Markt und Management

Erneuter Partnerverlust bei IP-Kanzlei Bardehle

Dr. Hans Günter Bollig (65) ist zum 01. Januar 2003 aus der IP-Kanzlei Bardehle, Pagenberg, Dost, Altenburg, Geissler ausgeschieden.Der Rechtsanwalt, der bundesweit von Kollegen im Patentrecht empfohlen wird, hatte sich erst vor zwei Jahren dem Düsseldorfer Büro der Sozietät angeschlossen und kehrt mit diesem Schritt zurück zur Eigenständigkeit. Er firmiert fortan wieder unter eigenem Namen in Ratingen. Beide Seiten betonten, die Trennung sei im besten Einvernehmen erfolgt.

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Dr. Stefan Nägele (47), bis Ende Februar 2003 Leiter der Arbeitsrechtspraxis bei PricewaterhouseCoopers Veltins, hat sich in Stuttgart in eigener Praxis selbstständig gemacht. Die meisten der arbeitsrechtlichen Mandanten in Stuttgart hätten den Kanzleiwechsel von Nägele mit vollzogen, teilte der Anwalt zu seinem Neustart mit. Seine bisherige Einzelpraxis will Nägele kurzfristig um ein bis zwei weitere Arbeitsrechtler verstärken.

Freshfields setzt sich durch

Eine Bietergemeinschaft unter Führung von PricewaterhouseCoopers Finance (PwC) und Freshfields Bruckhaus Deringer hat von verschiedenen Bundesministerien, Kommunen und Verbänden den Zuschlag für ein Projekt erhalten, das die Durchführbarkeit von Public-Private-Partnership-Vorhaben (PPP) hierzulande erleichtern soll.Aufgabe der Freshfields-Bietergemeinschaft wird es sein, bis Ende August rechtliche und wirtschaftliche Vorbereitungen für die Vergabe von PPP-Hochbau-Vorhaben zu erarbeiten. So sollen zum einen sollen Vorschläge unterbreitet werden, wie Hemmnisse in den Bereichen Vergabe-, Steuer- und Haushaltsrecht beseitigt werden können. Darüber hinaus gilt es Wirtschaftlichkeitsvergleiche einzelner Vergabeformen anzustellen, auch mit Blick auf Bewertungssysteme im Ausland, zum Beispiel den "Public Sector Comparator" in Großbritannien. Zuletzt soll ein Konzept für ein PPP-Kompetenzzentrum erstellt werden, das laut Bundesbauministerium zukünftig vor allem eine Beratungsinstanz der öffentlichen Hand darstellen soll.

Das Frankfurter Ein-Mann-Büro des ehemaligen Jones Day-Partners Dr. Helmut Görling (47) ist auf einen Schlag zu einer Acht-Anwälte-Kanzlei geworden. Auch in vergrößerter Besetzung wird die Kanzlei, die seit 1. März als Görling Rechtsanwälte firmiert, ihrer Spezialisierung treu bleiben und Forensic Services anbieten.Gründe für den sprunghaften Anstieg der Mitarbeiterzahl waren der Arbeitsanfall und die Erkenntnis, dass sich die Zusammenarbeit mit Externen nicht immer so reibungslos gestaltete wie erwartet.

Der bisherige Leiter der Münchner Beteiligungsgesellschaft TA Triumph Adler AG, Dr. Hermann Rock (40), arbeitet ab 1. April 2003 wieder als unabhängiger Rechtsanwalt. Nach über vier Jahren in der Wirtschaft kehrt Rock an seinen Schreibtisch bei der Sozietät Ulsenheimer Friederich zurück.Rock wird die Kanzlei, in der er schon vor seiner Zeit als Syndikus sechs Jahre als Partner tätig war, im Bereich Mergers & Acquisitions verstärken. Er sei nun vollumfänglich als Of Counsel aktiv, hieß es.

Prominentester Neuzugang ist der Zoll- und Steuerrechtler Helmut Bleier (38), der seit Jahresbeginn als Partner im Frankfurter Büro arbeitet. Bleier kam von der WP-/StB-Gesellschaft BDO, wo er fünf Jahre tätig war. Schwerpunkte der zollrechtlichen Praxis Bleiers sind Importe von Mineralien, Fruchtsäften und Hightechprodukten wie Videomonitore oder Fernbedienungen. Bleier betreut in diesem Bereich unter anderem namhafte deutsche Konzerne. Zudem führt er Finanzprozesse bis hin zum EuGH.

Latham & Watkins hat einen neuen Of-Counsel in ihren Reihen: Der Gesellschaftsrechtler Steven H. Thal (60) verstärkt die Kanzlei in den Büros New York, Frankfurt und Hamburg und soll vor allem deutsche, österreichische und schweizerische Unternehmen bei grenzüberschreitenden Transaktionen und in Fragen des US-amerikanischen Rechts beraten."Steven Thal ist ein erstklassiger Anwalt, der hervorragend die Brücke zwischen Deutschland und den USA schlagen kann", kommentierte Latham & Watkins Schön Nolte-Managing Partner Dr. Jörg Soehring den Zugang.

Nach rund zwei Jahren bei Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom versuchen es Josef Broich (35), Jan D. Bayer (33) und Ferdinand von Rom (33) nun im Alleingang: Die drei Rechtsanwälte haben sich zum 1. März 2003 selbstständig gemacht und wollen sich mit ihrer eigenen Transaktionsboutique positionieren.In der neuen Kanzlei sollen auch Restrukturierungen und Sanierungen, Distressed Asset Investments und LBOs beraten werden. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten hoffen die Gründer, sich mit ihrer Erfahrung, der geringen Größe ihrer neuen Kanzlei und mit einem ungewöhnlichen Abrechnungssystem in Frankfurt behaupten und abgrenzen zu können.

Nur wenige Tage nach Eröffnung eines neuen Büros in Shanghai hat Baker & McKenzie den Zusammenschluss mit einer Wiener Kanzlei bekannt gegeben. Seit 27. Februar 2003 arbeitet Baker mit Kerres & Diwok zusammen, derzeit mit 21 Juristen ein mittelgroßer Marktteilnehmer in der österreichischen Hauptstadt. Gleichzeitig mit der Aufnahme der Kanzlei in den Baker-Verbund wurden die beiden Namensgeber, Dr. Christoph Kerres (44) und Dr. Georg Diwok (41), internationale Partner des US-Kanzlei-Riesen.

Shearman

Unter den zwölf neuen Sozien, die Shearman & Sterling bei der diesjährigen Partnerwahl ernannt hat, finden sich vier Deutsche. Damit zeigt die Kurve deutscher Partnerernennungen bei der ursprünglich aus Amerika stammenden Sozietät deutlich nach oben.

Leiter des Berliner Büros soll der ehemalige White & Case-Partner Dr. Claus Heuchemer (59) werden, im Gegenzug scheiden Wolfgang Hirt, Silvia Radke-Bonk und Namenspartner Peter Ruhe aus.Heuchemer ist in Berlin kein Unbekannter. Er war über Jahre Mitglied der Geschäftsführung von White & Case, Feddersen und bis zum Sommer 2002 Partner der Sozietät. Für die Hamburger Kanzlei Feddersen Laule Ewerwahn hatte er in den 1990er-Jahren die Berliner Dependance aufgebaut. Den Fusionskurs seiner Kanzlei hatte er allerdings nicht mittragen wollen. Stattdessen kündigte er an, eine eigene Kanzlei in Berlin zu eröffnen.

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