war zuvor 22 Jahre lang für die Gen Re, vormals Kölnische Rückversicherung, tätig, zuletzt als Direktor für Schaden. Jaeger gilt als hervorragender Kenner der Rückversicherungsszene. Er ist unter anderem seit 1991 geschäftsführendes Mitglied des InTAP e.V. , eines internationalen Zusammenschlusses von Asbest und Umweltschadens-Rückversicherern.

Die Frankfurter Kanzlei Greenfort koordiniert für das US-Unternehmen Flowserve dessen neue Verhaltensrichtlinien (International Codes of Business Conduct). Die Kanzlei aus ehemaligen Senior Associates von Freshfields Bruckhaus Deringer und Hengeler Mueller sicherte sich das Mandat, das sich über 55 Jurisdiktionen erstreckt, während eines kleineren Pitches, in dem sie sich gegen eine internationale Großsozietät durchsetzte.Den Kontakt zu Flowserve, einem in New York börsennotierten Hersteller von Pumpen und Ventilen mit einem Jahresumsatz von mehr als zwei Milliarden US-Dollar, pflegt Greenfort-Partner Dr. Mark Lemke bereits seit seinen Zeiten bei Freshfields. Dennoch ist die Mandatierung vor dem Hintergrund als bemerkenswert anzusehen, dass die kleine Kanzlei über kein institutionalisiertes internationales Netzwerk verfügt.

Dr. Andrea Hoß verstärkt seit September als Associate die versicherungsrechtliche Praxis des Kölner Büros von Heuking Kühn Lüer Wojtek. Die 30-jährige war zuvor in der Abteilung Special Risk Management der Atradius Kreditversicherung AG tätig"Nach drei interessanten Jahren in einem Versicherungsunternehmen möchte ich jetzt die anwaltliche Seite kennen lernen", sagte Hoß. Ihr bisheriger Schwerpunkt lag in der Betreuung problematischer Kreditrisiken sowie der Begleitung von Sanierungsmaßnahmen durch das Kreditversicherungsrecht, vor allem an der Schnittstelle zum Insolvenzrecht.

Preisträger stehen fest

Der JUVE Verlag hat am gestrigen Donnerstag abend die Preise für die Anwaltskanzleien des Jahres 2005 verliehen. Den übergeordneten Titel "JUVE Kanzlei des Jahres" gewann die US-Sozietät Cleary Gottlieb Steen & Hamilton.Der Kölner Branchenverlag zeichnete die Kanzlei unter anderem deswegen aus, weil sie nach Auffassung der Redaktion in Deutschland einen großen Sprung gemacht hat. Jahrelang sei Cleary vor allem mit hochkarätiger Beratung im Bank- und Finanzrecht in Verbindung gebracht worden. In den vergangenen zwölf Monaten aber habe sie sich auch im Bereich M&A Respekt bei Mandanten und Wettbewerbern verschafft. So berieten die Anwälte etwa die HVB beim Zusammenschluss mit dem italienischen Finanzinstitut Unicredit sowie die Postbank beim Erwerb der BHW-Gruppe.

Die Würfel sind gefallen

Die Neubesetzung einiger Schlüsselpositionen im weltweiten Führungsgremium von Lovells ist seit Anfang der Woche abgeschlossen. Unter anderem wird der Frankfurter Partner Dr. Harald Seisler (52), der bislang den Bereich Osteuropa verantwortete, zukünftig für das gesamte Kontinentaleuropa im International Executive zuständig sein.

Unruhe in Münchner Kanzlei

Das Münchner Büro von Schwarz Kelwing Wicke Westpfahl steht offenbar vor größeren Einschnitten. Wie es scheint, verlassen zum Jahresende eine ganze Reihe von Anwälten die Sozietät. Fest steht bereits, dass der mit Schwerpunkt im Öffentlichen Medienrecht tätige Non-Equity-Partner Dr. Christoph Brandenburg (36) zu Taylor Wessing wechselt. Zudem werden mindestens drei Seniorpartner der Sozietät den Rücken kehren, verlautete aus Kanzleikreisen und dem engeren Umfeld. Dort wird aber auch für möglich gehalten, dass weitere Anwälte das Münchner Büro verlassen.

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