Markt und Management

Die an den kürzlich fusionierten Wirtschaftsprüfungsgiganten PricewaterhouseCoopers angeschlossene Kanzlei hat durch den Zugewinn einiger Anwalte von C&L Rechtsberatung und Nehm & Co. einen erneuten Wachstumsschub erlebt.Die beiden Kanzleien, die eine vergleichbar enge Beziehung zu Coopers & Lybrand bzw. Pricewaterhouse unterhielten, sind teilweise in die neue Kanzlei integriert worden, die von Prof. Dr. Michael Veltins, ehemaliger Partner bei Wessing & Berenberg-Gossler, geführt wird. Dadurch zählt Pricewaterhouse Coopers Veltins jetzt über 40 Anwälte in ihren Büros in Frankfurt, Hamburg, Stuttgart, Leipzig und München.

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Mit der Ankündigung, dass Mark Welling, Managing Partner des Bereichs Internationale Kapitalmärkte, nach Frankfurt geht, hat Allen & Overy erneut unterstrichen, welche Bedeutung die Kanzlei dem Frankfurter Markt beimisst. „Wir betrachten London, Frankfurt, New York und – abhängig von den Marktentwicklungen – Hongkong als Schlüsselmärkte“, erklärt Welling. Relativ gesehen komme Frankfurt innerhalb Europas eine immer bedeutendere Rolle zu, auch wenn es bisher noch keine Bedrohung für London darstelle. Die Strategie Allen & Overy ist dementsprechend auch weniger auf den mutmaßlichen Wettstreit unter den Finanzzentren gerichtet als vielmehr darauf, die wachsende Kooperation zwischen den verschiedenen Märkten in Europa für sich zu nutzen. „Internationale Sozietäten neigten in der Vergangenheit dazu, sehr London-zentriert zu arbeiten,“ fügt Welling hinzu. „Es gibt ein großes Potential für mehr grenzüberschreitende Arbeit in Europa.“ Dieses Potential reicht von traditioneller Fremd- und Eigenkapitalfinanzierung bis hin zu Sekuritisierung und strukturierter Finanzierung, Bereiche, in denen die Kanzlei sich selbst zu den Marktführern zählt. Auf die Frage, warum britische Anwälte vor Ort gebraucht werden, weist Welling darauf hin, dass für die internationale Banken- und Kapitalmarkts-Praxis zukünftig Anwaltsteams gebraucht werden, die in verschiedenen Jurisdiktionen zugelassen sind: „Wir wollen zukünftig englische, deutsche und US-amerikanische Fachkräfte in Frankfurt haben. Wir müssen vor Ort in der Lage sein, einen umfassenden Service über das ganze Spektrum der Kapitalmarktsaktivitäten zu liefern.“

Vom 1. bis zum 3. Oktober fand zum ersten Mal nach zehn Jahren die Anwaltschaft wieder zusammen, um über Chancen, Aufgaben und Strategien für die Zukunft zu diskutieren.In vier Arbeitskreisen erarbeiteten die 300 teilnehmenden Anwälte (vor 10 Jahren, unter dem Eindruck des BVerfG-Urteils zur Gültigkeit der Standesrichtlinien, waren es noch doppelt so viele gewesen) eine Reihe von Thesen die Standortsbestimmung und Aufruf in einem waren.

Seit dem 1. September leitet Dr. Herbert Palmberger im Düsseldorfer Büro von Clifford Chance das versicherungsrechtliche Dezernat. „Wir sind in diesem Bereich in London stark und wollen ihn auch in Deutschland ausbauen“, kommentiert der Düsseldorfer Partner Christopher Kellet. Die bereits geplante Erweiterung der Geschäftstätigkeit für deutsche und internationale Versicherungsmandanten soll mit dem Praktiker aus der Versicherungsbranche umgesetzt werden.„Wir sehen das als eine Chance“, beschreibt Kellet den Einstieg Palmbergers, der zuvor als Direktor der HANNOVER Rückversicherungs-AG, als Generalbevollmächtigter der DKV Deutsche Krankenversicherungs-AG sowie als Hauptbevollmächtigter der CHUBB Insurance Company of Europe tätig war. Auch als Schiedsrichter bei Versicherungs- und Rückversicherungsauseinandersetzungen hat sich Palmberg in seiner 20-jährigen Tätigkeit einen Namen gemacht.

