Verfahren

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Gegen die Ratingagentur Standard & Poor’s hat die EU-Kommission ein kartellrechtliches Verfahren wegen des Verdachts auf Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung eröffnet. Eine entsprechende Beschwerde hatten der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI), die französischen, britischen und schweizerischen Pendants AFG, IPUG und SIPUG sowie der europäische Dachverband EFAMA eingereicht. Stein des Anstoßes sind Lizenzgebühren, die S&P von europäischen Finanzinstituten fordert, wenn sie den US-amerikanischen Wertpapierstandard ISIN nutzen, auch in ihren eigenen Datenbanken. S&P ist in den USA durch den dortigen Bankenverband ABA exklusiv mit der Vergabe dieser Kennziffern beauftragt und hat darin eine Monopolstellung. Auf EU-Ebene läuft ohnehin aktuell eine Diskussion um eine stärkere Regulierung der Ratingagenturen.

  Juve Plus IKB

Die Mittelstandsbank IKB darf ihrem früheren Finanzvorstand Joachim Neupel die Pension nicht kürzen. Das hat das Landgericht Düsseldorf Ende vergangenen Jahres entschieden. Damit war Neupels Klage erfolgreich, der von de IKB die Auszahlung seiner vollen Pension verlangt hatte.

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Der Einsatz des Arzneimittel-Abgabeterminals Visavia ist zulässig. Das Verwaltungsgericht Mainz hat entschieden, dass ein Apotheker aus Rheinland-Pfalz das Visavia-Terminal des Herstellers Rowa Automatisierungssysteme GmbH benutzen darf. Dabei handelt es sich um ein computergesteuertes System mit einem Außenschalter, an dem der Kunde die Medikamente entnehmen kann. Der Kontakt zwischen Kunde und Apotheker findet per Video-Telefon statt. Der rheinland-pfälzische Apotheker hatte Feststellungsklage gegen das Regierungspräsidium erhoben, um Vorbehalte der Behörde gerichtlich prüfen zu lassen.

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Eine im Sinne des Urheberrechts angemessene Vergütung für Übersetzer liegt vor, wenn nicht nur ein Normseitenhonorar, sondern auch eine Absatzbeteiligung gezahlt wird. Das hat im Dezember der 29. Zivilsenat des OLG München entschieden - und damit erstmals zugunsten eines Verlags. Geklagt hatten zwei Übersetzer gegen den Carl Hanser Verlag. Dieser hatte zwar sowohl das Normseitenhonorar als auch in geringer Höhe eine Absatzbeteiligung gezahlt. Die Kläger waren trotzdem von einem auffälligen Missverhältnis ausgegangen. Die Urteilsbegründung liegt noch nicht vor. Die Revision wurde bereits zugelassen. Die Kläger gehen davon aus, dass sie Revision einlegen werden.

