Markt und Management

Auch wenn die Vielzahl von Kanzleieröffnungen in München eine andere Sprache zu sprechen scheint: Es ist der Main, und nicht die Isar, an den es die meisten Anwälte in Deutschland zieht. Die Folge: In der deutschen Anwaltshauptstadt Frankfurt müssen sich laut aktueller Statistik der BRAK nicht einmal 100 Einwohner einen Anwalt teilen, während in München immer noch 127 Bundesbürger auf einen Anwalt kommen. Um Frankfurts Status als unbestrittene Juristen-Metropole weiter zu untermauern, scheuen auch die Großkanzleien weder Kosten noch Mühen. Jüngstes Beispiel ist CMS Hasche Sigle. Deren Frankfurter Anwälte haben Ende März neues Quartier bezogen. Im Westend, Nähe Alte Oper, stehen den aktuell 43 Anwälten und 49 Mitarbeitern 4000 Quadratmeter zur Verfügung, Raum für Expansion inklusive. Bis zu 100 Anwälte sollen zukünftig in den neuen Räumen unterkommen. Schon zum Jahresende plant die Kanzlei, die 50-Anwälte-Grenze zu knacken. Womit sich dann demnächst nur noch 98 Frankfurter einen Anwalt teilen müssen.

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Wer geht, wer kommt, was bleibt? Aktuelle Personalien, die den Markt bewegen - im übersichtlichen Newsticker! Alle ansehen

Die Rechtsabteilung der RWE AG hat nach über einjähriger Vakanz wieder einen neuen Leiter: Bereits Anfang des Jahres ist Dr. Manfred Döss (47) von der MG Technologies AG in Frankfurt nach Essen in die RWE-Zentrale gewechselt. Er folgt damit Dr. Georg Müller (42), der schon zum Oktober 2003 in den Vorstand der VSE Vereinigte Saar-Elektrizitäts-AG berufen wurde. VSE ist Teil der RWE Group. Döss war seit 1996 bei MG Technologies als Leiter der Rechtsabteilung tätig.

Latham & Watkins hat ihr Büro in Singapur mit einer Quereinsteigerin von Shearman & Sterling verstärkt: Im März wechselte die Gesellschaftsrechlerin Min Yee Ng als of Counsel in die Corporate Finance-Praxis der US-Kanzlei.Die 36-Jährige war seit 1999 bei Shearman & Sterling in New York und Singapur tätig. Zuvor hatte sie bereits im New Yorker Büro von Sullivan & Cromwell gearbeitet. Ng bringt insbesondere Erfahrung bei US-amerikanischen und internationalen Securities- und Kapitalmarkttransaktionen mit.

Der Gesellschafts- und Steuerrechtspartner Sven Fritsche (45) verlässt zum Juni die multidisziplinäre Münchner Kanzlei Peters, Schönberger & Partner (PSP). Er wechselt am Ort zu der ebenfalls multidisziplinär aufgestellten Praxis Richter Huber König Müller Schönherr (RHK), einer vor drei Jahren gegründeten Abspaltung von Ernst & Young. Fritsche war 15 Jahre lang bei PSP, seit 1993 als Partner. Die Trennung erfolgte aufgrund unterschiedlicher strategischer Vorstellungen, sagte Fritsche.

Die US-Kanzlei Dewey Ballantine hat zum April mit der China-Expertin Sharon Mann (55) eine Repräsentanz in Peking eröffnet. Die neue Partnerin war zuvor drei Jahre lang Direktorin des Trade Facilitation Office der US-Botschaft in Peking. Mann, die bereits zuvor Unternehmen im Chinageschäft beraten hatte, wird bei Dewey vor allem die Praxisgruppen International Trade und Intellectual Property verstärken.

Cuatrecasas hat ihr Madrider Büro um einen weiteren Anwalt verstärkt: Der Gesellschaftsrechtler José María Garrido, bislang als Sekretär der spanischen Börsenaufsicht tätig, wechselte als of Counsel in die spanische Top-Kanzlei.Seine Meriten hat sich der Anwalt und Universitätsprofessor vor allem auf wissenschaftlichem Gebiet und in diversen Kommissionen erworben, unter anderem als Mitglied der "Winter"-Gruppe bei der EU-Kommission, einem Experten-Gremium für Unternehmensrecht. Als Hochschullehrer unterrichtet er Gesellschaftsrecht an der Universität von Castilien-La Mancha.

