Markt und Management

Acht namhafte deutsche Arbeitsrechtsanwälte haben zum 1. Juli in Frankfurt unter dem markenrechtlich geschützten Namen „Arbitrium“ einen eingetragenen „Verein für Mediation, Schiedsgerichtsbarkeit und Führungskräfte“ gegründet. Der Verein soll die Funktion eines Schiedsgremiums für Führungskräfte in Auseinandersetzungen mit ihrem Unternehmen haben. Als Alternative zum Zivilprozess will man dabei zeitnahe, diskrete und verlässliche Verhandlungsergebnisse erreichen.

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Akquise-Erfolg bei Andersen Legal

Das weltweit präsente Rechtsberatungsnetzwerk Andersen Legal der WP-Gesellschaft Arthur Andersen konnte zwei grenzüberschreitende Beratungsaufträge mit Schwerpunkt im Bereich Arbeitsrecht akquirieren. Für die Royal Bank of Scotland übernimmt Andersen ab Juni die arbeitsrechtliche Beratung von Kunden im Auslandsgeschäft. Mit dem multinationalen Dienstleister Regus Business Centers schloss man einen Vertrag über die umfassende Rechtsberatung einschließlich Arbeitsrecht der Tochtergesellschaften in Westeuropa, Australien, Asien und Lateinamerika.

Zum 1. Juli haben sich vier Anwälte von der geschätzten Aachener Kanzlei Delheid Soiron Schreven Hammer getrennt, um sich vor Ort mit Daniel & Daniel zusammenzuschließen. Der Name der neuen Formation im Aachener Markt ist Daniel Hagelskamp & Kollegen. „Wir möchten insbesondere dem Dienstleistungsgedanken in unserer Arbeit einen hohen Stellenwert einräumen“, erklärt Partner Thomas Hagelskamp das Konzept, das sich mit einem Full-service Angebot v.a. an mittelständische Unternehmen der Region richtet. Fusionspartner Daniel & Daniel ist u.a. bekannt durch die Arbeit für Betroffene von fehlerhaften Kapitalanlagen. Mit 8 Anwälten zählt die Kanzlei nun zu den größeren der Stadt. Delheid Soiron war 1990 selbst als Zusammenschluss einiger Aachener Anwälte aus verschiedenen Kanzleien entstanden und ist besonders für die arbeitsrechtliche Betreuung mittelständischer Unternehmen der Region bekannt.

Die für ihre Spezialisierung im Bau- und Immobilienrecht bekannte Kanzlei Heiermann Franke Knipp eröffnet zum 1. August 2000 ein Büro in Essen.Nach Frankfurt, München, Berlin und Brüssel ist dies der fünfte Standort der Kanzlei. Neben Partner Helge Winzen wird ein weiterer Anwalt dort tätig sein. In Nordrhein-Westfalen war man bereits bei einem größeren Haftungsverfahren um ein städtisches Verkehrsprojekt engagiert.

Die niedersächsische Kanzlei Prof. Versteyl und Partner fusioniert zum 1. Juli mit der Augsburger Kanzlei Meidert & Kollegen. Die neue Einheit trägt den Namen Prof. Versteyl Meidert. Zum gleichen Zeitpunkt wurde ein neues Büro in Hannover eröffnet, so dass die Sozietät nunmehr an 4 Standorten präsent ist.„Hintergrund des Zusammenschlusses ist die Verstärkung der überregionalen Präsenz im Öffentlichen Recht, insbesondere im Umwelt- und Baurecht“, erklärt Dr. Andrea Versteyl. Beide Kanzleien können auf eine starke Praxis in diesem Bereich zurückblicken. Namentlich Prof. Dr. Ludger-Anselm Versteyl ist für seine Beratung zu komplexen Anlagengenehmigungsverfahren, speziell im Bereich der Abfallbeseitigung und –verwertung, bundesweit bekannt. Die ehemalige Kanzlei Meidert verfügt zudem über ein breit angelegtes Spektrum im zivilrechtlichen Wirtschaftsrecht. Somit konnte die vormals ausschließlich auf öffentliches Wirtschafts- und Umweltrecht ausgerichtete Sozietät Versteyl, ihre Praxis entsprechend erweitern.

Zum 1. August haben sich Renate Damm und Roger Mann von Redeker Schön Dahs & Sellner getrennt, um sich in Hamburg unter dem Namen Damm & Mann selbstständig zu machen.Der Trennung vorausgegangen war Redekers Beschluss, den Hamburger Standort aufzugeben, wie Damm bestätigt. Laut Gernot Lehr, der bei Redeker ebenfalls im Presserecht arbeitet, wird die entgültige Entscheidung, diesen Bereich ab dem Jahreswechsel ausschließlich vom Bonner Büro aus zu betreuen, in den nächsten Monaten getroffen.

