Markt und Management

Seit Jahren wird gejammert, dass die Bedeutung von Juristen im Management deutscher Unternehmen abnimmt. Als General Counsel im Vorstand zu sitzen ist gar eine Rarität.Nun etabliert Siemens die Rechtsfunktion im Zentralvorstand und auch im Management der Geschäftsbereiche, BASF holt ihren bisherigen Chefjuristen in die operative Vorstandsverantwortung. Man kann es sich einfach machen und die Aufwertung der Siemens-Syndizi für Notwehr halten. Oder sich darauf berufen, dass BASF ja vielleicht schon immer durchlässiger war – immerhin übernimmt Dr. Hans-Ulrich Engel nicht zum ersten Mal Managementaufgaben.

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Wer geht, wer kommt, was bleibt? Aktuelle Personalien, die den Markt bewegen - im übersichtlichen Newsticker! Alle ansehen

Die Spedition Ricö, zu deren Großkunden Volkswagen zählt, hat Anfang März wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet. Torsten Gutmann von Lüders Warneboldt Gutmann aus Lehrte wurde vom Amtsgericht Osterode zum Insolvenzverwalter bestellt.Gutmann gehört zu den am meisten bestellten Verwaltern in Niedersachsen. Er muss sich nun um das Schicksal von über 3.000 Mitarbeitern kümmern. Rund ein Drittel davon arbeiten in einem Zentrallager in Sachsen-Anhalt, die restlichen bewegen eine Flotte von über 2.000 Lastwagen, vorwiegend auf deutschen und osteuropäischen Straßen. Das Speditionsgewerbe steckt in einem harten Preiskampf, der schon in den vergangenen Jahren zu zahlreichen Insolvenzen geführt hat. Ricö ist in dieser Reihe der größte Insolvenzfall.+++

Die Anwaltschaft wächst zwar immer weiter, aber langsamer als in den Vorjahren. Das vermeldete die Bundesrechtsanwaltskammer. Anfang des Jahren zählte sie 146.906 zugelassene Rechtsanwälte und damit 2,85 Prozent mehr als vor einem Jahr. Ein schnelleres Wachstumstempo legten die Rechtsanwalts-GmbHs vor: Deren Zahl steigerte sich um nahezu 14 Prozent, heute gibt es bundesweit 297 Stück. Der starke Wettbewerbsdruck bleibt also weiter bestehen. "Nur eine am Bedarf des Marktes ausgerichtete Spezialisierung und die fachliche Kompetenz durch Fortbildung können darauf die Antwort sein", sagte Axel Filges, Präsident der BRAK. Bergab geht es dagegen mit dem Image. Jedenfalls wenn man der Allensbacher Berufsprestige-Skala 2008 Glauben schenkt. Demnach büßten Rechtsanwälte in der Achtung der Bevölkerung zwei Prozent der Zustimmung ein und belegen nur noch den sechsten Platz - mit großem Abstand zur unangefochtenen Nummer Eins der Liste, den Ärzten.

Linklaters baut niederländische Restrukturierungspraxis auf

Paul Kuipers (35) baut für Linklaters in Amsterdam ein niederländisches Team innerhalb der internationalen Gruppe Restrukturierung und Insolvenz (R&I) auf. Kuipers, der Partner bei Simmons & Simmons war, wechselte Anfang Februar als Counsel zu Linklaters. Er bringt zwei Associates mit, Michiel Bindels und Mees Roelofs.Als Ansprechpartner für die Linklaters-R&I-Gruppe fungierten bislang zwei M&A-Partner. „Paul Kuipers ist ein herausragender Anwalt“, sagte der Leiter des Amsterdamer Büros, Martijn Koopal. „Mit ihm können wir unsere Beziehungen zu führenden Finanzinstitutionen und Unternehmen vertiefen, die spezialisierte Beratung im Bereich Restrukturierung und Insolvenz benötigen.“ Linklaters hat am Amsterdamer Standort 2007 auch in den Bereichen Steuer- und Arbeitsrecht spezialisierte Teams aufgebaut, im Steuerrecht ebenfalls mit einem Counsel-Zugang von Simmons & Simmons, Eunice Bruyninckx.

Dr. Harald Selzner (43), M&A-Partner bei Shearman & Sterling in Düsseldorf, hat die Rolle des Co-Deputy der weltweiten M&A-Praxis übernommen. Damit übernimmt wieder ein Deutscher eine Managementfunktion in der Gruppe, nachdem der Co-Leiter Rolf Koerfer zum Februar zu Allen & Overy gewechselt war.Zweiter Co-Deputy ist der US-Partner George Casey, Leiter der weltweiten M&A-Gruppe bleibt Peter Lyons (New York), der die Stelle mit Koerfer geteilt hatte. Selzner kam 2000 zusammen mit Koerfer von der Linklaters-Vorgängerkanzlei Oppenhoff & Rädler. Er hat in den letzten Jahren hinter Managing Partner Georg Thoma und Koerfer die auffälligste M&A-Praxis in Düsseldorf aufgebaut: So beriet er etwa E.on beim Verkauf von Ruhrgas sowie den Axel Springer Verlag beim Aufbau der PIN-Gruppe.