„Die Zeit der Allianzen ist vorbei“

Nach zwölf Monaten der Ruhe auf dem recruitment-Markt hat eine angelsächsische Kanzlei den Stein mit Abwerbungen von Quereinsteigern der Konkurrenz wieder ins Rollen gebracht. Allen & Overy gab Ende August bekannt, dass mit Dr. Johannes Bruski von Bruckhaus Westrick Heller Löber und Dr. Reinhard Hermes von der US-amerikanischen Kanzlei Morgan, Lewis & Bockius zwei neue Partner gewonnen werden konnten.Hermes (40), zuletzt Partner des Frankfurter Büros der US-Kanzlei und davor sechs Jahre bei Cleary, Gottlieb, Steen & Hamilton, wurde von Allen & Overy geholt, um die Praxis ihres Frankfurter Büros in den Bereichen Kapitalmarktrecht und Corporate Finance zu verstärken. Bruckhaus-Partner Bruski (35) wird das jetzt schon starke Team für Asset-Finanzierung auf der anderen Seite der Taunusanlage erweitern, das mit Dr. Peter Hein ein weiterer ex-Bruckhaus-Partner führt.

„Die Zeit der Allianzen ist vorbei“

Nur zwei Monate, nachdem die Verschlankung und vorgesehene engere Zusammenarbeit zwischen den verbleibenden Mitgliedern der Gruppe bekannt gegeben wurde, kündigte die Pünder Group ihre Auflösung zum 31. Dezember des Jahres an.Letztendlich wurde die Gruppe ein weiteres Opfer der unterschiedlichen Analysen zur Zukunft europäischer Anwaltskanzleien einerseits und des nach wie vor sehr heterogenen Rechtsmarkts in den Ländern, die 1999 die Euro-Zone bilden werden, auf der anderen Seite.

Nachlese zu dem Artikel

Durch ein Versehen ist die Darstellung des Leipziger Büros von Haarmann, Hemmelrath & Partner nicht nur zu knapp geraten sondern vermittelt auch ein falsches Bild des dortigen Büros. Entgegen der Darstellung in unserem Artikel arbeiten im Leipziger Büro unter der Leitung von Partnerin Dr. Cornelia Kermel inzwischen 8 Anwälte. Der erwähnte Schwerpunkt im Insolvenzrecht wird von 2 Anwälten und 4 weiteren Mitarbeitern bearbeitet. Daneben bildet vor allem das Energierecht ein weiteres wichtiges Standbein. Dabei betreuen die Leipziger die Mandanten in öffentlich-rechtlichen Fragen ebenso wie bei Transaktionen und anderen zivilrechtlichen Verträgen. Dazu gehören die Beratung zum neuen Energiewirtschaftsgesetz, Energielieferverträge und cross-border deals mit US-amerikanischen Investoren. Während Haarmann, Hemmelrath in energierechtlichen Fragen eher die Investorenseite betreut, zählen bei Privatisierungen sowohl Stadtwerke als auch private Energieversorger zu den Mandanten. Im M&A Geschäft und in der gesellschaftsrechtlichen Beratungspraxis der Kanzlei stammt ebenfalls ein Teil der Mandanten aus dem Energiebereich, ebenso sind aber auch andere Branchen vertreten. Als weitere Rechtsbereiche sind das Steuerrecht und nach wie vor das Baurecht zu nennen. Neben einer nicht unerheblichen Anzahl an Mandanten aus den alten Bundesländern betreut das Büro auch ausländische Investoren.

