Markt und Management

Aachen

Die Aachener Traditionskanzlei Eßer Rechtsanwälte zerbricht: Namenspartner Walter Eßer (58) hat den Sozietätsvertrag gekündigt und wird aus der Kanzlei ausscheiden. Die anderen Equity-Partner wollen gemeinsam weitermachen und damit die bisherige Sozietät fortführen. Soweit bekannt, wird die Trennung spätestens Ende Juli erfolgen.Die genauen Gründe der jetzigen Entwicklung sind nicht bekannt. Walter Eßer hat die Kanzlei vor weit mehr als 20 Jahren gegründet und seitdem kontinuierlich aufgebaut. Nicht zuletzt aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit gilt er in der Region als ausgesprochen gut vernetzt. Die Kanzlei berät unter anderem die Stadt Aachen bei Großprojekten, etwa den Weltreiterspielen. Zu Eßer gehören auch Dr. Friedel Erlenkämper, früherer Beigeordneter der Stadt, ebenso wie formal der Aachener Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden.

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Auch Thielert-AG insolvent

Jetzt ist auch die Thielert AG insolvent: In seiner ersten Amtshandlung reichte Marcel Kleiß, der neue Alleinvorstand des Flugzeugmotorenherstellers, Insolvenzantrag beim Hamburger Amtsgericht ein. Der Thielert-Aufsichtsrat hatte den Pinneberger Rechtsanwalt vorgestern auf den Posten gewählt.Als vorläufigen Insolvenzverwalter setzte das Gericht Dr. Achim Arendt ein, Partner der angesehenen Insolvenzkanzlei hww Wienberg Wilhelm. Arendt verwaltet derzeit vor allem Unternehmen im Hamburger Umland, in Nordniedersachsen und in Schleswig-Holstein.

FAZ

Dr. Oliver Stegmann ist seit Anfang Mai neuer Justiziar der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Der 38-Jährige verantwortet bei dem Verlagshaus künftig als alleiniger Inhouse-Jurist vor allem die Bereiche Presserecht und Markenrecht sowie die Vertragsgestaltung. Stegmann arbeitete zuletzt rund ein Jahr lang als Associate bei Latham & Watkins in Hamburg, davor war er drei Jahre für Esche Schümann Commichau tätig. Seine Schwerpunkte lagen bislang vor allem im Patentrecht. "Ich habe viele interessante Erfahrungen gesammelt. An der neuen Aufgabe reizt mich, als einzelner Jurist eigene Schwerpunkte setzen zu können", so Stegmann.

Thielert-Krise

Das Amtsgericht Chemnitz hat für die Thielert Aircraft Engines, eine Tochter des Hamburger Flugzeugmotorenbauers Thielert, ein Insolvenzverfahren eröffnet. Dr. Bruno Kübler (63), Dresdner Namenspartner der Kanzlei Kübler, wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt.Nach Einschätzung Küblers ist auch die Pleite der Muttergesellschaft Thielert Holding absehbar. In der vergangenen Woche hatten sich deren Liquiditätsschwierigkeiten verschärft (Thielert-Restrukturierung vorerst gescheitert). Ein von einigen Großaktionären um die Sputnik-Gruppe ausgearbeitetes Restrukturierungskonzept scheiterte, nachdem das Landeskriminalamt Unterlagen vorgelegt hat, denen zufolge die Unternehmens-Jahresabschlüsse zwischen 2003 und 2005 vermutlich unrichtig sind. Der Aufsichtsrat kündigte im Zuge dessen den Vorständen Frank Thielert und Roswitha Grosser mit sofortiger Wirkung.

Versicherungsrecht

Der bekannte Versicherungsrechtler Dr. Herbert Palmberger (62) verlässt DLA Piper. Palmberger wird künftig im Düsseldorfer Büro von Heuking Kühn Lüer Wojtek arbeiten. Der genaue Zeitpunkt des Wechsels steht indes noch nicht fest. Begleitet wird Palmberger von dem Associate Christoph Arendt (30) und dem Counsel Manfred Oesinghaus (52), der bei Heuking Salary-Partner wird.

