Markt und Management

Unendliche Geschichten in Erlangen

Die Erlanger Kanzlei Weiss Lieb & Kollegen hat sich aufgespalten: Namenspartner Dr. Klaus Lieb (61) und sein Sohn Dr. Christopher Lieb (32) haben sich Anfang des Monats als Lieb Rechtsanwälte selbstständig gemacht."Wir wollen uns ausschließlich auf die Beratung und Vertretung von Unternehmen konzentrieren", sagte Christopher Lieb. Mit in die neue Kanzlei geht Weiss-Lieb-Associate Stefan Förtsch (36), zudem sollen drei junge Anwälte eingestellt werden.

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Wer geht, wer kommt, was bleibt? Aktuelle Personalien, die den Markt bewegen - im übersichtlichen Newsticker! Alle ansehen
Neuer Partner

Knauthe Eggers wächst weiter in der Hauptstadt: Der Berliner Anwalt und Notar Dr. Thomas Meyer (40) verstärkt ab Juni das handels- und gesellschaftsrechtliche Dezernat der Kanzlei.Meyer ist bislang Partner der kleinen Berliner Sozietät Brönner Rechtsanwälte und berät insbesondere bei Käufen und Verkäufen von Krankenhäusern und Seniorenheimen. Außerdem betreut er Krankenhäuser in den Bereichen Vertragsgestaltung und Finanzierung sowie bei Ausschreibungen. Zu seinen Mandanten gehört unter anderem der Paritätische Wohlfahrtsverband.

Gewinn rauf, Umsatz runter

Clifford Chance hat den Gewinn pro Partner im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund 15 Prozent verbessert. Ein Partner verdiente damit durchschnittlich mehr als 936.500 Euro, im Vorjahr dagegen 817.000 Euro. Die absolute Höhe für den einzelnen Partner sei aber vom Senioritätsgrad und der Region abhängig.Dies teilte die Kanzlei vor zwei Tagen mit.

Berliner Immobilienkarussell

Hammonds stockt die baurechtliche Beratung in Berlin auf: Dr. Jan Kehrberg (39) und Andreas Ingendoh (31) wechseln zum Juni von Nörr Stiefenhofer Lutz zu der britischen Kanzlei. Kehrenberg steigt als Partner ein.Beide Anwälte sind spezialisiert auf das Immobilien- und Baurecht und ergänzen die bereits bei Hammonds vorhandene und etablierte öffentlich-rechtliche Kompetenz.

Ex-Siemens-Mann wird Schweizer

Seit Anfang des Monats ist der Kartellrechtler Dr. Gerald Brei (43) in Zürich bei Homburger Rechtsanwälte tätig. Er verließ LMR Lindemann Mentzel, eine vor wenigen Jahren in München von Siemens-Syndizi gegründete Corporate- und Kartellrechtsboutique. Dort war Brei zuletzt etwa auf Seiten von Ibero-Eurosur für den kartellrechtlichen Teil des Erwerbs einer Mehrheitsbeteiligung an der Deutschen Touring Gesellschaft verantwortlich.

Schlappe für Coudert

Coudert Brothers verliert alle Partner ihres Londoner sowie Moskauer Büros an die US-Kanzlei Orrick Herrington & Sutcliffe. Dies teilte Orrick vor wenigen Tagen mit. Der Wechsel der insgesamt elf Partner soll "vorbehaltlich ihrer Verpflichtungen mit Coudert" so schnell wie möglich stattfinden. In London gehen acht Partner, darunter auch Dean Poster, früherer Leiter der Corporate & Commercial-Praxisgruppe sowie der ehemalige Leiter des Arbeitsrecht-Teams John Evans. Bereits kurz zuvor hatte Alastair Gorrie, der frühere neunte Coudert-Partner in London, den Weg in Richtung Orrick eingeschlagen. Orrick wächst damit in London, wo sie seit 1998 präsent ist, auf 18 Partner.