Der Münchner AnwaltVerein hat Mitte Juli gemeinsam mit der IHK für München und Oberbayern eine Schiedsstelle eingerichtet, die die erste ihrer Art sein dürfte. Während es für andere Branchen bereits Schiedsstellen gibt, wird diese Institution „ausschließlich für kaufmännische und gesellschaftsrechtliche Streitigkeiten zur Verfügung stehen“, wie Dr. Dieter Soltmann, Präsident der IHK in München, bei der Pressekonferenz betonte.Da laut Soltmann das im vergangenen Jahr von der IHK errichtete Schiedsgericht von den Unternehmen gut angenommen wurde, war man gerne bereit als Ergänzung gemeinsam mit dem DAV die Stelle zur außergerichtlichen Konfliktlösung zu gründen. Als Vorteile der Schlichtung betonen die Münchner die Tatsache, dass die Verfahren öffentlich, preisgünstiger und schneller sind als ein Verfahren bei den ordentlichen Gerichten. Als Beispiel nennt der IHK-Präsident den Fall mit dem Streitwert von DM 100.000, bei dem das Schlichtungsverfahren etwa DM 18.000 günstiger ausfallen würde als ein durch zwei Instanzen ausgetragener Prozess.

Mit Wirkung zum 1. Juli hat Haarmann, Hemmelrath 5 neue Partner. Markus Janssen und Thomas Witty werden in Düsseldorf und Tokio für das deutsch-japanische inbound und outbound Geschäft zuständig sein. Janssen wird weitere Schwerpunkte im Steuer-, Versicherungs- und Produkthaftungsrecht haben, während zu Wittys Bereichen das Wettbewerbsrecht und das Europarecht zählen.Die steuer- und gesellschaftsrechtliche Praxis der Kanzlei wird außerdem in Frankfurt durch den Rechtsanwalt und Diplom-Finanzwirt Dr. Hans-Georg Berg ergänzt sowie in Düsseldorf durch Norbert Jakobs, der Wirtschaftsprüfer und Diplom-Kaufmann ist und auch in der Bereichen Leasing und Fondgestaltung arbeitet.

Mit dem Konzept einer multidisziplinären Partnerschaft für den Bereich Umweltrecht eröffnete im Juni die Kanzlei Scheerer & Vierhaus mit Büros in Berlin und (ab 1.8.) in Magdeburg. Am Standort Magdeburg wird die Kanzlei bei der Mandantenbetreuung in Umwelt-, Technik- und Planungsfragen mit dem Ingenieurbüro Hahn GmbH und angeschlossenen Abfallberatungszentren zusammenarbeiten.Gründer Dr. Hans-Peter Vierhaus war zuletzt drei Jahre bei Oppenhoff & Rädler in Berlin und Köln und dort im Umwelt- und Planungsrecht, bei Unternehmens- und Grundstückskäufen sowie bei Verwaltungsverfahren bzw. -prozessen tätig. Zusammen mit Partner Lutz Scheerer, der seit längerem am Landgericht Berlin zugelassen und schwerpunktmäßig in der Strafverteidigung und im Zivilrecht tätig ist, strebt Vierhaus in seiner neuen Kanzlei „eine enge Kooperation zwischen umweltrechtlicher Rechtsberatung einerseits und technisch-fachlicher Umweltberatung andererseits“ an. „Wir wollen damit gezielt Unternehmen der Umweltbranche eine ‚multidisziplinäre Beratung’ anbieten.“

Am 17. Juli hat die Münchner Patent- und Rechtsanwaltskanzlei Grünecker, Kinkeldey, Stockmair & Schwanhäusser offiziell ihr Kölner Büro eröffnet. Seit Anfang Juni hat außerdem eine weitere bekannte Adresse im Gewerblichen Rechtsschutz, die kürzlich fusionierte Sozietät Seelig & Preu, Bohlig, ein Büro in Düsseldorf.Das Kölner Grünecker-Büro wird von dem neuen Partner Dr.-Ing. Martin Dropmann geleitet, der bereits mit einem Kollegen ein Patentanwaltsbüro in Köln geführt hatte. Nach bereits längerer und seit letztem Sommer immer engerer Kooperation entschloss man sich zur festen Zusammenarbeit.

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