Cum-Ex

Cum-Ex-Gewinne

Die drei früheren Hauptanteilseigner der kanadischen Maple Bank haben sich mit dem deutschen Fiskus über die Rückzahlung ihrer Cum-Ex-Gewinne geeinigt. Sie zahlen insgesamt einen zweistelligen Millionenbetrag an die Frankfurter Finanzbehörden. Kanadische Medien hatten zuerst über die Einigung berichtet.

Das war 2019

Noch nie hat ein einziges Thema so sehr die Branchennachrichten dominiert wie Cum-Ex im Jahr 2019. Es ist das Jahr, in dem jahrelange Ermittlungen der Staatsanwaltschaften in den ersten Strafprozess münden. Es ist das Jahr, in dem das Finanzgericht Köln die Geschäfte auch unter steuerrechtlichen Gesichtspunkten als „kriminelles Glanzstück“ bezeichnet. Es ist das Jahr, in dem allen Cum-Ex-Akteuren die juristischen und persönlichen Konsequenzen endgültig klar werden, als erstmals Beteiligte in Untersuchungshaft genommen werden. Dies alles spiegelt sich wider in den Nachrichten auf JUVE.de.

  Juve Plus Cum-Ex

Auch in dieser Woche beherrscht das Thema Cum-Ex wieder die Schlagzeilen: Ex-Freshfields-Partner Dr. Ulf Johannemann kann offenbar kurz vor Weihnachten die Untersuchungshaft unter Auflagen verlassen. Und in Wiesbaden soll im nächsten Jahr der bundesweit zweite Prozess zur strafrechtlichen Aufarbeitung von Cum-Ex-Aktiendeals beginnen. Die Wirtschaftsstrafkammer hat die Anklage der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt gegen den Steuerrechtler Dr. Hanno Berger und fünf ehemalige Banker der Hypo-Vereinsbank zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet.

  Juve Plus Cum-Ex-Prozess

Die Hamburger Privatbank M. M. Warburg will wegen ihrer Verwicklung in Cum-Ex-Steuerdeals alle erzielten Gewinne an die Staatskasse zurückzahlen. Man führe seit Längerem Gespräche mit den Finanzbehörden, damit „alle mit diesen Geschäften erzielten Gewinne unverzüglich an den Fiskus ausgekehrt werden“, sagte der Anwalt der Bank, Prof. Dr. Christian Jehke von Flick Gocke Schaumburg, am Mittwoch vor dem Bonner Landgericht.

  Juve Plus Richter im Cum-Ex-Prozess

Im Bonner Cum-Ex-Prozess hat die Kammer in dieser Woche erstmals eine rechtliche Einschätzung abgegeben. Sie wertet die in der Anklage vorgeworfenen Cum-Ex-Geschäfte als Straftaten. Nun müsse geprüften werden, in welchem Maße die Angeklagten an den Geschäften beteiligt waren. Nur selten äußern sich Gerichte in einem rechtlichen Hinweis so ausführlich wie die Kammer in diesem Fall. Die Hauptverhandlung wird seit September gegen zwei britische Ex-Aktienhändler geführt, außerdem sind fünf Finanzinstitute als Einziehungsberechtigte am Verfahren beteiligt.

  Juve Plus Richter im Cum-Ex-Prozess

Im Bonner Cum-Ex-Prozess hat die Kammer heute erstmals eine rechtliche Einordnung verkündet. Sie hält Cum-Ex-Geschäfte, wie sie die Staatsanwaltschaft den Angeklagten vorwirft, für grundsätzlich strafbar. Nun müsse geprüft werden, wie die Beteiligung der beiden angeklagten Aktienhändler strafrechtlich ins Gewicht falle. Nur selten äußern sich Gerichte so ausführlich wie die Kammer in diesem Fall.

Cum-Ex

Freshfields Bruckhaus Deringer hat zur Abwehr der Cum-Ex-Ermittlungen einen neuen Verteidiger beauftragt. Dr. Florian Ufer aus der Strafrechtsboutique Ufer Knauer hat das Mandat von Dr. Daniel Krause von Krause & Kollegen übernommen. Dies hat Ufer gegenüber JUVE bestätigt.

Interview zu Cum-Ex

Mit der Verhaftung des ehemaligen Steuerchefs von Freshfields Bruckhaus Deringer, Dr. Ulf Johannemann, ist die Cum-Ex-Krise auf ihrem vorläufigen Höhepunkt angelangt. Spätestens jetzt fragt sich die Branche: Wie konnte es so weit kommen? Und kann man das in Zukunft verhindern? JUVE sprach darüber mit Prof. Dr. Christian Wolf von der Leibniz Universität in Hannover. Er leitet das Institut für Prozess- und Anwaltsrecht.

Nächster Schlag

Die Cum-Ex-Beratung führt für Freshfields Bruckhaus Deringer zu immer drastischeren Einschlägen. Wie ,Süddeutsche Zeitung' und der WDR heute berichten, wurde Dr. Ulf Johannemann bereits am vergangenen Freitag in Untersuchungshaft genommen. Johannemann war bis vor kurzem Co-Chef der weltweiten Steuerpraxis der Top-Anwaltskanzlei und galt als einer der Hauptberater in diesem Segment.

Kommentar

Jahrelang zog sich die Aufarbeitung der umstrittenen Cum-Ex-Deals hin, nun geht es Schlag auf Schlag: Der erste Strafprozess fördert zahlreiche neue Einblicke in die komplexen Deals zutage. Nun wurde bekannt, dass Dr. Ulf Johannemann, Leiter der Steuerpraxis von Freshfields Bruckhaus Deringer, die Kanzlei verlassen hat.

Heimlicher Abgang

Dr. Ulf Johannemann, bislang Partner bei Freshfields Bruckhaus Deringer, hat die Kanzlei verlassen. Wie aus der Kanzlei verlautet, auf eigenen Wunsch. Johannemann ist einer von zwei Partnern der Kanzlei, gegen die im Zusammenhang mit den Cum-Ex-Deals ermittelt wird. Die Süddeutsche Zeitung hatte heute zuerst darüber berichtet.