Markt und Management

Frankfurt

Die Frankfurter Sozietät Schiedermair hat ihre IT-Praxis mit einem Equity-Partner ausgebaut: Zum März kam Dr. Christopher Breith von Haarmann, wo er seit gut einem Jahr als Senior Associate tätig war. Zuvor hatte der 36-jährige IT-Rechtler fünf Jahre lang für Graf von Westphalen in Köln gearbeitet. Breith berät insbesondere bei Projekt- und Vertriebsverträgen im Rahmen von Outsourcings sowie bei Verträgen auf dem Gebiet der Hard- und Softwarebeschaffung. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Begleitung von Unternehmen der Gesundheitsbranche in vertragsrechtlichen und regulatorischen Fragen.

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Beihilferecht

Der von der EU-Kommission Ende Februar erlassene „Leitfaden für den Umgang mit Risikoaktiva im EU-Bankensektor“ dürfte dem Bemühen europäischer Regierungen, so genannte Bad Banks für wertgeminderte Finanztitel zu gründen, weiteren Auftrieb verleihen. Zugleich verkompliziert das EU-Papier die Rechtslage, denn die Kommission hat die Unterscheidung des Bankensektors in grundsätzlich gesunde Institute und solche mit strukturell bedingten Solvenzproblemen im Falle von Bad Banks aufgegeben. Diese Abgrenzung war seit Oktober 2008 für die Kommission ein wesentliches Kriterium, um in der Finanzkrise Banken-Rettungsmaßnahmen und deren Folgen beihilferechtlich zu beurteilen.Dadurch, so der EU-Rechtsexperte Dr. Thomas Jestaedt, waren die Konsequenzen für Banken bislang sehr unterschiedlich. „Ein grundsätzlich gesundes Haus ist nach der bisherigen Lesart nur aufgrund der momentan außergewöhnlichen Umstände in Bedrängnis geraten. Akute Beihilfezahlungen musste die Bank daher nur relativ niedrig vergüten, eine Reorganisation oder Rationalisierung ihrer Tätigkeiten war nicht erforderlich.“ Anders sei dies bei einer Bank mit so genannten endogenen Existenzproblemen gewesen. Die Vergütung für Beihilfen habe über dem Marktzins gelegen, sechs Monate nach Erhalt der jeweiligen Beihilfe forderte die EU-Kommission eine Umstrukturierung der Bank, etwa durch drastische Reduzierung ihrer Bilanzsumme.

Patentrecht

Nach dem kürzlich erzielten gerichtlichen Erfolg des umstrittenen Patent-Rechteverwerters IPCom dürfte in Deutschland die Diskussion um so genannte Patenttrolls neue Nahrung bekommen.

Singapur

Die US-Sozietät K&L Gates hat im März ein Büro in Singapur eröffnet. Damit verfügt die Kanzlei mit Peking, Hongkong, Shanghai und Taipeh nun in der Region über fünf Büros. "Die Eröffnung des Büros in Singapur in der jetzigen weltwirtschaftlichen Situation ist ein klares Bekenntnis zum Standort Asien und dokumentiert das Vertrauen, das wir in das Wachstum und die Entwicklung dieser Region setzen", sagte David Tang, Managing Partner für Asien, der in Seattle und Peking arbeitet.

München

Die beiden Linklaters-Steuerrechtler Dr. Uwe Clausen (67) und Dr. Karl Schäfer (54) verlassen die Kanzlei: Sie wechseln zum Abschluss des Geschäftsjahres Ende April in das Münchner Büro von Oppenhoff & Rädler. Die Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft ist der Sozietät seit der Trennung im vergangenen Jahr, in dessen Zuge auch der damalige Equity-Partner Dieter Heidemann bei Linklaters ausschied, noch immer verbunden. Mit Heidemann treffen Schäfer und Clausen auf einen Juristen, den sie seit rund 20 Jahren kennen: Sie arbeiteten schon zu Rädler Raupach & Partner-Zeiten zusammen.