  Juve Plus Spektakel für ein Taschengeld

„In Deutschland kann man das Persönlichkeitsrecht gegen ein Taschengeld verletzen". Klaus Michael Alenfelder wiederholt seine Worte wie auswendig gelernt. Der Bonner Fachanwalt für Arbeitsrecht hat an diesem Dezember-Tag in Wiesbaden eine schwere Schlappe einstecken müssen und musFs den Journalisten immer wieder erklären, was da eigentlich passiert ist: In dem Diskriminierungsverfahren der türkisch-stämmigen Sule Eisele gegen die R+V Versicherung hatte er für die Klägerin rund 500.000 Euro geltend gemacht: 433.000 Schadensersatz, 43.000 Euro Entschädigung plus Übernahme der Anwaltskosten - die bisher höchste in Deutschland verhandelte Summe im Zusammenhang mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungs-Gesetz (AGG). Das Arbeitsgericht sprach Eisele aber insgesamt nur 10.818 Euro als Entschädigung zu. Bei diesem Urteil muss Eisele sogar die Gerichtskosten tragen. Was war passiert: Eisele war nach Ablauf der Mutterschutzfrist von der Versicherung nicht mehr auf ihrer vorherigen Stelle beschäftigt worden. Der nun von ihr zu betreuende Bezirk war deutlich kleiner und versprach weniger Provisionen als ihr vorheriger. Ihre frühere Stelle besetzte ein deutsch-stämmiger Mann. Sule Eisele sah darin eine Diskriminierung wegen ihres Geschlechts und vermutete zudem eine wegen ihrer ethnischen Herkunft. Das Arbeitsgericht Wiesbaden gab ihr teilweise recht: Tatsächlich habe in der Zuweisung des neuen Bezirkes unmittelbar nach dem Mutterschutz eine Benachteiligung wegen des Geschlechts gelegen. Die Höhe der zu zahlenden Entschädigung allerdings setzte das Gericht mit lediglich drei Bruttomonatsgehältern an. Ein darüber hinausgehender Schadensersatz greife nicht, da Eisele weiter bei der Versicherung beschäftigt sei. „Die Berechnung und Ermittlung des materiellen Schadens ist das entscheidend neue“, sagt Prof. Dr. Gregor Thüsing, Rechtsprofessor an der Universität Bonn zu dem Urteil. „Hier übt das Gericht weise Zurückhaltung, jeder noch so blumigen Vorhersage Glauben zu schenken. Wer materielle Einbußen behauptet, der muss sie auch belegen. Abstrakte Prognosen taugen hier nichts", so Thüsing.

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Das Verwaltungsgericht Hannover hat entschieden, dass die Vergabe einer von zwei RTL-Fensterprogrammlizenzen an die Produktionsfirma AZ Media TV rechtmäßig ist. An wen diese Sendeschienen vergeben werden, entscheidet die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) nach der Erörterung mit RTL und in Absprache mit der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK).

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Der Wetzlarer Energie- und Wasserversorger Enwag muss seine Wasserpreise um knapp 30 Prozent senken. Eine entsprechende Verfügung der Landeskartellbehörde Hessen hat das Oberlandesgericht Frankfurt jetzt bestätigt.

  Juve Plus Urteil

Der ehemalige Post-Chef Klaus Zumwinkel ist wegen Hinterziehung von knapp einer Million Euro Steuern zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt worden. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Zudem muss er eine Million Euro zahlen.Das entschied das Landgericht Bochum am vergangenen Montag und folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

  Juve Plus Auf ins Gefecht

Jeder gegen jeden und zwei gegen VW: Das war – stark verkürzt – die Situation vor dem Landgericht hannover. Hier hatten sowohl Porsche als auch das Land Niedersachsen gegen die Ablehnung von Beschlüssen der Hauptversammlung (HV) im April 2008 durch die Gegenseite geklagt. An die Anfechtungsklagen hatten beide Parteien zudem Beschlussfeststellungsklagen geknüpft, mit denen die Wirksamkeit ihrer jeweils auf der HV gestellten Anträge durchgesetzt werden sollte. Beide Anträge zielten letztlich darauf, die EuGH-Entscheidung aus dem Oktober 2007 umzusetzen, die das VW-Gesetz als europarechtswidrig eingeschätzt hatte.

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Die Gasversorger dürfen ihre Preiskalkulation weiterhin geheim halten. Dies entschied der Bundesgerichtshofs Mitte November und ließ damit keinen Raum für eine gerichtliche Billigkeitskontrolle der Tarife.2006 hatte der Dinslakener Einwohner und Kunde der örtlichen Stadtwerke Ekkehard Wrede gegen die Stadtwerke Dinslaken wegen einer Gaspreiserhöhung auf Offenlegung der gesamten Preiskalkulation geklagt. Das Amtsgericht Dinslaken wies seine Klage ab. Auf seine Berufung bekam Wrede vom Landgericht Duisburg Recht.

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