Markt und Management

Kirkland wächst in München

Kirkland & Ellis hat zum Februar den Kölner Insolvenz- und Sanierungsrechtler Dr. Bernd Meyer-Löwy (39) von Linklaters Oppenhoff & Rädler als Partner gewonnen. Die Kanzlei kündigte zudem für April einen zweiten deutschen Restrukturierungs-Partner an, der bei seiner derzeitigen Kanzlei noch die Kündigungsfrist ableistet. Name und Kanzlei des weiteren Quereinsteigers gab Kirkland nicht bekannt. Das vor einem Jahr eröffnete Münchner Büro der US-Kanzlei wächst mit den Neuzugängen auf 15 Anwälte.

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Weiterer Verlust in München

Die Steuerrechtlerin Dr. Lieselotte Otto (56) hat Haarmann Hemmelrath in München verlassen und sich zum Februar der Gesellschaftsrechts- und Steuerboutique Kantenwein Zimmermann Fox Kröck angeschlossen. Der Münchner Standort der Rest-Kanzlei Haarmann Hemmelrath muss mit dem Abgang einen weiteren personellen Rückschlag hinnehmen. Otto war erst vor knapp einem Jahr von BDO als International Partner zu Haarmann Hemmelrath gekommen. Sie galt als Hoffnungsträgerin für den Wiederaufbau der von Abgängen gebeutelten Kanzlei. Aus ihrem Team wechselt zudem Associate Stefan Siegel (35) zu Kantenwein.

Squire Sanders kommt

Die US-Kanzlei Squire Sanders & Dempsey wird aller Voraussicht nach bald in Deutschland vertreten sein. Die Verhandlungen der internationalen Sozietät mit einigen Frankfurter Partnern von Haarmann Hemmelrath sowie deren gesamtem Londoner Standort sind weit fortgeschritten. Dies erklärte der Squire Sanders-Partner Mark Cusick gegenüber dem englischen Branchenmagazin 'The Lawyer'. Demnach verhandelt Squire Sanders derzeit auch mit der US-Kanzlei Bryan Cave über eine mögliche Fusion. Squire Sanders ist mit 29 Standorten und rund 800 Anwälten weltweit präsent.

Vergütungsdiskussion

Nur wenige Wochen nach Clifford Chance hat auch Lovells Mitte Januar Möglichkeiten geschaffen, weniger starke Equity-Partner auf der Lockstep-Leiter festzusetzen oder herabzustufen. Bislang gab es keinen formalisierten Weg, diese Entscheidung herbeizuführen. Künftig wird das Partnership Council in Übereinstimmung mit dem betroffenen Partner entscheiden. "Es gab eine ausführliche Diskussion", sagte Dr. Harald Seisler, deutscher Managing Partner für Kontinentaleuropa.

Herber Rückschlag für Freshfields

Dr. Hans-Jörg Ziegenhain, einer der angesehensten Corporate-Partner von Freshfields Bruckhaus Deringer, verlässt die Kanzlei und wechselt zum Erz-Konkurrenten Hengeler Mueller. Der 44-Jährige geht zu einem noch nicht bekannten Zeitpunkt ins junge Münchner Hengeler-Büro. Wahrscheinlich werden zudem vier Associates den Wechsel mitvollziehen.Es ist das erste Mal, dass es einen Partnerwechsel zwischen den beiden Top-Kanzleien gibt, die lange Zeit sogar als Duopol im deutschen Corporate-Rechtsmarkt bezeichnet wurden.

Die Praxisgruppenleiterin Arbeitsrecht bei Haarmann Hemmelrath, Friederike Göbbels (38), ist ins Münchener Büro von Jones Day gewechselt. Göbbels war seit 1999 bei Haarmann als National Partner und übernahm 2004 die Leitung der Praxisgruppe. Bei Jones Day stieg sie bereits Mitte November als European Counsel, vergleichbar mit dem Status eines Senior Associates, ein. Neben Göbbels sind im Arbeitsrecht in München der Partner Ansgar Rempp und in Frankfurt drei Associates tätig.

