Markt und Management

Die überörtliche Sozietät Graf von Westphalen Fritze & Modest mit Hauptsitz in Köln und 81 Berufsträgern ist eine strategische Allianz mit der ebenfalls überregionalen britischen Kanzlei Osborne Clarke eingegangen. Als neuer gemeinsamer Name der Verbindung, die über weitere Partnerkanzleien in den Niederlanden, Spanien, Dänemark und Italien verfügt, wurde Osborne Westphalen International gewählt.Osborne Clarke beschäftigt an ihrem Hauptsitz in Bristol sowie weiteren Büros in London und Reading insgesamt 161 Berufsträger. Die Kanzlei wird vor allem geschätzt für ihre unternehmensrechtliche Praxis in Südengland und für die Schwerpunkte IT, Telekom und Arbeitsrecht in ihrem Londoner Büro mit 50 Anwälten. Osborne Clarke, die in diesem Jahr ihr 250-jähriges Bestehen feiert, unterhält bereits seit 1994 ein Frankfurter Büro zur Betreuung von inbound-Mandaten nach Großbritannien, vor allem für Prozesse im Handelsrecht.

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Wer geht, wer kommt, was bleibt? Aktuelle Personalien, die den Markt bewegen - im übersichtlichen Newsticker! Alle ansehen

Die überörtliche Anwaltssozietät Gleiss Lutz Hootz Hirsch & Partner führt Fusionsverhandlungen mit dem Büro Stibbe Simon Monahan Duhot, mit Sitzen in den Niederlanden, Belgien und Frankreich. Was zunächst nur ein Gerücht war, dann Gewissheit zu sein schien, ist tatsächlich keines von beiden: Ein Zusammenschluss beider Partnerschaften ist noch nicht definitiv beschlossen. Anfang Oktober soll endgültig über eine Fusion zum 1.1.1999 entschieden werden. „Wir sind optimistisch“, umreißt Dr. Bodo Riegger, Partner von Gleiss Lutz in Stuttgart, die Aussichten auf einen erfolgreichen Abschluss.„Warum ausgerechnet Gleiss mit Stibbe?“, mögen Beobachter des Anwaltsmarktes sich fragen. In der Tat scheint auf den ersten Blick eine Ausrichtung deutscher Kanzleien auf den angelsächsischen Markt näher zu liegen, wie auch die beschlossene Kooperation zwischen Graf von Westphalen Fritze Modest mit Osborne Clarke (s. Nachricht in diesem Heft) zeigt.

Unter dem Motto „Ten Years in New York – Ninetv Years In Germany“ lud Oppenhoff & Rädler am 14. Mai in New York Mandanten und Freunde zu einem Seminar mit anschließendem Empfang in den Metropolitan Club. Anlass der Feier war das 10-jährige Bestehen des New Yorker Büros der Kanzlei, das am 1.1.1988 eröffnet worden war, damals noch unter dem Kanzleinamen Boden Oppenhoff & Schneider. Erster Partner vor Ort war Dr. Rudolf Cölle, der 1991 nach Frankfurt zurückkehrte. Seitdem leitet Dr. Thomas Verhoeven den New Yorker Brückenkopf. 1995 kam als weiterer Partner Dr. Friedrich Hey hinzu.Oppenhoff & Rädler verfügt – nicht zuletzt aufgrund der bereits legendären deutschen Markenregistrierung für Coca-Cola 1929 – über traditionell gute Beziehungen zu großen US-Unternehmen. Als erste deutsche Kanzlei eröffnete jedoch Pünder, Volhard, Weber & Axter bereits 1984 in New York, und beschäftigt zudem mit dem Steuerrechtler Harry Shannon als einziges deutsches Büro einen US-Anwalt, während sich alle anderen Büros vor Ort bewusst weitgehend auf deutsches bzw. europäisches Recht bei outbound-Mandaten beschränken. Es folgten Oppenhoff & Rädler und 1991 Bruckhaus Westrick Heller Löber. Vierte im Bunde der großen Deutschen in New York ist Hengeler Mueller Weitzel Wirtz, die zur Zeit offenbar noch keinen festen Ersatz für den nach Frankfurt zurückgekehrten Dr. Dieter Beinert entsandt hat.

Im Februar diesen Jahres wurde in München die Gesellschaft für Wirtschaftsmediation und Konfliktmanagement e. V ins Leben gerufen. Initiator und Vorsitzender des Vereins ist Dr. Reiner Ponschab, Partner bei Heuking Kühn Lüer Heussen & Partner, der sich seit längerem mit der Wirtschaftsmediation beschäftigt. Mit der Gesellschaft möchte er den Einsatz von Techniken der alternativen Konfliktbeilegung in Deutschland intensiver fördern.Im Gegensatz zum Schiedsrichter hat der Mediator kein Mandat, den Streit zweier Parteien durch einen Schiedsspruch zu beenden. Er muss vielmehr versuchen, die Konfliktparteien durch sein Verhandlungsgeschick und seine Autorität zum Erarbeiten einer für beide Seiten akzeptablen Einigung zu führen.

