Markt und Management

Abbau in Paris

Die bisherige PwC-Kanzlei Landwell & Associés wird sich in Paris von insgesamt 65 Rechtsanwälten trennen. Einem Bericht von 'Legal Week' zufolge sollen die Anwälte - darunter auch Partner - im Rahmen eines "freiwilligen Reduzierungsprogramms" die Kanzlei verlassen. Diejenigen jedoch, die nicht freiwillig gingen, werde man zu einem späteren Zeitpunkt dazu zwingen, sagte ein Senior Partner von Landwell & Associés der englischen Presse.Betroffen ist demnach die Praxis, die die PwC-Abschlussprüfer bislang juristisch begleitet hat. Das 600 Anwälte starke Pariser Landwell-Büro erhofft sich auf diesem Weg, weiter mit PwC zusammenarbeiten zu können, allerdings zukünftig nur noch im Bereich Steuer- und Unternehmensberatung.

Personalien

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Familiensache

Adidas-Salomon AG holt sich zum 1. Juli 2004 einen Spezialisten ins Unternehmen, der die Branche seit Kindesbeinen kennt: Frank Dassler (47), Enkel des Puma-Gründers Rudolf Dassler, dessen Bruder den Sportartikler Adidas gegründet hatte. Bei Adidas wird der Anwalt, der seit 15 Jahren in eigener Kanzlei tätig ist, Leiter der globalen Rechtsabteilung und übernimmt die Bereiche Soziales und Umwelt. Der derzeitige Rechts- und Umweltvorstand Manfred Ihle wird mit Dasslers Eintritt in den Ruhestand gehen.

Warschau

Von kuriosen Umständen begleitet wird derzeit ein Kanzleiwechsel in Warschau. In der polnischen Hauptstadt ist im Dezember Tomasz Major von Wendler Tremml zu Haarmann Hemmelrath gegangen. Dort arbeitet der 28-Jährige Arbeits- und Sozialversicherungsrechtler als freier Anwalt für die deutsche Sozietät. Der Schritt Majors, der seit mehreren Jahren im Warschauer Büro von Wendler Tremml tätig war, wird allerdings von einem offensichtlich heftigen Streit überschattet. "Wir sahen uns gezwungen, uns von Herrn Major zu trennen", sagte Michael Wendler. "Denn im Zuge unserer Umstrukturierung zur Personengesellschaft sind Unregelmäßigkeiten ans Licht gekommen." Weiter wollte sich Wendler nicht äußern.

GSK Gassner Stockmann & Kollegen erweitert den Corporate-Bereich: Ab Januar 2004 stößt die auf Beratung von Venture Capital- und Private Equity-Gesellschaften spezialisierte Madeleine Detzner-Molnia als neue Partnerin in München zu der Kanzlei.Die 37-Jährige arbeitet zur Zeit als Einzelanwältin in der bayrischen Landeshauptstadt, verfügt aber auch über Erfahrungen aus größeren Kanzleien. Bevor sie 2001 zu Baker & McKenzie gewechselt war, war sie drei Jahre bei P+P Pöllath + Partner beschäftigt. Bei Baker war Detzner-Molnia im Team von Dr. Jörg Kirchner tätig und hatte die Kanzlei kurz nach dessen Wechsel zu Ashurst Morris Crisp nach rund einem Jahr wieder verlassen.

Kirch/Breuer-Prozess

Das OLG München hat am gestrigen Mittwoch dem Medienunternehmer Leo Kirch einen Anspruch auf Schadensersatz gegen die Deutsche Bank, nicht jedoch gegen deren ehemaligen Vorstandschef Dr. Rolf Breuer bestätigt. Anders als in der Vorinstanz ließen sich Deutsche Bank und Breuer außer von Hengeler Mueller auch von der spezialisierten München-Düsseldorfer Sozietät Sernetz Schäfer vertreten. Bei Hengeler war wie bisher der Frankfurter Partner Dr. Peter Heckel im Einsatz, Sernetz Schäfer vertrat durch den Münchner Namenspartner Dr. Herbert Sernetz. Kirch bot wie gehabt die Namenspartner Prof. Dr. Wolfgang Bub und Dr. Peter Gauweiler sowie Franz Enderle von der Münchner Kanzlei Bub, Gauweiler & Partner auf.