Einheitlich

Bei Linklaters läuft die weltweite Anpassung bislang unterschiedlicher Länderregeln auf Hochtouren. Bereits mit dem kommenden Geschäftsjahr, das morgen beginnt, wird die Partner- und Vergütungsstruktur nach JUVE-Informationen zunächst um den so genannten Extended Lockstep für Jungpartner erweitert. Die Kanzlei verabschiedet sich damit von dem Status des Salary-Partners.Der Extended Lockstep sieht im Kern vor, dass Associates, die zu Partnern ernannt werden, mit einer niedrigeren Punktzahl beginnen, als das auf der bisherigen Eingangsstufe der Fall war. Nach rund zwei Jahren soll dann der Wechsel auf den normalen Partnertrack erfolgen. Dies wurde aus Kreisen der Partnerschaft bekannt.

Frankfurt

Die Insolvenzkanzlei Schneider Geiwitz & Partner hat Ende April mit zwei Quereinsteigern ein neues Büro in Frankfurt eröffnet.Die beiden Insolvenzverwalter Christian Feketija (36) und Petra Heidenfelder (47) stiegen als Partner ein. Eine Büroeröffnung mit Quereinsteigern kommt bei Insolvenzkanzleien eher selten vor.

Siemens

Der Siemens-Konzern hat nun auch seine Steuerabteilung neu aufgestellt. Damit zieht das Münchner Unternehmen eine weitere interne Konsequenz aus der Korruptionsaffäre um schwarze Kassen und Schmiergeldzahlungen.Künftig berichten die Steuerabteilungen der einzelnen Landesgesellschaften funktional an die neu geschaffene Ebene der Regionalleitung, die zentral in München angesiedelt wurde.

Wenn Private-Equity-Anwälte auf einige Milliarden-Deal verzichten müssen, bedeutet das noch nicht gleich eine Rezession. Doch inzwischen hat die Finanzkrise auch die Realwirtschaft erreicht.In schlechten Zeiten, so ein Denkmodell, legen Mandanten besonders großen Wert auf Qualität - und große Namen. Gleichzeitig können die führenden Sozietäten nun auch Mandate übernehmen, die sie in den Jahren der Hochkonjunktur aus Kapazitätsgründen ablehnen mussten.

"Kultur durch Wandel - Wandel durch Kultur", mit diesem Leitmotiv hatte sich die Ruhrmetropole Essen den Titel als Europäische Kulturhauptstadt 2010 gesichert. Um das Renommierprojekt bemühten sich auch zahlreiche Kanzleien der Region.Der Zuschlag ging schließlich an Schmidt von der Osten & Huber. Die Kanzlei kümmert sich damit in den nächsten beiden Jahren um das gesamte rechtliche Betreuung des Merchandisings, des Lizenzierungsverfahrens und des Eventmanagements.

Dr. Michael Kummermehr, bislang Legal Counsel bei Yahoo in London, wechselt Anfang Mai in die Berliner Kanzlei Wegner Ullrich Müller-Helle & Partner. Bei Yahoo begleitete der 36-Jährige unter anderem Markenrechtstreitigkeiten im Zusammenhang mit Keyword Advertising. Der IP/IT-Rechtler verstärkt die Kanzlei als vierter Partner und soll zudem aufgrund seiner Arbeitserfahrung in London und Washington D.C. die internationale Ausrichtung der Kanzlei ausbauen. Die Sozietät war im Oktober 2007 als Spin-off des Berliner Büros von Wilmer Hale hervorgegangen. Damals machten sich Counsel Mario Wegner und die beiden Associates Thilo Ullrich und Dr. Adrian Müller-Helle selbstständig. Auch Kummermehr war, bevor er Anfang 2007 zu Yahoo wechselte, sechs Jahre im Berliner Wilmer Hale-Büro tätig, zuletzt als Counsel.