Das gesamte Houstoner Büro (Texas) der im Bereich des geistigen Eigentums und der technischen Schutzrechte bekannten Münchner Kanzlei Frohwitter Patent- und Rechtsanwälte wird zum 1. August zur US-amerikanischen Kanzlei Baker Botts wechseln und dort das bereits bestehende Büro in der US-amerikanischen Ölmetropole verstärken.Hintergrund ist die Entscheidung von Frohwitter sich vom Houstoner Büro zu trennen. „Die Kanzlei will sich zukünftig ganz auf Europa und hier auf Litigation und Lizensierung im Bereich IP konzentrieren“, kommentiert Namensgeber Bernd Frohwitter den Wechsel. „Das Angebot von Baker Botts war eine gute Gelegenheit, diesen Schritt zu vollziehen“, führt er weiter aus. In diesem Zusammenhang wird die Kanzlei auch bis zum Ende des Jahres das zweite ausländische Büro in Mailand abwickeln, um ausschließlich von München aus Unternehmen in Europa zu betreuen.

Aufgelöst und neu formiert

Zum 1. August haben sich die drei Standorte Frankfurt, Köln und Hamburg der Medien-Boutique Schwarzberg Brehm Wilde getrennt.Das Frankfurter Büro um den Filmanwalt Wolfgang Brehm arbeitet ab jetzt im Verbund mit der Münchner Kanzlei v. Moers & Collegen, während sich Rafaela Wilde mit ihrem Kölner Büro PricewaterhouseCoopers Veltins angeschlossen hat. Brehm wechselt ins Berliner Büro der neuen Formation mit dem Namen Brehm & v. Moers, wo Axel Schwarzberg sich von der Sozietät getrennt hat.

Puzzlestein am Rhein gefunden

Der Düsseldorfer Markt ist unverzichtbare Anlaufstelle für Großkanzleien. Die Fusion von CMS Hasche Sigle Eschenlohr Peltzer mit der bekannten Düsseldorf-Berliner Sozietät Schäfer Wipprecht Schickert bestätigt das Phänomen erneut. CMS ist bis jetzt die einzige Großkanzlei, die durch eine Fusion mit einer etablierten Sozietät im Düsseldorfer Markt Fuß gefasst und damit den langersehnten Stützpunkt hinzugewonnen hat. Eine Reihe anderer Kanzleien hatten sich während der letzten zwei Jahre in der nordrhein-westfälischen Landeshaupstadt niedergelassen: Nörr Stiefenhofer Lutz, Feddersen Laule, Baker & McKenzie, BBLP Beiten Burkhardt waren alle aus eigener Kraft nach Düsseldorf gekommen.

Vollbracht

Gut zwei Jahre dauerte die Prüfung der ewigen Bindung. Das Ergebnis stand am 23. Juli, exakt zwei Jahre nach dem Beschluss der strategischen Allianz (JUVE Rechtmarkt 8/98) fest: Zum 1. Januar 2001 werden Linklaters und Oppenhoff & Rädler wirtschaftlich vollintegriert fusionieren. 93% der Mitglieder der Partnerversammlung bei Oppenhoff stimmten letztlich für die Verbindung, nachdem die Linklaters-Partner grünes Licht gegeben hatten.

Spätere Heirat nicht ausgeschlossen

Zum 1. August kooperieren offiziell Gleiss Lutz Hootz Hirsch und Herbert Smith. Es gibt keinen festen Fahrplan für einen vollen Zusammenschluss, gelassen wollen die Sozietäten zunächst ganz einfach enger zusammenarbeiten. „Letztlich wollten unsere Mandanten die Kooperation, es wurde immer wichtiger, unseren Kreis von ‚Best Friends‘ auch nach außen glaubhaft zu dokumentieren“, beschreibt Dr. Martin Diller, seit gut einem halben Jahr Managing-Partner bei Gleiss (JUVE Rechtsmarkt 4/00) mit Stammsitz in Stuttgart die Motive und versichert: „Die Verbindung ist mehr als ein bloßes Empfehlungskartell, wir wollen erstklassige Rechtsberatung anbieten.“ Richard Fleck, Practice Development Partner bei Herbert Smith in London gibt einen Einblick in die Überlegungen des britischen Partners: „Gleiss ist eine erstklassige Sozietät. Wir wollten in Deutschland kein Büro in Märkten, etwa in Frankfurt, eröffnen, die verteilt sind unter deutschen Kanzleien. Wir haben großes Vertrauen, dass die kooperative Zusammenarbeit klappen wird. Für uns ist die Verbindung ein Schritt auf dem Weg zu einem europäischen Player.“