Markt und Management

Neues Büro, neuer Name

Brandi Dröge Piltz Heuer & Gronemeyer fügt ihren bisher vier ostwestfälischen Standorten einen weiteren hinzu: Zum Jahresbeginn 2009 fusioniert die Kanzlei mit der siebenköpfigen Mindener Sozietät Suderow & Schröder. Zugleich hat die Partnerschaft am vergangenen Freitag beschlossen, den Namen der dann 57-köpfigen Kanzlei künftig auf Brandi Rechtsanwälte zu verkürzen.Die bisherige Rechtsform, in der die einzelnen Standorte als Gesellschaften bürgerlichen Rechts organisiert sind, behält Brandi jedoch bei. Hintergrund für die regionale Erweiterung ist unter anderem die öffentlich-rechtliche Ausrichtung einiger der Mindener Anwälte. Diese soll die bisher am Standort Paderborn konzentrierte verwaltungsrechtliche Praxis ergänzen und eine noch tiefere Spezialisierung ermöglichen. Außerdem gewinnt Brandi zusätzliche arbeits- sowie gesellschaftsrechtliche Kompetenz. "Wir haben dieselbe Ausrichtung und ergänzen uns fachlich hervorragend", sagte Brandi-Partner Dr. Franz Tepper.

Personalien

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Wer geht, wer kommt, was bleibt? Aktuelle Personalien, die den Markt bewegen - im übersichtlichen Newsticker! Alle ansehen

Die hessische Regionalkanzlei Kleymann Karpenstein und Partner hat ihre Geschäftsführung verjüngt. Namenspartner Hans Karpenstein (60) verlässt das vor fünf Jahren eingeführte Gremium. An seine Stelle tritt Linda Lewis. Die 44-Jährige ist gebürtige Britin und die einzige Barrister in Hessen. Die M&A- und Gesellschaftsrechtsspezialistin wird in der dreiköpfigen Führungsriege für Strategie- und Marketingfragen zuständig sein und gemeinsam mit den beiden bestehenden Managementmitgliedern Hannelore Spengler und Dr. Götz Gerlach die Kanzlei leiten. Gerlach verantwortet weiterhin den Bereich Finanzen und Controlling, Spengler ist für Personalfragen zuständig. "Mit diesem Schritt leiten wir früh den Übergang der Verantwortung ein und setzen ein Zeichen für die Zukunft", sagte Hans Karpenstein über den Wechsel.

Kanzleien aus dem Kreis der Best-Friends-Firms von Hengeler Mueller planen ein gemeinsames Büro in Peking zu eröffnen. Die englische Kanzlei Slaughter and May, die Spanier Uría Menéndez sowie die niederländische Sozietät De Brauw Blackstone Westbroek, werden kurzfristig den Antrag bei den chinesischen Behörden stellen. Sie hoffen auf die Erlaubnis bis Mitte 2009. Hengeler unterstützt das Vorhaben, ist aber nicht unmittelbar beteiligt. "Um ein Büro dort führen zu können, müsste ein Partner mindestens sechs Monate im Jahr vor Ort sein", sagte Dr. Hendrik Haag vom China-Desk bei Hengeler. "Das lohnt sich derzeit für uns noch nicht."

Im Frühjahr ordnete Shearman & Sterling ihre weltweiten Managementfunktionen neu. Seitdem ist Dr. Harald Selzner (44) deutscher Co-Managing Partner und Co-Deputy der weltweiten M&A Gruppe der US-Kanzlei. Nach den jüngsten Partner-Weggängen in München spricht Selzner über Stabilität und Pläne der deutschen Praxis.@JUVE: Herr Dr. Selzner, in dem neuen Management-Team sollen sich die Fachbereichsleiter mit einbringen. Welche konkreten Maßnahmen wurden dort bislang umgesetzt?

Expansionspläne in Zeiten der Finanzkrise - das klingt ungewöhnlich. Doch Allen & Overys Büroeröffnung in München ist nicht ganz so antizyklisch gedacht, wie es zunächst wirken mag. Die Pläne für einen Münchner Standort hegten die Partner schon seit ein paar Jahren. Jetzt wurde die Kanzlei fündig. Wie schon vor knapp einem Jahr in Düsseldorf nutzte die Kanzlei dabei die derzeitige Schwäche von Shearman & Sterling. Der Einstieg in München wird aber nicht nur wegen der Finanzkrise mit Sicherheit eine härtere Nuss als Düsseldorf. Dort war der Markt durch den entschlossenen Eintritt von Linklaters und den Wechsel sehr bekannter Freshfields-Partner Ende 2007 ohnehin kräftig aufgerührt worden.