David Byrne, ehemaliger EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, arbeitet seit März als Senior Counsel bei Wilmer Cutler Pickering Hale and Dorr. Der 59-jährige Ire verstärkt das Brüsseler Wilmer-Büro, wird unter anderem aber auch in Washington und Berlin tätig sein. Byrne soll sich vor allem dem Lobbying und der strategischen Beratung auf den Gebieten Technologie, Gesundheit und Verbraucherschutz widmen. Er gehört dabei zur Regulatory-Gruppe der Sozietät, in der unter anderem auch der ehemalige Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann tätig ist. Neben seiner Arbeit für Wilmer wird Byrne außerdem als Sonderbeauftragter für die Weltgesundheitsorganisation WHO aktiv werden. Hier ist er unter anderem in ein Projekt zur Überwachung globaler Infektionskrankheiten eingebunden.

Der Rechtsanwalt und Notar Karl-Otto Linz (60) ist Anfang April von Buse Heberer Fromm zu Möller Theobald Jung Zenger gewechselt. Mit Linz wächst das Frankfurter Büro von Möller Theobald weiter: Mit sechs Anwälten ist es nun schon dreimal so groß wie im Vorjahr.Linz war acht Jahre im Frankfurter Büro von Buse Heberer tätig. Seine Beratungsschwerpunkte liegen im Gesellschafts-/M&A und Steuerrecht. "Bei Möller Theobald haben mich das gute Renommee, der interdisziplinäre Ansatz einer MDP sowie der sehr partnerschaftliche Umgang überzeugt", sagte Linz. Mit ihm wechselt die Associate Denise Casmir (40) in das Frankfurter Möller Theobald-Büro.

Bewegung bei White & Case

Mitte April ist mit Dr. Thomas Flatten (38) ein weiterer Quereinsteiger aus der Banking-Praxis von Allen & Overy ins Frankfurter Büro gekommen. Zeitgleich verließ Dr. Andreas Fillmann die US-Kanzlei. Der 46-Jährige wurde im April National Partner für Bank- und Kapitalmarktrecht bei Haarmann Hemmelrath.Flatten, der bei White & Case Local Partner im Bereich Finance wurde, bringt insbesondere Erfahrungen bei Immobilien- und Akquisitionsfinanzierungen mit. Nachdem er zunächst mehrere Jahre bei Clifford Chance gearbeitet hatte, war er in den vergangenen drei Jahren bei Allen & Overy tätig. Hier gehörte er etwa zu dem Team, das Anfang des Jahres die Hypo Real Estate als Finanzierer beraten hatte, als die Investmentgesellschaft Eurocastle ein großes Immobilienportolio der Deutschen Bank erwarb.

Ende in der Pfalz

Die renommierte Kaiserslauterner Kanzlei Classen Bayer Lauer zerfällt. Von Mai an gehen Dr. Ulrich Classen auf der einen und Dr. Michael Bayer und Gerhard Lauer auf der anderen Seite getrennte Wege.Während Classen die bestehende Kanzlei fortführen wird, scheiden Bayer und Lauer aus dem Sozietätsvertrag aus.

Überraschung in München

Einer der wichtigsten Corporate-Anwälte von Ashurst, Dr. Andreas Hoffmann, wird Unternehmensjurist. Der 41-jährige Münchner Partner wechselt voraussichtlich zum Juni als General Counsel Commercial Finance (Germany) zum US-amerikanischen Mischkonzern General Electric (GE).Hoffmanns Entscheidung kommt überraschend. Erst Anfang 2004 war er von Baker & McKenzie zu Ashurst gegangen und hat damit dem Büro der britischen Großkanzlei zu einem Sprung nach vorne verholfen. So beriet Hoffmann zuletzt etwa zusammen mit weiteren Ashurst-Anwälten die Carlyle Group beim Erwerb von HT Troplast und Terra Firma bei ihrer europaweiten Akquisition von UCI und der Kinokette Odeon.

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