Meinung

Kommentar zu Freshfields‘ Zahlung

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat das Cum-Ex-Verfahren gegen Freshfields Bruckhaus Deringer eingestellt, nachdem die Kanzlei 10 Millionen Euro an die hessischen Finanzbehörden überwiesen hatte. Ein schnelles und elegantes Ende, kurz bevor der Strafprozess zur Insolvenz der Maple Bank beginnt. Doch nun bleibt offen, was Compliance in Kanzleien bedeutet und wo die Verantwortung des Wirtschaftsunternehmens Kanzlei beginnt.

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Mit einer fast identischen Anzahl an Partnerernennungen beweisen die Spitzenkanzleien strategische Kontinuität. Das zeigt die aktuelle JUVE-Untersuchung. Sie störten sich 2020 bei den Beförderungen nicht an Corona – wer schlau ist, hält es weiter so. Denn die Managementforschung empfiehlt Ausdauer und Etappenkonstanz.

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Es knirscht schon lange im Gebälk der sechzigjährigen BRAO. Inzwischen gleicht die Bundesrechtsanwaltsordnung einem Altbau, an den man im Laufe der Jahre hässliche Rollläden und billige Anbauten drangeflickt hat. Der lange erwartete Reformentwurf des Justizministeriums belässt es nicht bei kleinen Schönheitsreparaturen. Endlich nimmt das Berufsrecht neben Einzelanwälten auch Organisationen in den Blick.

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Der Wechsel von Managing-Partner Harald Selzner und drei weiteren Partnern von Latham & Watkins zu Noerr ist der bedeutendste Quereinstieg seit Jahren. Nichts könnte besser die Ambitionen von Noerr verdeutlichen, die Marktführer ernsthaft herauszufordern. Und gleichzeitig zeigt der Wechsel Latham die Entwicklungsgrenzen ihrer Corporate-Praxis auf.

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Frei von Sorgen! Ein bisschen scheint es derzeit so, als schwebe der Nachwuchsanwaltsmarkt losgelöst über den Wolken. Doch auch wenn das Krisenmanagement der Kanzleien funktioniert, andere Baustellen bleiben.

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Wie gut eine Maschine arbeitet, sieht man erst bei Dauervolllast. Bestes Beispiel war zuletzt die KfW: Als Scharnier zwischen Antragstellern, Bund, Kreditgeberbanken und Kapitalmarkt spielt die Förderbank eine zentrale Rolle bei den staatlichen Corona-Finanzhilfen. Um das enorme Antragsvolumen bewältigen zu können, musste das Inhouse-Team seine Rolle über Nacht neu definieren und extrem effizient arbeiten.

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Die Musterfeststellungsklage hat im Fall VW mehr erreicht, als viele ihr zugetraut hätten. Möglich gemacht hat das ausgerechnet jene Klageindustrie, der die Musterklage eigentlich den Garaus machen sollte.

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Head of Legal Tech Champion, Chief Legal Innovation Officer, Head of Digital Transformation – die Titel einiger Großkanzleianwälte lassen keine Zweifel zu, dass es in ihren Kanzleien viel Innovation gibt, die gemanagt werden muss. Doch wie innovativ können klassische Kanzleien überhaupt sein? Denn: Wer innovativ arbeiten will, muss ausprobieren, Risiken eingehen und oft erst einmal investieren – und zwar in eine ungewisse Zukunft.

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Rechtsberatung gilt seit Jahrzehnten als unmessbar und individuell. Die Juristen haben viel dafür getan, diesen Eindruck aufrecht zu erhalten und ihn zu einem Teil des beruflichen Selbstverständnisses zu machen, Kanzleien aber auch Rechtsabteilungen haben sich in dieser Situation entsprechend bequem eingerichtet, entzog sich die Zunft doch lange erfolgreich so langwierigen wie lästigen Kosten- und Qualitätsdebatten.

Kommentar zum Jahresrückblick

Stillstand ist nie, aber so viel Bewegung wie im gerade ausklingenden Jahr ist auch nicht selbstverständlich im Rechtsmarkt. Die Branche erfindet sich neu – deshalb müssen Berater stärker als bisher die eigenen Strukturen überdenken.

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