Und täglich grüßt das Murmeltier... Sie haben inzwischen Tradition, die alljährlichen Meldungen, dass Frankfurt die Stadt mit der höchsten Anwaltsdichte ist. Damit es aber auf Dauer nicht langweilig wird, darf seit Mitte Dezember ein neuer Präsident des Hessischen Anwaltsgerichtshofs über die Zulassung entscheiden. Ingo Senger, Anwalt und Notar aus Kassel, übernimmt diesen Job von Wolfgang Matschke, der das Amt fast zehn Jahre inne hatte. Matschke dürfte entsprechend an der Zulassung einer nicht unerheblichen Menge der derzeit fast 15.000 Frankfurter Anwälte beteiligt gewesen sein. Ein Drittel davon, so schätzt der Hauptgeschäftsführer der Frankfurter Kammer Rolf Lauda, ist bei einer der über 300 Banken und anderen Wirtschaftsunternehmen angestellt, nur etwa jeder 20. hat seinen Arbeitsplatz bei einer der Top-Kanzleien am Main.

Dr. Stephan Rippert ist Anfang Januar zu Reed Smith nach München gewechselt. Der 43-Jährige war zuvor International Partner bei Haarmann Hemmelrath in Frankfurt. Seine Beratungsschwerpunkte liegen vor allem in den Bereichen Telekommunikation, Medien und Technologie. "Für Reed Smith, als eine der 25 größten internationalen Kanzleien, sprach ein stringentes, expansives Konzept", so Rippert. "Vor kurzem ist man in Frankreich gestartet. München soll wachsen." Haarmann Hemmelrath habe von seiner Zugkraft verloren, weil einige Büros ausgeschieden seien. "Das war für mich ein Beweggrund zu gehen", sagte der ehemalige Haarmann-Partner.

Die London-Brüsseler Kartellrechtspraxis von Lovells ist innerhalb weniger Monate erneut von Partnerweggängen betroffen: Der Leiter der internationalen Kartellrechtspraxis John Pheasant (52) wechselt zu Hogan & Hartson. Sein jüngerer Kollege Mathew Readings (34) geht als Partner zu Shearman & Sterling. Erst im letzten Jahr hatte es in Brüssel mit Dr. Thomas Jestaedt (zu Jones Day) und Philip Collins (zu Wilmer Cutler Pickering Hale and Dorr, beide JUVE 05/05) sowie in Hamburg mit Dr. Hermann-Josef Bunte (zu Allen & Overy, JUVE 12/04) viel beachtete Partnerwechsel gegeben. Quellen bei Lovells zufolge standen damals Jestaedts und Collins' Ausscheiden im Zusammenhang mit Pheasants Rückkehr nach Brüssel. Der Kartellrechtler stand Ende November 2004 als Kandidat zur Wahl des Managing Partners der Kanzlei, unterlag aber dem Kapitalmarktrechtler David Harris (JUVE 01/05).

Seit November ist Dr. Johann Peter Hebel Partner bei der Berliner Kanzlei de Witt Müller-Wrede. Der 41-Jährige wechselte gemeinsam mit Heike Engelmann (40) aus dem Potsdamer Büro von Horlitz v. Menges Keith. Der Baurechtler Hebel war seit 15 Jahren bei Horlitz, davon 11 als Sozius. "Mir gefiel die Struktur von de Witt. Außerdem ist die Verbindung zwischen meinem Bereich und dem Vergaberecht des Kollegen Müller-Wrede sehr viel versprechend", begründete Hebel seine Entscheidung.

Der frühere Chefsyndikus der RWE Umwelt AG, Dr. Jürgen Bremer, ist seit Dezember Vorstand bei der RWE-Konzerngesellschaft Harpen AG. Der 42-Jährige wurde als zusätzliches Mitglied berufen.Die Harpen AG befindet sich derzeit in einem Umstrukturierungsprozess. Das Unternehmen, das sowohl Energie als auch Immobilien zu seinen Geschäftsfeldern zählt, wird aufgeteilt. Das Energiegeschäft soll in den RWE-Konzern eingegliedert, das Immobiliengeschäft, das rund 20 Prozent des Umsatzes der Harpen-Gruppe ausmacht, soll verkauft werden.

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