Markt und Management

Expansionspläne in Zeiten der Finanzkrise - das klingt ungewöhnlich. Doch Allen & Overys Büroeröffnung in München ist nicht ganz so antizyklisch gedacht, wie es zunächst wirken mag. Die Pläne für einen Münchner Standort hegten die Partner schon seit ein paar Jahren. Jetzt wurde die Kanzlei fündig. Wie schon vor knapp einem Jahr in Düsseldorf nutzte die Kanzlei dabei die derzeitige Schwäche von Shearman & Sterling. Der Einstieg in München wird aber nicht nur wegen der Finanzkrise mit Sicherheit eine härtere Nuss als Düsseldorf. Dort war der Markt durch den entschlossenen Eintritt von Linklaters und den Wechsel sehr bekannter Freshfields-Partner Ende 2007 ohnehin kräftig aufgerührt worden.

Personalien

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Wer geht, wer kommt, was bleibt? Aktuelle Personalien, die den Markt bewegen - im übersichtlichen Newsticker! Alle ansehen
Rückzug

Die US-Kanzlei White & Case schließt Ende November ihr Mailänder Büro und zieht sich damit komplett aus dem italienischen Markt zurück. Managing Partner Sean Gary kehrt in die USA zurück, während die restlichen 14 Anwälte, darunter fünf Local Partner, aus der Kanzlei ausscheiden. White & Case begründete den Schritt in einer Stellungnahme: "Um die Position im italienischen Markt zu erreichen, die White & Case erwartet, wären Investitionen nötig, die über das hinausgehen, was man im Sinne der Gesamtkanzlei zu tragen bereit ist."

Berlin - Shanghai

Holger Adam verstärkt seit Anfang Oktober das China-Team von Graf von Westphalen. Der 43-Jährige kam als assoziierter Partner und arbeitet künftig in den Büros in Berlin und Shanghai. Er betreut schwerpunktmäßig chinesische Unternehmen bei ihren Aktivitäten in Deutschland.Adam war zuletzt sechs Jahre in eigener Kanzlei in Berlin tätig, wo er unter anderem mittelständische Unternehmen aus Deutschland und China, aber auch chinesische Großunternehmen wie die Hainan Airlines beriet. Er ist zudem Mitbegründer des Sino-Euro-Business Center, das sich als Schnittstelle für Unternehmer und Investoren aus Asien versteht, die in Deutschland aktiv werden wollen.

Initiative

Die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) plädiert für einen selbstbewussteren Umgang mit dem deutschen Recht. Dieses sei im Vergleich mit anderen Rechtsordnungen effizienter, kostengünstiger und berechenbarer, so BRAK-Präsident Axel Filges in einem Schreiben, das JUVE vorliegt. Filges, Hamburger Partner von Taylor Wessing, distanziert sich damit ausdrücklich von den im internationalen Wirtschaftsrechtsverkehr bislang dominierenden Prinzipien des Common Law. Zudem reagiert die BRAK auf eine Broschüre der Law Society von England und Wales vom Oktober vergangenen Jahres, in der die Vorzüge des angelsächsischen Rechts angepriesen werden. Die Broschüre hatte in der deutschen Anwaltschaft für großes Aufsehen gesorgt.

Seitenwechsel

Dr. Natalie Lübben leitet seit Mitte Oktober den neu zugeschnittenen Bereich Öffentliches Recht bei der Deutschen Bahn. Die 46-Jährige war bislang Partnerin bei Wilmer Hale in Berlin. Lübben ist vor allem für ihre Spezialisierungen im Luftverkehrsrecht sowie im TK-Bereich bekannt. Bei der Deutschen Bahn wird ihre Tätigkeit nun breiter aufgestellt sein und umweltrechtliche, aber auch Fragen der Eisenbahnregulierung umfassen.

Management

Mitte Oktober hat Hunton & Williams Dr. Michael Rosenthal als neuen Managing Partner für ihr Brüsseler Büro ernannt. Der 38-Jährige, der bereits seit 2006 als administrativer Partner den Standort Brüssel leitet, steht zugleich der europäischen Kartellrechtspraxis vor. Rosenthal löst Martin Thomas ab, der nun ausschließlich für die Londoner Präsenz von Hunton & Williams zuständig ist.

Deutsche Telekom

Dr. Manfred Balz, bislang Chefjustiziar der Deutschen Telekom AG, rückt in den Konzernvorstand auf. Der 63-Jährige wird als siebtes Vorstandsmitglied für die Bereiche Datenschutz, Recht und Compliance zuständig sein. Der Aufsichtsrat berief Balz am Dienstagabend in den Vorstandsposten, am gestrigen Mittwoch trat er das Amt an. Das neue Ressort war in der vergangenen Woche eingerichtet worden, nachdem es bei der Telekom zu einer Reihe von Datenpannen gekommen war. Derzeit ermitteln Staatsanwaltschaften in sieben Fällen von Datendiebstahl.

Internationales Netz

DLA Piper ist ab November in Kuwait vertreten: Die Kanzlei ist ein Jointventure mit der kuwaitischen Kanzlei Al Wagayan Al Awadhi & Al Saif eingegangen und wird vor Ort als DLA Piper Kuwait auftreten."Wir erhoffen uns von der Zusammenarbeit die Freisetzung von Synergien", sagte Abdul Aziz Al-Yaqout, Partner mit kuwaitischen Wurzeln im Kölner Büro von DLA. "Das Büro in Kuwait solle "Mandanten den Service und die breite Aufstellung einer internationalen Kanzlei bieten und diesen gleichzeitig als Vermittler lokaler Gesetze und Geschäftsgebräuche zur Seite stehen."

Schweiz

Die US-Sozietät Sonnenschein Nath & Rosenthal hat zum Oktober ein Büro in Zürich eröffnet. Das Startteam in der Schweiz bilden Dr. Heinz Bloch (76) und Dr. Robert Schlup (40), die beide Partner werden. Mit ihnen wechselte zudem der Associate Ion Eglin.Die Schweizer Anwälte, die vorher unter Bloch & Partner firmierten, werden Teil der globalen Hotels & Resorts-Praxis von Sonnenschein. Bloch und Schlup gelten als Experten für Hotels und Ferienanlagen. Zu ihren Mandanten gehören weltweit agierende Hotelbesitzer und -betreiber, private Investoren und Finanzinstitute, mit denen sie internationale Projekte in den Bereichen M&A, Real Estate und Jointventures im Hotelgewerbe durchgeführt haben. Vor seiner anwaltlichen Tätigkeit arbeitete Bloch als Direktor und Syndikus für Hilton International und Swissôtel.

Dubai

Curtis Mallet-Prevost Colt & Mosle hat mit einem eigenen Team ein Büro in Dubai eröffnet. Im Mittleren Osten ist die US-Kanzlei seit 1997 bereits mit einem Büro in Maskat im Oman präsent.In Dubai fokussiert sich Curtis nun auf M&A, Private Equity, Projektentwicklung, aber auch Dispute Resolution. Im Bereich Investmentfonds und Sovereign Wealth Funds will das Büro künftig eng mit den Teams in Kasachstan und Frankfurt zusammenarbeiten.

Nächster Verlust für Shearman

Die in Deutschland durch Personalweggänge gebeutelte US-Kanzlei Shearman & Sterling verliert einen weiteren Partner. Der Steuerrechtler Dr. Thomas Fox (42) wechselt zum amerikanischen Konkurrenten Latham & Watkins. Der genaue Zeitpunkt seines Wechsels steht noch nicht fest, soll aber wahrscheinlich noch in diesem Jahr liegen.

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