Rückzug

Die US-Kanzlei White & Case schließt Ende November ihr Mailänder Büro und zieht sich damit komplett aus dem italienischen Markt zurück. Managing Partner Sean Gary kehrt in die USA zurück, während die restlichen 14 Anwälte, darunter fünf Local Partner, aus der Kanzlei ausscheiden. White & Case begründete den Schritt in einer Stellungnahme: "Um die Position im italienischen Markt zu erreichen, die White & Case erwartet, wären Investitionen nötig, die über das hinausgehen, was man im Sinne der Gesamtkanzlei zu tragen bereit ist."

Berlin - Shanghai

Holger Adam verstärkt seit Anfang Oktober das China-Team von Graf von Westphalen. Der 43-Jährige kam als assoziierter Partner und arbeitet künftig in den Büros in Berlin und Shanghai. Er betreut schwerpunktmäßig chinesische Unternehmen bei ihren Aktivitäten in Deutschland.Adam war zuletzt sechs Jahre in eigener Kanzlei in Berlin tätig, wo er unter anderem mittelständische Unternehmen aus Deutschland und China, aber auch chinesische Großunternehmen wie die Hainan Airlines beriet. Er ist zudem Mitbegründer des Sino-Euro-Business Center, das sich als Schnittstelle für Unternehmer und Investoren aus Asien versteht, die in Deutschland aktiv werden wollen.

Initiative

Die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) plädiert für einen selbstbewussteren Umgang mit dem deutschen Recht. Dieses sei im Vergleich mit anderen Rechtsordnungen effizienter, kostengünstiger und berechenbarer, so BRAK-Präsident Axel Filges in einem Schreiben, das JUVE vorliegt. Filges, Hamburger Partner von Taylor Wessing, distanziert sich damit ausdrücklich von den im internationalen Wirtschaftsrechtsverkehr bislang dominierenden Prinzipien des Common Law. Zudem reagiert die BRAK auf eine Broschüre der Law Society von England und Wales vom Oktober vergangenen Jahres, in der die Vorzüge des angelsächsischen Rechts angepriesen werden. Die Broschüre hatte in der deutschen Anwaltschaft für großes Aufsehen gesorgt.

Seitenwechsel

Dr. Natalie Lübben leitet seit Mitte Oktober den neu zugeschnittenen Bereich Öffentliches Recht bei der Deutschen Bahn. Die 46-Jährige war bislang Partnerin bei Wilmer Hale in Berlin. Lübben ist vor allem für ihre Spezialisierungen im Luftverkehrsrecht sowie im TK-Bereich bekannt. Bei der Deutschen Bahn wird ihre Tätigkeit nun breiter aufgestellt sein und umweltrechtliche, aber auch Fragen der Eisenbahnregulierung umfassen.

Management

Mitte Oktober hat Hunton & Williams Dr. Michael Rosenthal als neuen Managing Partner für ihr Brüsseler Büro ernannt. Der 38-Jährige, der bereits seit 2006 als administrativer Partner den Standort Brüssel leitet, steht zugleich der europäischen Kartellrechtspraxis vor. Rosenthal löst Martin Thomas ab, der nun ausschließlich für die Londoner Präsenz von Hunton & Williams zuständig ist.

Deutsche Telekom

Dr. Manfred Balz, bislang Chefjustiziar der Deutschen Telekom AG, rückt in den Konzernvorstand auf. Der 63-Jährige wird als siebtes Vorstandsmitglied für die Bereiche Datenschutz, Recht und Compliance zuständig sein. Der Aufsichtsrat berief Balz am Dienstagabend in den Vorstandsposten, am gestrigen Mittwoch trat er das Amt an. Das neue Ressort war in der vergangenen Woche eingerichtet worden, nachdem es bei der Telekom zu einer Reihe von Datenpannen gekommen war. Derzeit ermitteln Staatsanwaltschaften in sieben Fällen von Datendiebstahl.