Pünder, Volhard, Weber & Axster hat im April Dr. Kai Hart-Hönig, zuvor Staatsanwalt beim Landgericht Frankfurt, als Partner in die Sozietät aufgenommen. Hart-Hönig wird zunächst im Münchner Büro tätig sein.Gleichzeitig trat Prof. Dr. Friedlich Kübler dem Frankfurter Büro der Sozietät als of Counsel bei. Kübler hat sich in 30-jähriger Lehrtätigkeit an verschiedenen deutschen und einer amerikanischen Universität besonders auf das deutsche und US-amerikanische Kapitalmarktrecht spezialisiert. Kübler, der Pünder vor allem in diesem Bereich unterstützen wird, bringt zusätzlich Kompetenzen im Medienrecht mit.

Anfang Mai hat Hasche Eschenlohr Peltzer Riesenkampff Fischötter ihren IT-Bereich personell erweitert. Das Münchner Büro hat mit Michael Petersen-Gyöngyössi einen erfahrenen Juristen im EDV Recht für sich gewinnen können. Nachdem Petersen-Gyöngyössi das Prager Büro der Sozietät Haarmann, Hemmelrath & Partner aufgebaut hatte, war er zuletzt bei Andersen Consulting tätig, wo er die Abteilung Projektverträge leitete. „Herr Petersen-Gyöngyössi wird für den Ausbau der IT-Abteilung zuständig sein“, so der Münchner Partner Dr. Oliver Thurn, „und schon relativ bald soll dieser Bereich in München dann noch mal um ein bis zwei Anwälte erweitert werden“.

Mit einem einzigartigen Projekt geht jetzt auch die Juristische Fakultät der Universität Münster neue Wege in der Verbesserung der Juristenausbildung in Deutschland (siehe JuVe-Rechtsmarkt-Thema im März).Am Institut für internationales Wirtschaftsrecht wurde im März 1998 das Center for Transnational Law (CENTRAL) gegründet. Professor Dr. Klaus Peter Berger, Initiator und geschäftsführender Direktor des CENTRAL, umreißt den Grundgedanken des Projekts: „Die Praxisnähe der juristischen Ausbildung sollte verbessert werden. Es existierte bislang von keiner Seite ein schlüssiges Gesamtkonzept in dieser Hinsicht. Wir haben nun ein solches Gesamtkonzept inklusive einer durchkalkulierten Finanzierung durch Drittmittel vorgelegt.“ Im Hintergrund von CENTRAL steht ein Förderkreis von Praktikern aus der Anwaltschaft und der Industrie. Durch ihre Zuwendungen setzen die Förderer in Zeiten von Sparzwang und Uni-Misere ein Beispiel für kreative Gestaltungsmöglichkeiten auch der eigenen Zukunftsinteressen. Von der Praxis für die Praxis, lautet das Motto. Die Lücken und Schwächen der zweistufigen Juristenausbildung liegen für die Praktiker aus den Wirtschaftskanzleien und Unternehmen auf der Hand. In Professor Berger haben sie einen Partner gefunden, der, geprägt durch die eigene einstufige Ausbildung und sein Studium an einer US-amerikanischen law school, die Verbesserungswürdigkeit des deutschen Jurastudiums erkannt hat. Aus seiner Sicht fehlt für die deutschen Studenten „eben jene Verzahnung von Wissenschaft und Praxis. Das Ziel ist es, Synergieeffekte aus einer Vernetzung von Wissenschaft und Praxis zu schaffen.“ Zu den konkreten Vorhaben des neuen Zentrums zählen neben einer Internationalisierung und Aufstockung des Bibliotheksbestandes, ein Rhetorik-Workshop für Juristen, eine Sommerakademie zum internationalen Wirtschaftsrecht und Hilfen zur gezielter Vorbereitung auf ein Studium in den USA. Besonderes Augenmerk richtet das CENTRAL auf die Betreuung von Moot-Teams. Bereits jetzt verbuchen Berger und seine Münsteraner Studenten bei diesem „Spiel“, in dem vor Praktikern ein juristischer Fall nach international geltendem Recht verhandelt wird, einen großen Erfolg. Sie gewannen dieses Jahr drei von vier möglichen ersten Preisen des International Commercial Arbitration Moot. Unter 58 Universitäten aus 25 Nationen konnte das deutsche Team den Schiedsverfahrenswettbewerb im fiktiven Streit um den Kauf einer Ölbohrinsel vor Qatar für sich entscheiden. Kläger- und Beklagtenschriftsätze wurden in englischer Sprache verfasst, und auch sonst bemühte man sich um größtmögliche Authentizität. Die Teilnehmer traten in Kontakt zu dem Scheich, um die wirklichen Gegebenheiten vor Ort kennen zu lernen, gründeten eine virtuelle Wirtschaftskanzlei samt Briefkopf und Visitenkarten und mussten im April in Wien schließlich mündlich verhandeln. Die Studenten begrüßen ein solches Bindeglied zwischen Theorie und Praxis ausdrücklich. Der Erfolg spricht sich herum und spornt an. Wenn dann noch, wie vorgesehen, das CENTRAL auch die Funktion eines Career Center übernimmt, steht einem fruchtbaren Austausch zwischen Universität und Arbeitswelt nichts mehr im Wege. Den möglichen Vorwurf, das amerikanische System doch nicht einfach auf Deutschland übertragen zu können, kontert Berger gelassen. „Ich betone: Ich will das deutsche wissenschaftliche Ausbildungssystem nicht abschaffen oder trockenlegen, aber das bisher fehlende Wechselspiel von Theorie und Praxis muss hinzukommen. Eine Übertragung des amerikanischen Systems kann es nicht geben, aber was mir vorschwebt, ist the best of both worlds.“