Bremer Wechselfieber

Der im lokalen Markt bekannte Gesellschaftsrechtler Dr. Klaus Starke (51) wird Ganten, Hünecke, Bieniek & Partner verlassen. Er geht zum Lokalrivalen Ahlers & Vogel. Gleichzeitig gewann Ganten im Mai drei neue Anwälte von Lüthke, Kleinschmidt & Partner.Wie beide Seiten betonten, erfolge Starkes Abschied von seiner ehemaligen Partnerschaft in freundlichem Einvernehmen. Allerdings sagen Wettbewerber, dass Starke in seiner neuen Kanzlei auch andere Perspektiven bekomme, denn die Corporate-Praxis von Ahlers & Vogel konnte in den vergangenen Jahren beständig zulegen. Auch dürfte die expandierende Sanierungspraxis eine tragfähige Basis für Starkes Arbeit darstellen, wenn er dort im September seine Tätigkeit aufnimmt.

Es werden immer mehr… Nicht nur, dass die schiere Zahl der zugelassenen Anwälte in Deutschland stetig steigt. Auch das Qualifikationsniveau ist beständig im Aufwind: Wie die Bundesrechtsanwaltskammer vermeldete, wuchs die Zahl der Fachanwälte von 18.424 auf 19.876. Jeder sechste Anwalt darf sich inzwischen als Fachanwalt bezeichnen. Dabei scheint sich die aktuelle Wirtschaftslage auch in der Spezialisierung niederzuschlagen: Inzwischen gibt es mehr Fachanwälte für Arbeitsrecht als für irgendetwas sonst. Auch der vergleichsweise junge Fachanwalt für Insolvenzrecht kommt gut an: Hier lag die Steigerungsrate bei 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der ehemalige Leiter der Rechtsabteilung von Abbott Laboratories, José de Lasa (63), ist seit April Partner bei Baker & McKenzie. Der Pharmahersteller Abbott Laboratories ist nach Kanzleiangaben einer der ältesten Mandanten, die von Baker weltweit betreut werden. De Lasa wird zunächst in Chicago tätig sein. Nach einigen Monaten soll er vom New Yorker Büro aus weltweit den Bereich Pharmaceutical & Healthcare betreuen. Bevor de Lasa 1994 den Posten des Executive Vice President und General Counsel bei Abbott übernommen hatte, war er 18 Jahre lang Vice President und Associate General Counsel des Healthcare-Unternehmens Bristol-Myers Squibb. Kanzleierfahrung hatte der Yale-University-Absolvent bereits zuvor sechs Jahre lang bei Cleary Gottlieb Steen & Hamilton in New York sammeln können.

Zwei anerkannte jüngere WTO-Spezialisten von Freshfields Bruckhaus Deringer und Baker & McKenzie haben sich im April der Hamburger Sozietät Mielke Sonntag Bernzen Heggemann angeschlossen. Dr. Christian Pitschas (38) und Hannes Schloemann (36) wollen die Beratung zum Außenhandelsrecht und zum Recht der Welthandelsorganisation künftig für die Kanzlei entwickeln und sind bereits dabei, auch ein Büro am Sitz der WTO in Genf aufzubauen. Schloemann kehrte Baker & McKenzie nach sechs Jahren als Associate im Berliner Büro den Rücken. Während dieser Zeit war er zum Beispiel Mitglied eines Teams, das die Regierungen von Barbados und des Jemen zum WTO-Beitritt und Vietnam zur Ausarbeitung eines Handelsabkommens mit den USA beriet (JUVE 05/00; 02/04).

Cuatrecasas hat ihr German Desk durch den Immobilienexperten Tim Wirth (39) von Ernst & Young verstärkt. Der 39-Jährige wechselte als Senior Associate in das Cuatrecasas-Büro in Palma de Mallorca. Wirth war seit sieben Jahren bei Ernst & Young in Palma und leitete dort das German Desk. Er ist spezialisiert auf die Betreuung deutschsprachiger Mandanten bei privaten und gewerblichen Immobilienprojekten sowie in Strukturierungsfragen.

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