Schwarz Kelwing Wicke Westpfahl hat im Januar ihre Berliner Steuer- und Corporate-Praxis verstärkt: Als weiterer Partner kam Johannes Jeep (45), der bislang vor allem in der Beratung und Prozessvertretung von Unternehmen bei Transaktionen sowie bei Fragen der Rechtsnachfolge und zu Fördermitteln tätig war. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Sanierungs- und Finanzierungsberatung von mittelständischen Unternehmen. Jeep war Gründer und bis 2006 Managing Partner des Berliner Büros von Brehm & v. Moers.

Graf von Westphalen wird künftig mit einem eigenen Büro in China vertreten sein. Die offizielle Eröffnung des neuen Standorts in Shanghai ist für den Jahreswechsel 2008/09 geplant. Der 32-jährige China-Experte Stefan Peters wird das Büro aufbauen und leiten.Von der Präsenz in China erwartet Graf von Westphalen eine deutliche Stärkung des deutsch-chinesischen Geschäfts. Bislang gibt es ein China-Desk im Hamburger Büro der Kanzlei, zudem ist Graf von Westphalen über die Kooperation mit Wragge & Co. an deren Büros in Hongkong und Guangzhou beteiligt. "Gerade chinesische Unternehmen haben oft Probleme mit internationalen Anwaltsfirmen und suchen eher regional verankerte nationale Kanzleien", sagte Peters.

Der bisherige Leiter der Abteilung Recht und Risikomanagement von Volkswagen Logistics, Dr. Oliver Peltzer, hat sich zum Februar als Partner dem Hamburger Büro von Dabelstein & Passehl angeschlossen. Der 40-Jährige übernimmt den Geschäftsbereich verladende Wirtschaft. Die Kanzlei hat ihren Schwerpunkt in den Gebieten Transport, Logistik und Schifffahrt. "Die Tätigkeit als Anwalt ermöglicht mir noch mehr Freiheit in der Umsetzung meiner Ideen", sagte Peltzer. "In der Transport- und Logistikbranche gibt es viele Veränderungen, die bisher nicht in den Verträgen der Unternehmen umgesetzt sind.

Dr. Thomas Loest (38) ist seit Februar Chief Counsel EMEA in der Europazentrale von Georgia Pacific Services S.N.C. übernommen. Der Kartellrechtler war zuvor im Brüsseler Büro von Gleiss Lutz tätig.Die Position des Chief Counsel EMEA ist im Zuge der Verlagerung der Europazentrale von London ins belgische Waterloo bei Brüssel neu geschaffen worden. Loest ist für die Regionen Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) sowie für den Konsumgüterbereich zuständig.

Zum Jahreswechsel löste Dr. Jörg Wulfken (47) den IP-Anwalt Reinhard Lange (50) als Managing Partner für die deutsche Mayer Brown-Praxis ab. Erstmalig steht damit ein Bankrechtler an die Spitze der Büros hierzulande. Was das für die 130 deutschen Berufsträger in Frankfurt, Berlin und Köln bedeutet, fragte JUVE Wulfken anlässlich der Eröffnung der neuen Büroraume im Köln-Turm am Kölner Mediapark.

Wachstumskurs in Düsseldorf

Allen & Overy treibt den Ausbau ihres noch jungen Standorts am Rhein weiter voran: Die M&A-Partnerin Birgit Reese (36) wechselt von Shearman & Sterling in das Düsseldorfer Büro der britischen Kanzlei. Der Zeitpunkt ihres Wechsels steht noch nicht fest. "Allen & Overy bietet im Corporate-Bereich viel Potenzial auch für jüngere Partner. Zudem reizt es mich, am Aufbau eines neuen Büros mitzuwirken", sagte Reese. Die M&A-Spezialistin trifft bei Allen & Overy auf einen guten Bekannten: Bis zu ihrer Partnerernennung bei Shearman im Januar 2007 arbeitete sie als Associate im Team des ehemaligen Shearman-Partners Rolf Koerfer und war unter anderem eng in die Arbeit für den Gerling-Konzern eingebunden. Der angesehene Transaktionsanwalt war erst vor wenigen Monaten zu Allen & Overy gewechselt.

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