Markt und Management

VorstAG

Trotz teilweise harscher Kritik seitens der Anwaltschaft hat sich die große Koalition auf eine Verschärfung der Regeln für Manager verständigt. Mit dem Gesetz über die Angemessenheit von Vorstandsvergütungen (VorstAG) will die Politik den finanziellen Druck auf Vorstände erhöhen.Der Vorsitzende des Handelsrechtsausschusses des Deutschen Anwaltvereins (DAV), Hengeler Mueller-Partner Prof. Dr. Michael Hoffman-Becking, sagte „die Änderungen werden das Aktienrecht nicht aus den Angeln heben“, dennoch behalte er seine Bedenken aufrecht.

Personalien

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Wer geht, wer kommt, was bleibt? Aktuelle Personalien, die den Markt bewegen - im übersichtlichen Newsticker! Alle ansehen
Versicherungsrecht

Die überregionale Versicherungsboutique Johannsen hat zum Mai ein Büro in Berlin eröffnet. Dafür kam als neuer Partner Axel Kühn (45) hinzu, der zuletzt als Einzelanwalt innerhalb des bundesweiten Kooperationsverbund juratio tätig war. Für Johannsen ist Berlin neben ihrem Hamburger Stammsitz und dem Büro in Frankfurt der dritte Standort. In Frankfurt war die Kanzlei erst im vergangenen Jahr gestartet.Kühn begann seine berufliche Laufbahn 1996 und ist seit 2005 als Anwalt mit Schwerpunkten im Sozialversicherungsrecht in Berlin niedergelassen. Innerhalb des Juratio-Netzwerks beriet er zu laufenden versicherungsrechtlichen Fragen aus Angestelltenverhältnissen und trat in Verfahren gegenüber Sozialversicherungsträgern und Behörden auf.

Bratislava

Zwei Anwälte des kürzlich geschlossenen Freshfields Bruckhaus Deringer-Standorts in Bratislava haben sich namhaften Adressen angeschlossen. Stanislav Kovár (36), bislang Senior Associate bei Freshfields, wechselte zur österreichischen Top-Kanzlei Schönherr und stieg in der slowakischen Hauptstadt als lokaler Partner ein. Der bisherige Freshfields-Associate Dr. Peter Oravec (35) ging als Partner in das dortige Büro der angesehenen Prager Kanzlei PRK.Freshfields hatte ihr Büro in Bratislava mit dem jüngst abgelaufenen Geschäftsjahr Ende April geschlossen (mehr...). Schon in vergangenen Jahren hatte sie sich aus Prag und Budapest zurückgezogen.

Berlin

Philipp von Alvensleben, bislang Fixed Share Partner im Berliner Büro von Taylor Wessing, ist Mitte Mai zu Müller-Wrede & Partner gewechselt. Der 38-Jährige stieg vor neun Jahren bei Taylor Wessing als Associate ein und arbeitete dort vor allem zu gesellschaftsrechtlichen Fragen. Er beriet beispielsweise im Venture Capital-Bereich Minderheitsgesellschafter K2 Interactive bei einer Finanzierungsrunde für Sevenload.de und gehörte zu dem Team, das Saint Gobain bei der Übernahme der Maxit Gruppe begleitete.

Arbeitsrecht

Das Düsseldorfer Büro von Taylor Wessing verstärkt zum Juni ihre Arbeitsrechtspraxis: Tobias Neufeld (35) kommt als Partner aus dem Münchner Büro von Ashurst. Neufeld hatte seine Tätigkeit 2002 bei Ashurst begonnen. Nach einem zwischenzeitlichen Zwischenstopp von weniger als einem Jahr bei Cleary Gottlieb Steen & Hamilton war der Arbeitsrechtler wieder zu der britischen Kanzlei zurückgekehrt. Neufeld verfügt über eine breite arbeitsrechtliche Praxis. So hat er bei einer Reihe von Transaktionen mitgearbeitet, zuletzt etwa beim Verkauf der Schumag-Maschinenbausparte an SMS Meer. Daneben ist er aber auch im kollektiven Arbeitsrecht erfahren: Er beriet zum Beispiel Cinemaxx beim Abschluss ihrer Haustarifverträgen mit Verdi.

Becht soll's richten

Gerd Becht, oberster Korruptionsbekämpfer und weltweiter General Counsel von Daimler, soll das neue Vorstandsressort Compliance der Deutschen Bahn leiten. Der 57-Jährige Becht gilt als enger Vertrauter von Bahn-Chef Rüdiger Grube. Die Personalie wird voraussichtlich auf der Bahn-Aufsichtsratssitzung Ende Mai offiziell verkündet.Erst Anfang Mai war Grube als Nachfolger von Hartmut Mehdorn von Daimler zur Bahn gewechselt. Mehdorn hatte im Zuge der aktuellen Datenaffäre nach massivem Druck von Politik und Gewerkschaften Ende März seinen Rücktritt erklärt.