MDP-Diskussion

Auch bei der WP-Gesellschaft Deloitte & Touche und den mit ihr verbundenen europäischen Rechtsanwaltskanzleien stehen die Zeichen nun auf Trennung. Dr. Dirk Pohl, Münchner Partner von Raupach & Wollert-Elmendorff - der in Deutschland mit Deloitte assoziierten Kanzlei - bestätigte JUVE gegenüber dahingehende Diskussionen.'The Lawyer' hatte zuvor berichtet, Deloitte habe sich nach eingehender Überprüfung ihres Kanzleinetzes zur Trennung entschlossen. Pohl schränkte dies allerdings insofern ein, dass es keine einseitigen Vorgaben von Deloitte oder gar einen Impuls zur Trennung gebe, sondern lediglich einen konstruktiven Dialog über die weitere Entwicklung und Zusammenarbeit. Zudem "nehmen wir als Anwaltskanzleien aktiv an den europäischen Diskussionen mit Blick auf die Zukunft teil."

Gerhard Goll (61), bis April 2003 Vorstandsvorsitzender des drittgrößten deutschen Stromerzeugers EnBW, ist als Partner der Karlsruher Kanzlei Nonnenmacher Rechtsanwälte beigetreten. Goll wird künftig im Zivilrecht und öffentlichen Recht tätig sein. Seine weit reichenden Kontakte sind für die Kanzlei von besonderer Bedeutung, für bestehende Mandatsverhältnisse erhofft man sich die Ergänzung durch den Praktiker aus der Wirtschaft.

Bereits seit 1. November 2003 verstärkt Prof. Dr. Klaus Letzgus das Strafrechtsteam bei Wannemacher & Partner in München. Der 63-Jährige, Begründer und Mitherausgeber der anerkannten Neuen Zeitschrift für Strafrecht (NStZ), wechselte nach mehr als sechsjähriger Tätigkeit bei Brehm & von Moers zu Wannemacher.Letzgus' bisherige juristische Karriere ist durch vielseitige Stationen geprägt: Er war unter anderem beschäftigt in der Rechtsabteilung von Daimler-Benz, im Cheflektorat des Beck-Verlages und nahm Lehraufträge an den Universitäten in Rostock und München wahr. Zudem war er ab 1992 Staatssekretär des Justizministeriums und ab 1994 für vier Jahre des Innenministeriums von Mecklenburg-Vorpommern.

Weitere Expansion

Die englische Kanzlei DLA baut weiter aus: Zum Jahreswechsel fusioniert sie mit der niederländischen Kanzlei SchutGrosheide. Seit drei Jahren sind die beiden Sozietäten bereits über die Mitgliedschaft im internationalen Netzwerk DLA-Group miteinander verbunden. In den Niederlanden wird die Kanzlei künftig als DLA SchutGrosheide firmieren.Frans Stibbe, jetziger und künftiger Managing Partner von SchutGrosheide in Amsterdam, sieht die Fusion deshalb auch als "natürlichen Schritt" seiner Kanzlei. Erst im Juli hatte der 44-Jährige seinen Vorgänger Robert Hein Broekhuijsen (45) abgelöst, der seinerseits ab Januar eine Position im Leitungsgremium der DLA-Group übernehmen wird.

Dewey Ballantine

Dr. Geza Martin Toth-Feher hält es nicht mehr bei Dewey Ballantine. Anfang Dezember bestätigten sich Spekulationen, dass der Leiter des in London angesiedelten German Desks und Chef des Frankfurter Büros nach nur eineinhalb Jahren die US-Kanzlei zum Jahresende wieder verlassen werde.Der umtriebige Corporate- und M&A-Anwalt setzt seine berufliche Karriere als Teilhaber der von ihm zusammen mit vier befreundeten Investmentbankern gegründeten Investment-Firma CB Equity Partners fort. Diese ist auf Transaktionen in Deutschland, der Schweiz und Österreich spezialisiert.

Wochenlang kursierten Gerüchte, jetzt ist es amtlich: Zum Jahresende verlassen die Baurechtspartner Rainer Horsch (50) und Dr. Iris Oberhauser (34) das Münchner Büro von Nörr Stiefenhofer Lutz. Sie werden sich gemeinsam mit Dr. Eick Busz (34) als drittem Partner und dem jungen Rechtsanwalt Christian Scharpf (32) selbstständig machen. Die neue Kanzlei wird Horsch Oberhauser Rechtsanwälte heißen. Horsch und Oberhauser waren seit dem Jahr 2000 bei Nörr, Horsch nach Tätigkeit bei der Walter Bau AG. Associates von Nörr werden nicht mit den beiden Partnern gehen.

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