Die Wiener Sozietät Wolf Theiss & Partner untermauert ihren Ruf als eine der dynamischsten und am schnellsten wachsenden Kanzleien in Österreich. Nach der Aufnahme von zwei Quereinsteigern Ende 1997 hat die Kanzlei im Februar drei neue Partner aufgenommen sowie in Prag ein weiteres Büro eröffnet.Das Prager Büro ist mit vier Anwälten besetzt: den Partnern Dr. Dr. Michal Spinar und Dr. Erik Steger sowie die tschechischen Anwältinnen Gabriela Cinkova und Lucie Kreckova, die zuvor bereits am Wiener Hauptsitz für die Kanzlei tätig gewesen sind. „Mit der Eröffnung des Büros folgen wir den Wünschen und Anregungen vieler Klienten und ausländischer Kollegen“, erläutert Dr. Richard Wolf, Partner in Wien. Betreut werden vom Prager Büro aus vor allem Mandanten im Finanz- und Industriesektor aus Österreich, Westeuropa und den USA.

Die Frankfurter Sozietät Dolce Lauda, die auf italienisches Recht und deutsch-italienische Wirtschaftsbeziehungen spezialisiert ist, hat als Hauptgesellschafter am 1. April 1998 im italienischen Conegliano (Treviso) die Unternehmensberatung DL-Wirtschaftsberatungs GmbH (DLW) gegründet. Sie wird von Dr. Laura Gigante, einer Mitarbeiterin der Kanzlei, geleitet und in Zukunft für italienische Firmen, die nach Deutschland exportieren wollen, sowie für deutsche Unternehmen mit italienischer Niederlassung beratend tätig sein. Den Standort Cornegliano im Wirtschaftsraum Triveneto beschreibt Dr. Rodolfo Dolce, Partner der Sozietät, als die wirtschaftlich aktivste Region Italiens, die ihren Hauptabsatzmarkt in Deutschland hat. Da in Italien stärker noch als in Deutschland der avvocato meist erst im Streitfalle zum Zuge kommt, hat DLW es sich zum Ziel gesetzt, unternehmerische und wirtschaftsrechtliche Beratung von Anfang an zu bieten.

120 Arbeitsrechtsanwälte aus ganz Europa, darunter 15 deutsche, trafen sich am 24. und 25. April in London zum zweiten European Employment Lawyers Forum, um über Aspekte der praktischen Umsetzung von EU- in nationales Recht zu diskutieren. Zugleich war das Forum Gründungsversammlung für die European Employment Lawyers Association, deren 17-köpfigem Gründungskomitee als deutscher Vertreter Jobst-Hubertus Bauer von Gleiss Lutz Hootz Hirsch & Partner angehört. Initiiert und geleitet wurde die Konferenz von Janet Gaymer, Partnerin der britischen Kanzlei Simmons & Simmons, die auch Vorsitzende der neuen Vereinigung ist. Prominenteste Teilnehmerin des Forums war Cherie Booth, führende Arbeitsrechtlerin und Gattin des britischen Premierministers Tony Blair.Erstmals hatten sich die Arbeitsrechtsanwälte 1997 in Brüssel versammelt, wobei die Organisation des Treffens mit EU-Mitteln gefördert worden war. Ziel der Konferenzen wie auch der Vereinigung der Arbeitsrechtsanwälte ist es, den Erfahrungsaustausch von Praktikern aus allen europäischen Mitgliedsstaaten bei der nationalen Umsetzung der immer komplexeren EU-Normen im Arbeitsrecht zu fördern. Die Arbeitsgruppen und Diskussionsveranstaltungen dazu waren diesmal drei Schwerpunkten gewidmet: Rechtliche Aspekte von Unternehmenskauf und -verkauf in den EU-Staaten, Fragen der Arbeitnehmermitbestimmung sowie flexible Arbeitsmodelle.

Baker & McKenzie, die internationale Sozietät, zu der in Deutschland Döser Amereller Noack gehört, hat in Brüssel ein Europäisches Rechtszentrum eröffnet, das unabhängig von dem bereits 1957 in der belgischen Hauptstadt gegründeten Büro der Sozietät operiert.Die Arbeit des Rechtszentrums ist nicht nur wissenschaftlich ausgerichtet, sondern zielt darauf, europäische Gesetzgebungsverfahren enger zu begleiten, um Mandanten, deren tägliches Geschäft mehr und mehr von Brüsseler Richtlinien beeinflusst wird, früher über neue Entwicklungen informieren zu können.

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