Nervenkitzel geht weiter

Der Einzug von Rolf Koerfer in den Aufsichtsrat von Conti ist zumindest vorläufig gestoppt: Das Landgericht Hannover hat in einem Beschwerdeverfahren einstweilig angeordnet, dass vor seiner Bestellung zum Aufsichtsratsvorsitzenden noch Stellungnahmen der restlichen Aufsichtsratsmitglieder eingeholt werden müssen.Als Beschwerdeführer agierte Christian Strenger, der als Conti-Aktionär vor Gericht zog, aber auch zugleich der Regierungskommission Corporate Governance angehört. Strenger sieht einen Interessenkonflikt Koerfers, der Schaeffler seit Anfang an in dem Machtkampf um Conti berät. Ende Januar war bekannt geworden, dass der Düsseldorfer Allen & Overy-Partner Koerfer Hubertus von Grünberg als Aufsichtsratsvorsitzenden des Hannoveraner Automobilzulieferers ablösen soll. (mehr...)

Rückzug aus Osteuropa

Freshfields Bruckhaus Deringer schließt ihr letztes verbliebenes Büro in Osteuropa: Die rund zehn Anwälte in Bratislava verteilen sich zum Ende des Geschäftsjahres im April auf unterschiedliche slowakische Sozietäten. "Die Entscheidung, das Büro in Bratislava zu schließen, steht in Übereinstimmung mit unserer Strategie zur Begleitung unserer Mandanten in Osteuropa und den angrenzenden Regionen", sagte Manfred Finken, Managing Partner für Deutschland, Österreich und die Region Zentral- und Osteuropa.

Beiten Burkhardt hat umfassende Maßnahmen zur Kosteneinsparung getroffen, um sich gegen Risiken der wirtschaftlichen Entwicklung zu wappnen und einen Liquiditätspuffer aufzubauen.Als wichtigste der Maßnahmen, die Mitte Februar allen Anwälten verkündet wurden, beschlossen die Partner eine Senkung ihrer monatlichen Entnahmen. Dazu ist vorläufig bei allen Equity-Partnern der Wert der Lockstep-Punkte reduziert worden. "Keiner kann zur Zeit vorhersagen, wie stark die Wirtschaftskrise unser Geschäft beeinträchtigen wird", sagte Managing Partner Frank Obermann. "Deshalb waren sich die Partner darüber einig, aus kaufmännischer Vorsicht die vorläufigen Entnahmen der Partner bis auf Weiteres zu reduzieren."

Bremen

Das Bremer Büro von Schindhelm ist Anfang März geschlossen zu der Insolvenzkanzlei Schultze & Braun gewechselt.Zusammen mit dem Leiter des Schindhelm-Büros, Dr. Ludwig Weber (44), gehen Michael Rozijn (40) sowie Nils Andersson-Lindström, Thomas Dömmecke und Jens Hasse. Katja Borstel war bereits zum Februar von Schindhelm zu Schultze & Braun gewechselt. Mit dem Abschied der Anwälte gibt Schindhelm den Bremer Standort vollständig auf. Man habe sich in gegenseitigem Einvernehmen getrennt, ließ der Osnabrücker Schindhelm-Partner Prof. Heiko Hellwege erklären.

Frankfurt

Der US-Software- und IT-Dienstleister SunGard baut eine deutsche Rechtsabteilung auf und hat dafür im Februar einen German Counsel hinzugeholt: Dr. Moritz Moeller-Herrmann (36) kam in Frankfurt von Clifford Chance.Moeller-Herrmann, bei Clifford zuletzt Associate, ist bei SunGard Syndikus für Deutschland und soll diese Funktion später auch für Österreich und die Schweiz übernehmen. Zu seinen Aufgaben gehören alle Rechtsangelegenheiten und Vertragsverhandlungen, zuständig ist er insbesondere für die deutschen Gesellschaften und die Produkte.

Köln

Zenk hat zum März ihr Kölner Büro geschlossen. Der einzig zuletzt verbliebene Partner Dr. Thomas Christner (48) wechselte zu Görg.Bei Görg unterstützt Christner die Praxis in den Bereichen Energiewirtschaftsrecht und Wirtschaftsverwaltungsrecht. Mit seiner Spezialisierung im Projektgeschäft stellt er eine gute Ergänzung für das stark im Anlagenbau tätige Team um Dr. Christoph Riese in Berlin und Dr. Achim Compes dar. Christner wird wie Compes im Kölner Büro tätig sein und mit seiner langjährigen Erfahrung im Anlagenbau, insbesondere im Kraftwerksbau, zusätzliche Expertise in diesen Bereich bringen. Bei Görg sind damit nun insgesamt zehn Anwälte im Energiewirtschaftsrecht tätig.