Die Washingtoner Sozietät Howrey Simon Arnold & White mit weiteren 5 Standorten in den Vereinigten Staaten hat ihre Nachwuchsrekrutierung umstrukturiert, wie die New York Times berichtet: Unter dem Titel „summer bootcamp“ in Leesburg, Virginia, werden 50 Jurastudenten ab nächstes Jahr für zwei Wochen zu harter Arbeit (mindestens 12 Stunden pro Tag) in einem simulierten Gerichtsverfahren herangezogen, zwei weitere Wochen verbringen die Studenten in einem der Howrey-Büros. Als Gehalt erhalten sie für vier Wochen US-$ 12.000. Die Zeiten, in denen die Praktikanten im Sommer leichte Tätigkeiten verrichteten, zu teuren Mittagsessen ausgeführt wurden und für leichte Tätigkeiten mehr als US-$ 2.000 pro Woche verdienten, sind bei Howrey endgültig vorbei.
Partner äusserten die Hoffnung, mit dem neuen Programm erhielten die Studenten einen besseren Einblick in die Arbeitswelt einer Anwaltskanzlei, als es ein Sommer mit kostenlosen Baseball- und Theaterkarten vermag. Auch könne der Praxisschock, der viele junge Anwälte zur Kündigung nach nur kurzer Beschäftigungsdauer bringt, vermieden werden, da die jungen Juristen genauer wüssten, was auf sie zu kommt.
Howrey steht größenmäßig an 74. Stelle in den USA, wie The American Lawyer berichtet, und hat Schwerpunkte in den Bereichen Kartellrecht und Prozessführung im Bereich Gewerblicher Rechtsschutz.
Die Praktika der „Sommer-Associates“, wie die kurz vor dem Abschluss stehenden Studenten genannt werden, gehörten bisher zu den von vielen US-Kanzleien favorisierten Nachwuchsveranstaltungen, die die Kanzleien teuer zu stehen kommen. Howrey spart durch das neue Programm US-$ 700.000.
Die Bezeichnung „boot-camp“ steht in den USA einerseits für die Grundausbildung junger Soldaten und zum anderen für die Resozialisierungslager für jugendliche Straftäter, die durch militärischen Drill wieder auf den rechten Weg gebracht werden sollen.