USA

Die führenden 100 US-Kanzleien haben 2008 das schwächste Geschäftsjahr seit Anfang der 1990er Jahre erlebt: Umsatz pro Equity-Partner sowie Umsatz pro Berufsträger schrumpften im Schnitt zum ersten Mal seit 17 Jahren. Das ist das Ergebnis der jährlichen Umsatzrecherche der US-Publikation 'The American Lawyer'.Trotz eines durchschnittlichen Umsatzwachstums von immerhin 4,1 Prozent auf insgesamt 67 Milliarden Dollar spiegeln die Ergebnisse die schwierige wirtschaftliche Lage im vergangenen Geschäftsjahr wider. In den vergangenen fünf Jahren war ein zweistelliges prozentuales Umsatzwachstum die Regel.

Outsourcing der anderen Art

Die Babcock & Brown-Syndizi Andreas Feuerstein (37), Oliver Kirfel (34) und Dr. Bernd Spieth (39) machen sich zum Juli als fks Feuerstein Kirfel Spieth in München in eigener Kanzlei selbstständig. Gleichzeitig gehen sie eine Best-Friends-Verbindung mit Heussen ein.Die australische Großbank Babcock & Brown hatte im März freiwillig einen Insolvenzverwalter eingesetzt. Die Vermögenswerte, die in Beteiligungsunternehmen gehalten werden und nicht von der Insolvenz betroffen sind, sollen in den kommenden Jahren schrittweise veräußert werden. Während dieser Zeit werden die verschiedenen Gesellschaften kontinuierlich rechtlich von fks als federführender Kanzlei beraten. Heussen liefert die nötigen ergänzenden Kompetenzen und Personalkapazitäten. Der Kontakt zu der Sozietät kam zustande, als sich die Syndizi nach Alternativen für ihre berufliche Zukunft umzuschauen begannen.

Berlin

Das Berliner Büro von SKW Schwarz hat einen neuen of Counsel: Nikolaus Bertermann schließt sich der Kanzlei an. Der 37-Jährige ist seit 2001 Justitiar bei der Strato AG, Europas zweitgrößtem Webhoster. Seine Tätigkeit bei dem Unternehmen wird er fortführen.Bertermann ist vorwiegend im Bereich IT- und Wettbewerbsrecht tätig. Sein besonderer Schwerpunkt liegt in den Bereichen Online-Content, Domains und Anbieterhaftung. "Durch die Erfahrung von Herrn Bertermann stärken wir unser Know-How in einem zentralen Beratungsbereich unserer Sozietät. Dies bestätigt unsere Strategie des fokussierten Wachstums mit qualifizierten Quereinsteigern", sagte Schwarz-Partner Markus von Fuchs.

Wie erwartet

Der ehemalige kontinentaleuropäische Managing Partner von Lovells Dr. Harald Seisler hat Ende April die Kanzlei verlassen. Der 55-Jährige hatte diesen Schritt bereits Ende vergangenen Jahres angekündigt, nachdem er bei der Wahl zum weltweiten Managing Partner gegenüber dem Londoner Amtsinhaber David Harris das Nachsehen hatte. In Gespräch mit JUVE bestätigte Seisler sein Ausscheiden und betonte, dass er den Sommer nutzen wolle, um künftige Projekte anzugehen. Er schloss aber aus, wieder juristisch tätig zu werden.

Moskau

In Moskau bahnt sich ein Streit zwischen den zwei US-Kanzleien Dechert und Chadbourne & Parke an: Dechert hatte Anfang Mai öffentlich bekannt gegeben, dass sie ein Büro in Moskau mit fünf Partnern von Chaddbourne eröffnen würde. Nun haben sich zwei der Partner entschieden, bei Chadbourne zu bleiben, berichtete das englische Anwaltsmagazin 'The Lawyer'. Chadbourne war eine der ersten US-Kanzleien mit Büro in Moskau. Schon 1990 hatte die auf Finanzierung spezialisierte Sozietät den Schritt in die russische Hauptstadt geagt. Seither ist der Standort auf 30 Anwälte gewachsen. Für Dechert ist es das erste Büro im Osteuropa. Die Kanzlei ist bislang neben ihren elf Standorten in den USA noch an zwei chinesischen Standorten und in fünf westeuropäischen Ländern präsent.