Am 1 . Juli eröffnet die überörtliche Sozietät Beiten Burkhardt Mittl & Wegener ihr neues Büro in Düsseldorf. Nach längeren Überlegungen, durch Ausdehnung auf einen weiteren Standort weiter zu wachsen, gab der konkrete Wunsch von Mandanten den Ausschlag für die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt. Neben den Standbeinen Gesellschaftsrecht, M&A und IPO, sowie Medien- und Telekommunikationsrecht wird ein wichtiger Schwerpunkt in dem von Beiten Burkhardt begrifflich geprägten Bereich der forensic services liegen,
Dieser Sektor bietet in der sich immer stärker ausdifferenzierenden Palette anwaltlicher Dienstleistungen die investigative Zivilprozessvorbereitung und anschließende Prozessführung für Unternehmen, die durch Wirtschaftsstraftaten geschädigt wurden.
Der Leiter des Düsseldorfer Büros, Dr. Helmut Görling, unterstreicht, dass es vorrangig darum gehe, zivilrechtliche Haftungsansprüche durchzusetzen: „Es ist üblich, die strafrechtliche Seite von Wirtschaftsdelikten anwaltlich zu vertreten, eine anwaltlich spezialisierte zivilrechtliche Betreuung blieb bisher nicht selten ausgeblendet. Wir kümmern uns hingegen darum, gerichtsverwertbare Beweise zu beschaffen, ohne die ein Schadensersatzprozess oft gar nicht angestrengt werden kann.“ Görling war als ausgebildeter Kriminalbeamter selbst lange Ermittler im hessischen LKA. Für seine jetzige Tätigkeit verfügt er damit über nicht zu überschätzende Kenntnisse und Informationen vor allem im Hinblick auf die vorgesehene enge Zusammenarbeit mit den staatlichen deutschen Ermittlungsbehörden.
Auf internationaler Ebene besteht bereits eine enge Kooperation mit der Revisuisse Price Waterhouse AG in der Schweiz, deren Abteilung forensic investigations unter Leitung von Dr. Christof Müller jüngst von der Volcker-Kommission beauftragt worden war, die auf Schweizer Konten lagernden Vermögen jüdischer Holocaust-Opfer aufzuspüren.
„Aber auch z.B. für Unternehmen, die durch Pflichtverletzungen von früheren Organmitgliedern auf einen Konkurs zugetrieben worden sind, besteht ein vitales Interesse daran, die veruntreuten Gelder zurückzuerhalten“, erläutert Görling weiter. „Wir übernehmen in Zusammenarbeit mit Price Waterhouse die Suche, Identifikation, Sicherstellung und Zurückführung dieser veruntreuten und international verschobenen Gelder.“
Meist ist die Geschäftsleitung der Schädiger, so auch bei den aktuellen Großmandanten, unter anderem einem rheinischen Traditionsunternehmen und zwei international tätigen Banken. Neben der Beschaffung der veruntreuten Gelder gilt es, gegen solche Schädiger vor allem Organhaftungsklagen durchzusetzen. Dass es sich bei dieser Spielart der organisierten Wirtschaftskriminalität um ein nur vorübergehendes „Mode-Phänomen“ handelt, steht – so scheint es – nicht zu hoffen: Görling bestätigt, dass die Fälle Balsam, Coop und Südmilch für eine „Wachstumsbranche“ stehen, in der traditionelle Hemmschwellen und Ehrbegriffe ihre Schutzfunktion verloren haben.
Neben Beiten Burkhardt-Partner Dr. Uwe Hartmann, der vom Prager Büro nach Düsseldorf wechselt, dort aber weiterhin Ansprechpartner für deutsche Mandanten mit Kontakten in die Tschechische Republik bleiben will, gehört Dr. Stefan Weinheimer aus dem Münchner Büro zum neuen Team. Er betreut neben dem Medien- und Telekombereich schwerpunktmäßig Merchandising-Mandate aus der Fußballbundesliga. Mit weiterer Verstärkung durch jüngere Kollegen aus den eigenen Reihen und einigen Neueinstellungen sollen zunächst zehn Rechtsanwälte in Düsseldorf arbeiten.